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Bedarf an Rund-um-Versorgung pflegebedürftiger Menschen steigt 

Angebot reicht, wenn Neubau kommt

Steinfurt

Mit dem Neubau einer vollstationären Pflegeeinrichtung auf dem Gesundheitscampus wird Steinfurt voraussichtlich bis ins Jahr 2033 ein ausreichendes Angebot haben, pflegebedürftige Menschen betreuen zu können. Das geht aus der Kommunalen Pflegeplanung des Kreises Steinfurt 2021/2022 hervor.

Eine alte Frau mit Rollator. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Mit dem Neubau einer vollstationären Pflegeeinrichtung mit 80 Plätzen auf dem Gesundheitscampus wird Steinfurt voraussichtlich bis ins Jahr 2033 ein ausreichendes Angebot haben, pflegebedürftige Menschen betreuen zu können. Das geht aus der Kommunalen Pflegeplanung des Kreises Steinfurt 2021/2022 hervor. Joachim Hatke, Sachgebietsleiter Sozialhilfe und Pflege in der Kreisverwaltung, hat dem Ausschuss für Soziales, Jugend, Integration und Gesundheit in seiner jüngsten Sitzung die Entwicklungen für die Kreisstadt aufgezeigt.

Aktuell stehen laut Hatke im Evangelischen Altenhilfezentrum in Burgsteinfurt 128 und im Heinrich-Roleff-Haus in Borghorst 100 Plätze für eine stationäre Rund-um-Versorgung zur Verfügung. Insgesamt 86 Plätze bieten die Seniorenwohngemeinschaft „Catharinen Quartier“, das Mobilé-Wohnhaus, die DRK-Seniorenresidenz „Aa-Blick“, das Ermgard-von-Solms-Haus und der Hof Lünnemann in ambulanten Wohngemeinschaften an. Im Mobilé-Tagespflegehaus, in der Tagespflege „Edelweiß“, der Villa „VergissMeinNicht“, in der SenTa – Tagesstätte für Senioren, in der BHD-Tagespflege im Hof Lünnemann und der Tagespflege an der Burgstraße gibt es zurzeit Kapazitäten, 81 Frauen und Männer tagsüber zu betreuen.

Wachsender Bedarf

Darüber hinaus sind am Standort Steinfurt elf Dienste im Einsatz, pflegebedürftige Menschen zu versorgen. Aktuell sei der Bedarf für eine umfassende Versorgung mit 228 Plätzen in vollstationären Pflegeeinrichtungen und den 86 Plätzen in ambulanten Wohngemeinschaften (gesamt = 314 Plätze) knapp gedeckt. Wird der Neubau im Weber-Quartier realisiert, müsste das Angebot mit 394 Plätzen die Nachfrage in den kommenden Jahren decken, sagt der Kreis voraus. Bis 2033 prognostiziert die Pflegeplanung einen Bedarf von 381 Plätzen. Die Zahl der Menschen, die von Angehörigen zu Hause versorgt wird, werde bereits 2027 auf über 1000 klettern, 2033 könnten es fast 1100 sein.

Soweit die Zahlen auf dem Papier. Was jedoch niemand genau voraussagen kann, ist, wie sich die Versorgung einer immer älter werdenden Bevölkerung mit immer weniger Personal sicherstellen lässt. Der Fachkräftemangel ist schon heute besonders in den Pflegeberufen spürbar. „Die Dienste kommen schon jetzt an ihre Grenzen“, räumte auch Hantke ein. Um Entlastung zu schaffen, verfolge der Kreis unter anderem das Ziel, mehr ambulante Wohngemeinschaften aufzubauen. In diesem Punkt sei man mit den Kommunen bereits im Gespräch.

Schwierige Personalsituation

Günther Gromotka (CDU) bedauerte in diesem Zusammenhang, dass es offenbar immer schwieriger für die Betroffenen werde, nach einem Krankenhausaufenthalt kurzfristig eine Anschlusspflege zu erhalten. Hatke erklärte, dass es zwar einen gesetzlichen Anspruch auf Übergangspflege gibt, diese Verpflichtung aufgrund des akuten Personalmangels aber oftmals schwierig umzusetzen ist: „Da fehlen einfach die Ressourcen.“ Hatke verwies darauf, mit der Pflegeberatung beim Kreis Steinfurt Kontakt aufzunehmen. Sie bietet ihre Hilfe an, einen Platz zu finden. Hatke räumte allerdings auch ein, dass es trotz aller Bemühungen in Einzelfällen durchaus passieren könne, dass die Suche nach einer Anschlussversorgung erfolglos verläuft. Eindringlich appellierte Günther Gromotka deshalb an die Krankenhäuser, ihre Patienten wirklich erst dann zu entlassen, wenn ihre anschließende Betreuung geregelt ist.

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