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Masterplan für Steinfurter Campus

Bauherr will engen Kontakt mit der Nachbarschaft pflegen

Steinfurt

Bauherr und Planer haben am Dienstagabend in der Fachhochschule die Pläne für die Erweiterung des Steinfurter Campus‘ vorgestellt. Baubeginn soll im nächsten Jahr sein.

So etwa könnte nach den Vorstellung der Bauherren und Planer ein neues Hochschulgebäude aussehen, das am Flögemannsesch mehr Platz für die FH-Fachbereiche schaffen kann. Bis 2026 soll die Erweiterung des Steinfurter Campus‘ umgesetzt werden. Er wird zurzeit von knapp 5000 Studierenden besucht. Zunächst soll ein Parkhaus mit 430 Stellplätzen mit E-Ladesäulen, Duschen und Sanitärräumen inklusive Solarfassade, Geothermie und Tiny Forest gebaut werden.  Foto: Behnisch Architekten

Es wird konkret: Mit der Erweiterung der Fachhochschule wird Anfang nächsten Jahres begonnen. Vorbereitende Maßnahmen sollen bereits ab Februar getroffen werden. Geplant ist, als erstes ab Juni 2023 ein neues Parkhaus zu errichten. Zwei weitere Labor-, Forschungs- und Lehrgebäude sollen ab Mitte 2024 folgen. Die erste Ausbaustufe soll bis 2026 komplett bezugsfertig sein. Eine seriöse Aussage zu den Kosten gibt es zurzeit noch nicht. Klar ist: Es geht um viele Millionen.

Welche Ziele die Hochschule in Zusammenhang mit diesem Mammutprojekt und ihrem damit verbundenen architektonischen Masterplan verfolgt und was das sowohl für die Region als auch für das unmittelbare Umfeld bedeutet, haben Bauherr und Planer am Donnerstagabend den in der Friedenau betroffenen Anliegern vorgestellt. Die Resonanz auf diese Einladung war groß. Aufmerksam wurden die Erläuterungen verfolgt – und auch schon Wünsche und Bedenken gegen dieses Zukunftsprojekt vorgebracht. Neben dem Anschluss an die sogenannte Westtangente ging es insbesondere darum, nicht nur während der mehr als drei Jahren Bauzeit, sondern auch langfristig die Sicherheit der Kinder auf ihren Wegen in die benachbarten Schulen, Kindergärten und Sportstätten zu gewährleisten.

Sowohl FH-Kanzler Guido Brebaum, als auch Markus Vieth, Technischer Leiter der BLB-Niederlassung Münster, BLB-Mitarbeiter Frank Renner und Connie Wust von den Stuttgarter Behnisch Architekten, die mit ihrem Entwurf das Ausschreibungsverfahren der FH gewonnen hatten, betonten zu Beginn der Veranstaltung wie wichtig es allen ist, die Bürger in diesem Projekt mitzunehmen. Versprochen wurde, keine Alleingänge zu unternehmen, Kreis und Stadt, aber insbesondere auch die Nachbarn rund um den Flögemannsesch und die Stegerwaldstraße ständig auf dem Laufenden zu halten, wie die Planungen fortschreiten. Ausdrücklich riefen Brebaum und Vieth dazu auf, Wünsche, Bedenken und Ideen für Veränderungen in die Beratungsprozesse einzubringen. Es gehe allen Beteiligten um ein einvernehmliches Miteinander und darum, den Lehr- und Forschungsstandort fit für die Zukunft zu machen. Brebaum: „Gehen wir es gemeinsam an.“

Renner und Wust erläuterten dann, wie eine „neue Philosophie vom Lernen und Forschen“ mit neuer städtebaulicher Entwicklung gefördert werden kann. Ein großes Ziel sei es, die Neubauten in die gewachsenen Strukturen einzubinden. Es geht natürlich darum, die Qualität des Angebots zu verbessern aber auch darum, neue Wege, neue Orientierung, mehr Frei- und Gestaltungsräume zu erzielen. Auch eine größere Öffnung zum Wohnumgebung soll geschaffen werden.

Nachhaltigkeit war wiederholt ein großes Thema. Angestrebt wird ein deutlich geringerer Energieverbrauch, weniger CO2-Ausstoß, mehr Mikroklima. Die Fronten werden transparenter, die Dächer grüner werden und neue Konzepte für Mobilität gefördert werden.

Renner erklärte in diesem Zusammenhang, dass man nicht auf den Anschluss an die sogenannte Westtangente warten könne: „Der Masterplan funktioniert auch ohne sie.“ Brebaum machte aber unmissverständlich klar, dass die Kreisstraße von größter Bedeutung für den Standort und die Entwicklung in der Region ist: „Die Westtangente muss kommen. Und ich gehe davon aus, dass sie kommt.“

Weitere Fragen aus der Veranstaltung wurden etwa dazu gestellt, ob die Nachbarschaft von einer neuen, alternativen Energieversorgung profitieren, wie der Verkehr beruhigt und Parkdruck in den Wohngebieten verringert werden kann. Vor allem machten sich die Bewohner Sorgen um die Sicherheit der Kinder. Mit den anrückenden Baumaschinen und Lkw würden die Unfallgefahren wachsen. Insbesondere am Flögemannsesch sei der Gehweg für Fußgänger, Radfahrer und Eltern mit Kinderwagen zu schmal, um sich zu begegnen. Ein offenbar riesiges Problem, wie auch die Planer erkennen mussten. Ein Vorschlag war es, Lotsen einzusetzen.

Vieth sicherte zu, dass sich der BLB kümmern werde. Es soll ein enger Dialog gepflegt werden. Mit BLB-Pressesprecherin Andrea Rehder wurde zugleich eine direkte Ansprechpartnerin für die Anwohner benannt. Außerdem soll eine Internetplattform geschaffen werden, die über alle Neuigkeiten zu dem Bauvorhaben informiert.

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