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NRW-Wahl im Kreis Steinfurt

CDU ist die große Gewinnerin

Kreis Steinfurt

Riesenjubel bei den Christdemokraten gestern im Kreishaus. In allen drei Steinfurter Wahlkreisen hat die Union gegenüber den Landtagswahlen vor fünf Jahren kräftig zugelegt. Eine schwere Schlappe haben SPD und Bündnis 90/Die Grünen hinnehmen müssen. Die FDP hat ihr Ziel erreicht, deutliche Stimmenzuwächse einzufahren. Die Piraten sind nahezu zur politischen Bedeutungslosigkeit verdammt worden.

wn

Da gingen die Arme bei den CDU- und FDP-Anhängern im Steinfurter Kreishaus nach oben, als die ersten Prognosen und Hochrechnungen auf den Bildschirmen aufflackerten. Auch die Menschen im Kreis Steinfurt haben sich deutlich für einen Macht- und Politikwechsel in Düsseldorf ausgesprochen. Foto: Drunkenmölle

Während bereits früh am Abend die beiden CDU-Kandidatinnen Christina Schulze Föcking und Andrea Stullich auf den direkten Einzug in den 17. NRW-Landtag anstoßen konnten, entwickelte sich der Ausgang im Wahlkreis 83, Steinfurt III, zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Frank Sundermann (SPD) aus Westerkappeln und CDU-Herausforderer Felix Holling aus Hopsten. In einem Wimpernschlagfinale konnte sich Sundermann am Ende durchsetzen. Erst nach Auszählung des letzten Stimmbezirks stand der Ausgang fest. Ein Prozentpunkt hat die beiden Bewerber voneinander getrennt. Holling wertete das Ergebnis, auf Anhieb so viele Stimmen in der einstigen SPD-Hochburg erzielt zu haben, dennoch als positiv.

Um seinen Wiedereinzug in den Landtag muss Norwich Rüße (Grüne) bangen. Er war von seiner Partei auf der Landesliste zwar auf Platz 12 gesetzt. Ob es für den Steinfurter am Ende aber reichen würde, hing bis zum Schluss davon ab, ob die Linken die Fünf-Prozent-Hürde schaffen oder ob Rüße vielleicht über ein sogenanntes Überhangmandat noch einen Platz in der Grünen-Fraktion bekommt.

Die Spannung war groß, als zunächst, kurz nachdem die Wahllokale geschlossen waren, die ersten Prognosen und wenige Minuten später die erste Hochrechnung über die TV-Bildschirme flatterten. Strahlende Gesichter im Lager der Union, Fassungslosigkeit bei der SPD, deren Vertreter mit Blick auf die einlaufenden Zahlen zunächst sprachlos waren. „Ich bin traurig“, erklärte ein sichtlich enttäuschter SPD-Kreisvorsitzender Jürgen Coße. Gründe der Niederlage sollten schonungslos aufgearbeitet werden, erklärte er in einer ersten Reaktion. Insbesondere bei den Themen Innere Sicherheit, Inklusion und G8 oder G9 sei es der SPD nicht gelungen, die Wähler zu überzeugen.

Norwich Rüße war zu seinen Fraktionskollegen nach Düsseldorf gefahren. Er klang trotz der Niederlage sehr gefasst und kritisierte CDU und FDP dafür, dass sie im Wahlkampf weniger auf Inhalte und mehr auf Gefühle abgezielt hätten. „Wir müssen neu durchstarten“, richtete Rüße seinen Blick nach vorne.

Ganz anders Hans-Jürgen Streich, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Steinfurter Kreistag. „Ein toller Abend für meine Partei. Alle Kandidaten im Kreis Steinfurt haben bis zum Limit gekämpft“, erklärte Streich. Wichtig sei gewesen, den Politikwechsel in NRW zu erreichen.

„Ich freue mich wahnsinnig über das große Vertrauen, das mir die Menschen entgegengebracht haben. Wir sind uns treu geblieben. Es war überall auf den Straßen spürbar, dass die Menschen etwas anderes wollten. Ich habe so viel Zuspruch erfahren“, fasste Christina Schulze Föcking ihre Gefühlslage zusammen. „Wir haben klare Botschaften und die richtigen Themen vertreten“, pflichtete ihr Parteikollegin Andrea Stullich bei, die als Seiteneinsteigerin von ihren Mitstreitern große Unterstützung erfahren habe.

CDU-Mitglied Dr. Klaus Effing bescheinigte den Kandidaten seiner Partei, einen super Wahlkampf abgeliefert zu haben. Damit, dass sich die Union so deutlich von der SPD abgesetzt habe, hätte er nicht gerechnet. Der Landrat war überzeugt, dass sich der Regierungswechsel in Düsseldorf unter Führung des neuen Ministerpräsidenten Armin Laschet positiv auf den Kreis Steinfurt auswirken werde. Zum Einzug der AfD in den Landtag erklärte Effing nur so viel: „Die Arbeit der AfD wird dort bestimmt entzaubert.“

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