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Linienverkehr ab 1. Juli

Bürgerbus startet durch

Steinfurt

Ab 1. Juli rollt der Bürgerbus wieder. Darüber sind nicht nur die ehrenamtlichen Fahrer des Vereins froh.

Von Axel Roll

Der Bürgerbus ist zur Zwangspause verpflichtet. Ab 1. Juli rollt er w Foto: Picasa

Der rote Blitz steht geölt in der Garage und wartet nur darauf, dass er losflitzen kann. Ziemlich genau ein halbes Jahr haben alle auf den Neustart des Bürgerbusses gewartet. Am 1. Juli dürfen die ehrenamtlichen Chauffeure wieder Gas geben. „Endlich“, sagt nicht nur Vereinsvorsitzender Ferdi Brust.

In den letzten Wochen und Monaten sind die Vorstandsmitglieder immer wieder gefragt worden: „Wann fahrt Ihr endlich wieder?“ Wegen der unsicheren Corona-Lage konnten sie bislang keinen festen Termin nennen. Inzwischen gibt es aber ein mit dem zuständigen Fachdienst im Rathaus abgestimmtes Hygienekonzept, die Fallzahlen passen, also kann der Mercedes Sprinter ab dem nächsten Monat wieder auf Tour gehen.

„Zum ersten Mal fahren wird dann nach dem neuen Fahrplan“, schmunzelt Vorstandsmitglied Reimar Bage. Vorgestellt wurde der Fahrplan schon im Dezember. Aber dann kam, jeder weiß es, Corona dazwischen. Änderungen gibt es allerdings nur wenige. Die größte ist die zusätzliche Schleife, die der Neunsitzer vor der eigentlichen Tour durch beide Stadtteile fährt. Er startet künftig schon um 8:50 Uhr am Bahnhof Borghorst, um dann über Pennymarkt Oranienring, Auf dem Windhorst, Wehrkamp, Kloster-, Kleist- und Meerstraße zum BWS-Zentrum und von dort wieder zum Bahnhof zu fahren. „Diese Änderung geht auf den Wunsch der Anwohner im Bereich Dumter Straße zurück“, erläutert Ferdi Brust. So können sie ihren Einkauf erledigen und sind danach schneller wieder zu Hause. „Wir werden uns die Fahrgastzahlen mal zwei, drei Jahre anschauen“, ist Brust gespannt, ob das zusätzliche Angebot angenommen wird.

Durch die Pandemiezeiten sind die Bürgerbus-Ehrenamtlichen eigentlich ganz gut durchgekommen. „Das Wichtigste ist für uns, dass unsere Fahrer alle bei der Stange geblieben sind“, freut sich Reimar Bage. Mit den über 40 Chauffeuren lässt sich der „Laden mühelos schmeißen“. Trotzdem ist der Vorstand über jeden Freiwilligen froh, der noch zu der mobilen Truppe stoßen möchte. „Bei uns deutet sich ein Generationswechsel an“, sagt Ferdi Brust. Da sei es wichtig, frühzeitig an den Nachwuchs zu denken.

Für die Fahrer wird es in nächster Zeit noch einmal eine Informationsveranstaltung geben, bei der unter anderem das Wissen um die neuen elektronischen Helferlein aufgefrischt werden soll, das ihnen das Abfahren der Haltestellen erleichtert. Hinzu kommen die Hygienevorschriften: So müssten die Bürgerbus-Lenker eigentlich keine Masken mehr tragen, verfügt der rote Mercedes doch über einen ausreichenden Spuckschutz. „Allerdings müssen die Kollegen ja immer wieder Fahrgästen mit Rollator in den Wagen helfen“, weiß Reimar Bage. Und dafür sei die Maske unumgänglich.

Dass die Bürgerbusler im vergangenen Jahr den Wagen ab August zwangsparken mussten, hat ihnen natürlich in erster Linie wegen der meist älteren Menschen leid getan, die auf den preisgünstigen Fahrdienst angewiesen sind. Aber sie sind durch Corona wahrscheinlich auch um einen neuen Fahrgastrekord gebracht worden. „Den hätten wir unter Garantie aufgestellt“, ist sich Ferdi Brust sicher. Der Trend war nämlich eindeutig: Er ging weiter nach oben.

Der Vorstand, der sich derzeit wöchentlich in kleiner Runde trifft, um das Tagesgeschäft zu erledigen, geht trotz Zwangspause davon aus, dass am Ende des Jahres eine schwarze Null unter der Bilanz 2021 steht. „Wir haben der Stadt bislang wenig Geld gekostet – und das soll auch so bleiben“, betont der Vorsitzende des Bürgerbusvereins.

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