1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Ascheweg-Anlieger protestieren gegen Container für Flüchtlinge

  8. >

„Bedenken ernst nehmen“

Ascheweg-Anlieger protestieren gegen Container für Flüchtlinge

Burgsteinfurt

Am Ascheweg formiert sich der Protest gegen das Containerdorf für Flüchtlinge. Die Bürger fühlen sich nicht ernst genommen. Aber nicht alle Anwohner denken so.

Anlieger rund um den Ascheweg haben jetzt einen Brief an Politik und Verwaltung geschrieben, in dem sie gegen das geplante Containerdorf für Flüchtlinge protestieren. Foto: Axel Roll

Die Unterschriftenliste gegen das Containerdorf am Ascheweg umfasst 200 Namen. In einem vierseitigen Schreiben an Verwaltung, Politik und Polizei legen die Initiatoren des Anliegerprotestes jetzt noch einmal ihre Argumentation dar, warum der Standort für eine Flüchtlingsunterkunft am Ascheweg ihrer Ansicht nach der falsche ist. Was die Betroffenen aber wenigstens genauso ärgert, bringt Christian Buddemeyer auf den Punkt: „Wir als normale Bürger werden gar nicht ernst genommen.“ Das Schreiben findet in der Nachbarschaft allerdings nicht nur Zuspruch. Die Redaktion erreichte Nachrichten, in der sich Familien zwar gegen die Container aussprechen, den in dem Brief angeschlagenen Ton aber als unsachlich empfinden.

„Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, vermissen die Anwohner rund um den Ascheweg eine Kommunikation auf Augenhöhe mit den Entscheidern der Stadt. Nach den gerade gemachten Erfahrungen schenken sie den Versprechungen der Bürgermeisterin, dass das Containerdorf nach spätestens fünf Jahren wieder abgebaut wird, wenig Glauben. „Die Maßnahmen sind so kostenintensiv, allein durch den Kauf der Container, dass es unverantwortlich wäre, für einen limitierten Zeitraum so große Investitionen zu tätigen“, schreiben die Bürger. Nach ihren Informationen kosten die von Nordwalde gekauften Unterkünfte allein 300.000 Euro. Die notwendige Infrastruktur komme aber noch hinzu. Außerdem sei das Gelände mit Altlasten verseucht.

Anwohner Alfons Kock rechnet vor, dass die Anlage, die maximal Platz für 40 Personen biete, nach vier Wochen voll belegt sei. „Nach den Worten der Bürgermeisterin kommen jede Woche zehn Flüchtlinge nach Steinfurt.“ Das Containerdorf sei nicht erweiterbar. Somit entstehen seiner Ansicht nach unverhältnismäßig hohe Ausgaben für die Unterbringung am Ascheweg.

Das Versprechen, nach Darstellung der Betroffenen im Bebauungsplan fixiert, auf der Wiese entlang der Bahnlinie einen Spielplatz zu bauen, sehen die Anwohner in weite Ferne gerückt. „Dabei ist das hier ein wachsendes Baugebiet mit vielen jungen Familien“, so Christian Buddemeyer.

In dem Schreiben an Politik und Verwaltung heißt es weiterhin, dass die Anwohner Angst haben. Der nahe Bahnhofstunnel werde schon als bedrohlich empfunden. Das Gefühl werde sich durch das Containerdorf noch „drastisch verschärfen“. Die angestrebte Integration der Flüchtlinge wird nach Meinung der Unterzeichner dadurch nahezu unmöglich gemacht, weil in solchen Einrichtungen eine hohe Fluktuation herrsche. Das vom Ersten Beigeordneten Michael Schell abgelehnte Sicherheitskonzept für die Einrichtung halten die Anwohner für notwendig.

Sie fordern weiterhin die Verwaltung auf, „die weiteren Standorte für Containerdörfer in Steinfurt offen zu legen“. Den Nachbarn soll es dann nicht so ergehen wie den Ascheweg-Anliegern: „Es ist zu erwarten, dass die Bürger angehört und deren Bedenken ernst genommen werden, um somit eine Lösung für alle zu finden.“

Startseite