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Mundschutz-Nähaktion von Heimatverein Burgsteinfurt und Kulturforum mit großer Resonanz

Alle Erwartungen übertroffen

Burgsteinfurt

Mit dieser Resonanz hätten die Organisatorinnen von Heimatverein Burgsteinfurt und Kulturforum nicht gerechnet: Über 100 Näherinnen und Näher haben bei der Masken-Aktion für das Krankenhaus in zwei Wochen knapp 1500 Mundschutze genäht. In Kürze sollen die Masken dem UKM Marienhospital übergeben werden, kündigten Dr. Barbara Herrmann und Annette Rehaag an. Beide zeigten sich ebenso wie Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer begeistert von dem Engagement der Unterstützer.

Marion Fenner

Dr. Barbara Herrmann (Mitte) und Annette Rehaag (rechts) zeigten Foto: Marion Fenner

Mundschutze werden derzeit überall dringend benötigt. Und in vielen Einrichtungen, Betrieben und Gruppen werden deshalb eifrig textile Mundschutze genäht. Der Heimatverein Burgsteinfurt und das Kulturforum Steinfurt wollten sich an dieser guten Tat ebenfalls beteiligen. Was dann allerdings passierte, übertraf alle Erwartungen. Über 100 Näher haben in zwei Wochen knapp 1500 Mundschutze genäht, die in Kürze dem UKM Marienhospital übergeben werden können.

„Begonnen hat es mit der Idee“, erzählt die Vorsitzende des Heimatvereins und Direktorin des Kulturforums, Dr. Barbara Herrmann. „Wir haben beim Krankenhaus nachgefragt, ob es Sinn macht, auch noch Masken zu nähen.“ Weil das bejaht worden sei, habe sie gemeinsam mit Annette Rehaag und Elisabeth Wrobel überlegt, wie das Projekt umgesetzt werden könne. Rehaag, die ausgebildete Lehrerin für textiles Gestalten ist, wusste, wie diese Mundschutze am effektivsten genäht werden können. Das Trio entwickelte gemeinsam eine Art Bausatz, in dem die Stoffe, die Bänder, Pfeifenputzer für die Stabilität und auch die Nähanleitung enthalten waren, den sie Nähern mitgeben wollten. „Aus einem Bausatz konnten acht Mundschutze hergestellt werden“, erzählt Rehaag. Das Schrägband für die Bänder zu bekommen, sei zunächst ein Problem gewesen. „Dabei konnten wir jedoch glücklicherweise auf die Unterstützung der beiden Raumausstatterfirmen Hinsenkamp und Nikolic setzen, die uns diese Bänder zur Verfügung gestellt haben“, sagt Herrmann. Auch die Firma Krass und Wissing, die Bänder herstellt, war bereit, die Aktion zu unterstützen. Stoffe konnte Rehaag zum großen Teil aus der Blaudruckwerkstatt beisteuern.

Für das Herstellen der Bausätzen haben sich die Initiatoren so richtig ins Zeug gelegt. Rehaag hat fast alle Bänder eigenhändig auf die passende Länge geschnitten – Blasen an den Fingern von der Schere inklusive.

„Wir hatten zuvor einen Aufruf gestartet und potenzielle Näher gesucht. „Was dann folgte – damit hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Weit über 100 Nähwillige, teils auch aus umliegenden Orten, hatten sich gemeldet. Und viele wollten nicht nur einen Bausatz, sondern gern auch mehrere. Auch Männer ohne Näherfahrung wollten teilnehmen, freut sich Herrmann über das Engagement der Bürger.

„In Zeiten des Kontaktverbotes konnten wir die Näher ja nicht gemeinsam am Kulturforum antreten lassen, sagt Herrmann. Also gab es an zwei Tagen einen genau ausgeklügelten Plan, nach dem die Näher im Zehn-Minuten-Takt bestellt wurden. „Das hat 100-prozentig perfekt geklappt, berichtete Hermann der Bürgermeistern Claudia Bögel-Hoyer, die sich von dem überwältigenden Ergebnis der Aktion jetzt ein Bild machte. Denn auch die Abgabe der Masken erfolgte mach dem gleichen logistischen Plan. Besonders freute sich Herrmann darüber, dass nur zwei Wochen später wirklich alle fertigen Masken zurückgekommen sind. Genäht wurden sind nicht nur einfache Textilmasken, sondern auch Masken mit dreilagigem Stoff: außen wasserabweisend, innen wasseraufnehmend und dazwischen ein steriles Tuch. Diese deutlich hochwertigeren Masken, die ebenfalls als Bausatz angeboten werden, stellt die Firma Krass und Wissing her und vertreibt sie bundesweit. „Zwei Kartons zum Herstellen dieser Masken haben wir gekauft, einen mit Unterstützung des Business Network International, Chapter Bagno, und einen mit Unterstützung des Stellvertretenden Bürgermeisters und Textilunternehmers Hans-Günther Hahn.

Bögel-Hoyer war begeistert von dem Erfolg der Aktion. Das zeige wieder einmal, wie solidarisch die Bürger seien und wie sie in der Krise doch zusammenhielten. Das Projekt sei nicht in Arbeitsstunden zu messen, betonte Herrmann. Es habe einfach allen Beteiligten einfach nur unheimlich viel Freude bereitet.

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