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Brunnenfest bringt die Stadt in beste Feierlaune

Borghorster haben nichts verlernt

Borghorst

Dass die Borghorster noch feiern können, haben sie am Sonntag bei Straßenfest Nummer eins seit Corona-Beginn bewiesen. Das Brunnenfest war ein voller Erfolg. Und Werbegemeinschaft und SMarT denken schon weiter.

Von Axel Roll

Spaß muss sein: Die Foto: Axel Roll

Der Zeigefinger von Marita Schmeddinghoff kam kaum zur Ruhe. Gerade mal Halbzeit im Heimathaus und auf dem manuellen Zählgerät hatte die Kassiererin des Heimatvereins schon 200 mal das kleine Hebelchen gedrückt – so viele Besucher waren bis zum frühen Nachmittag in die Zentrale der Borghorster Brauchtumspflege geströmt, um entweder gemütlich Kaffee zu trinken, sich die Ausstellung anzuschauen oder die bebilderte Zeitreise im Medienraum zu genießen. Zum Glück saß die Vorstandsfrau nicht auf dem Roten Platz – ihr Zähler wäre heißgelaufen. . .

Die Borghorster haben es nämlich nicht verlernt, Stadtfeste zu feiern. Die erste Freiluftparty seit Pandemiebeginn holte am Sonntag auch den letzten Stubenhocker auf die rotgepflasterte Einkaufsmeile. Zur Freude der 35 fliegenden Händler und des örtlichen Einzelhandels. Und so waren auch Siegfried Knüpp als Vorsitzender der Werbegemeinschaft und SMarT-Geschäftsführerin Marion Kessens, die mit ihren Teams das Brunnenfest organisiert hatten, bester Laune. „Alle sind gut zufrieden“, bilanzierte Knüpp nach seinem Rundgang durch die gesteckt volle City. „Endlich hat der Einzelhandel wieder eine Chance, sich einem breiten Publikum zu präsentieren.“

Die gebotene Mischung traf offensichtlich – endlich wieder – den Geschmack der Besucher. Der Rote Platz entpuppte sich als das Zentrum der Genießer. Linke Currywurst mit Pommes, rechts das Spaghettieis, gegenüber das Frischgezapfte, daneben der Aperol Spritz im Strandkorb – und das alles in schönster Biergarten-Atmosphäre unter einem blau-weißen Himmel.

Aber auch für Unterhaltung war gesorgt. Der TV Borghorst zum Beispiel hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. So waren die jungen Show-Tänzerinnen dicht umringt, als sie in einer Michael-Jackson-Hommage den King of Pop wieder lebendig werden ließen. Als routinierte Stimmungskanonen sorgten „De Braandheultjes“ aus der niederländischen Partnerstadt Holten für Aufsehen. Die Kapelle in oranje marschierte die Münsterstraße hoch und runter und blies sich mit ihren munter runtergespielten Gassenhauern den Weg frei. Die Brunnenfest-Besucher machten nicht nur bereitwillig Platz, sie spendeten auch reichlich Beifall.

Wie Musik und Kunst zu einer publikumswirksamen Symbiose werden können, zeigten Erika Leusbrock und Annemarie Deiters in ihrer Galerie auf Zeit an der Münsterstraße. Durch das Geigen-Akkordeon-Duo „Patatras!“ angelockt, steckte so manch ein Borghorster die Nase durch die Tür, der sonst achtlos dran vorbeigelaufen wäre. Ergebnis: Kollektives Staunen über das Können der heimischen Künstler-Szene, die ihre Werke an den Wänden präsentiert.

Siegfried Knüpp denkt der weil schon weiter. Bis zum Schweinemarkt ist es aus Sicht der Werbegemeinschaft nicht mehr weit. „Die Organisation läuft auf Hochtouren“, so der Vorsitzende der Kaufmannschaft. Eine Live-Band für den Hauptabend ist gebucht. Und über die vermeintlich verlernten Feier-Fertigkeiten der Borghorster machen sich Knüpp und seine Mitstreiter seit Sonntag auch keine Gedanken mehr.

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