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Durchforstung im Bagno während des Winters

Alte Lärche ist verdurstet

Steinfurt

Eine 150 Jahre alte Lärche musste jetzt im Bagno gefällt werden. Eine Arbeit, die kein Förster gerne macht.

Von Dirk Drunkenmölle

Krachend fällt die alte Lärche am Rand des Golfplatzes im Bagno auf den Boden. Der fast 150 Jahre alte, mächtige Baum war total ausgetrocknet und damit eine Gefahr geworden.Staubtrocken ist das Sägemehle, das die Forstarbeiter produzieren, als sie den Baum für die Fällung vorbereiten.Förster Olaf Hoffmann deutet auf die Fraßgänge, die die Käfer unter der Rinde gebildet haben. Foto: DrunkenmölleDrunkenmölle

Keine Viertelstunde hat‘s gedauert, da fällt die fast 150 Jahre alte und etwa 25 bis 30 Meter hohe Lärche krachend auf den Boden. Rumms! Der Boden bebt unter den Füßen, als der wuchtige Stamm am Rand des Golfplatzes im Bagno aufschlägt. Ein paar trockene Äste sind abgebrochen und auf dem gepflasterten Weg zwischen den Bahnen zersplittert. Das war‘s. Für einen Moment regt sich nichts im Wald. Andächtige Stille. Das stattliche Kieferngewächs ist Geschichte, ein weitere Solitär im Steinfurter Bagno verschwunden.

Irgendwie scheint die Aktion an diesem kalten Morgen auch die Forstleute betroffen zu machen. „So was macht wirklich keinem Spaß“, blickt Olaf Hoffmann, Förster der Fürst zu Bentheimschen Domänenkammer, auf das Ergebnis der Aktion. Aber, diese Lärche sei komplett ausgetrocknet und damit zur Gefahr geworden. Um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, musste sie gefällt werden. Sie ist verdurstet.

Bereits als die Motorsägen angesetzt werden, wird klar, was Hoffmann meint. Das Sägemehl ist staubtrocken. Noch deutlicher wird der Schaden, als der Förster ein Stück von der Baumrinde lockert. Käfer haben haben sich in dem geschwächten Baum eingenistet. Die Spuren sind nicht zu übersehen. Trockenheit, Schädlings- und Pilzbefall – eins kommt zum anderen und bedeutet in den meisten Fällen das Todesurteil. Das Schneechaos am ersten Adventswochenende 2005 hat dem Baum den ersten richtigen Schlag versetzt, erinnert sich ein Forstmitarbeiter. Stürme wie Kyrill oder Friederike hätten die Widerstandsfähigkeit weiter angegriffen. „Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht“, zuckt Hoffmann ratlos mit den Schultern.

Zusammen mit seinen Kollegen und dem Forstunternehmen Stöppler wird die Durchforstung des Bagnos in den kommenden Winterwochen noch fortgesetzt, kündigt Hoffmann an. Insbesondere Buchen, die durch die anhaltende Trockenheit geschädigt und ebenfalls von Schädlingen und Pilzen befallen sind, werden aus den Beständen genommen. „300 Liter Wasser braucht so eine Buche am Tag. Wo haben wir noch so viele Niederschlagsmengen?“, macht Förster Olaf Hoffmann das Dilemma deutlich. Und: Die Qualität der gefällten Stämme sei so schlecht, dass sie nicht mehr für die Möbelproduktion, sondern nur noch für die Verwertung als Brennholz ausreichend sei.

So versuche man jetzt, mehr Luft und Licht im Bagno zu schaffen, um den noch vitalen Bäumen die Möglichkeit zu gegeben, sich besser zu entwickeln.

Eine gute Nachricht gibt es dann aber doch noch ganz zum Schluss. Für die Lärche gibt es an ihrem alten Standort Ersatz: Dort soll ein Mammutbaum gepflanzt werden. Und die können, vorausgesetzt die Bedingungen sind ausreichend gut, bekanntlich ja ganz alt werden – manche Exemplare sogar einige hundert Jahre.

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