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Sanierung am Göckenteich tatsächlich gestartet

Bagger auf der Brücke

Borghorst

Viele Borghorster haben schon nicht mehr daran geglaubt. Aber die Sanierung der über 50 Jahre alten Göckenteichbrücke wird jetzt Realität. Am Montag haben die Abbrucharbeiten begonnen. Im Mai soll alles fertig sein. Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt.

Von Axel Roll

Die Bagger rollen über die Göckenteichbrücke: Am Montag hat der Abbruch der über 50 Jahre alten Holzbrücke begonnen. Ende Mai soll die neue Querungshilfe über den Teich fertig sein. Foto: Axel Roll

Der ältere Herr, der am Montagnachmittag ein letztes Mal mit seinem Mops an der Leine über die alte Göckenteichbrücke laufen wollte, durfte sogar zweimal. An der Rubensstraße versperrte nämlich ein Bauzaun seinen Spazierweg, so dass er umdrehen musste. Danach war aber wirklich Schluss für Fußgänger und Radfahrer.

Der Kleinbagger übernahm auf dem schmalen Holzsteg über den Teich das Kommando und knabberte in Windeseile das provisorische Geländer ab, das danach genauso schnell im Altholzcontainer an der Schulstraße verschwand. Ja, die Borghorster mögen es kaum glauben, aber die baufällige Brücke über den Göckenteich wird jetzt nach einem jahrzehntelangen Vorgeplänkel – endlich, möchte man sagen – umfangreich saniert. „Ende Mai soll alles fertig sein. Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt“, sagt Jürgen Gesenhues, der für das städtische Tiefbauamt dieses schon fast historisch zu nennende Projekt bis zu seiner Vollendung betreut.

Das Datum für den ersten Spatenstich ist garantiert zufällig gewählt, passt aber umso besser: Der 22. März ist der Tag des Wassers, wie auch aus nebenstehendem Text hervorgeht. Damit die Borghorster bald wieder gefahrlos über das Wasser des Göckenteichs laufen können, verbirgt sich hinter der Sanierung im Grunde genommen ein Neubau. Denn nur die beiden mittleren Joche, das sind die tief in den Boden gerammten Holzstützen für den Mittelteil der Brücke, können von der Konstruktion aus den 70er Jahren übernommen werden. Ach ja, und Teile der Holzverstrebung werden aus dem Altholz der Langsträger geschnitten. Ansonsten wird alles neu. Und was früher aus Bongossi-Holz geschnitten worden war, soll dieses Mal in Stahl entstehen. Denn ganz so standhaft, wie vor 50 Jahren der auch Eisenholz genannte Baustoff eingeschätzt wurde, ist er dann doch wohl nicht. Jürgen Gesenhues: „Die tragende Unterkonstruktion wird aus Stahl gebaut.“ Die Schweißarbeiten dazu laufen parallel zum Abbruch. Geländer sowie Geh- und Radweg werden wieder aus Holz gefertigt.

Die Lager für die Brücke an beiden Ufern werden mit schwerem Gerät in den Boden gerammt. Ein 180-Tonnen-Kran rückt dafür wahrscheinlich schon in der nächsten Woche an. Er wird noch einmal benötigt, um die tragende Stahlkonstruktion auf die Stützen im Wasser zu setzen.

Die Stadt muss sich die Renovierung des Borghorster Wahrzeichens einiges kosten lassen. Die 100 000 Euro, die Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer vor einigen Jahren dafür in den Haushalt einstellen ließ, reichen bei weitem nicht aus. Mit allem Drum und Dran wird die neue Brücke mehr als dreimal so teuer. Genau sind es 311 000 Euro, die der Rat im letzten Dezember abgesegnet hat. Die reinen Baukosten belaufen sich auf 267 000 Euro. Die Differenz wird für Planung, Statik und Gutachten fällig.

Der Rat hätte, selbst wenn er gewollt hätte, die Sanierung nicht noch einmal in die Zeit setzen können. „Aufgrund des desolaten Zustandes des Altbauwerkes ist ein wiedermaliger Aufschub nicht möglich“, steht es unmissverständlich in der Dezember-Vorlage für den Rat. Schon im Jahr 2014 hatte die Roxeler Ingenieurgesellschaft dem Bauwerk einen höchst bedenklichen Zustand bescheinigt.

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