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Dr. Paul Masolo in Steinfurt

Christliche Mission und Berufung

Steinfurt

Er hätte sich einen längeren Aufenthalt in Steinfurt gewünscht. Aber seine Mission lässt ihn kaum ruhen. Bereits am Freitag reist Dr. Paul Masolo von Steinfurt nach Bochum und Würzburg weiter, um den Menschen in seiner ostafrikanischen Heimat mit deutscher Unterstützung zu helfen.

Von Dirk Drunkenmölle

Bis Freitag ist Dr. Paul Masolo noch in St. Nikomedes im kirchlichen Einsatz. Er hält Gottesdienste, schließt Ehen und begleitet Beerdigungen. Tilla Krey und Jutta Sladek haben ihm für seine Hilfsprojekte zuletzt 300 Euro aus einer Spendensammlung der Kolpingsfamilie übergeben. Foto: dru/Kolping

Er hätte sich einen längeren Aufenthalt in Steinfurt gewünscht. Aber seine Mission lässt ihn kaum ruhen. Bereits am Freitag reist Dr. Paul Masolo von Steinfurt nach Bochum und Würzburg weiter, um den Menschen in seiner ostafrikanischen Heimat mit deutscher Unterstützung zu helfen.

Für knapp zwei Wochen ist der Priester in die St.-Nikomedes-Gemeinde zurückgekehrt. Dort übernimmt der promovierte Kirchenrechtler und Seelsorger seit 1994 regelmäßig Urlaubsvertretungen und hat sich seither nicht als nur christlicher Botschafter seines Landes, sondern auch als enger Freund vieler Menschen eine vertrauensvolle und zugleich herzliche Beziehung aufgebaut. Überall wo Paul, wie er freundschaftlich begrüßt wird, auftritt, wird er mit offenen Armen empfangen. „Dafür bin ich den Menschen hier so dankbar und verbunden“, sagt Masolo.

Viele Jahre war der heute 63-Jährige als Regens des National Seminary Ggaba in Kampala eingesetzt. Vor zwei Jahren ist er als Richter in Kirchenrechtsfragen für fünf Bistümer in Uganda berufen worden und muss Entscheidungen in Verwaltungssachen oder auch dann treffen, wenn beispielsweise kirchliche Ehen annulliert werden sollen. Darüber hinaus ist Masolo im Bistum Tororo im St. Pius X-Priesterseminar in Nagongera in einem Dorf an der kenianischen Grenze engagiert, Jugendliche im Alter zwischen 13 und 19 Jahren, die Priester werden wollen, auf ihren Dienst vorzubereiten. In dem Gymnasium gibt sechs Klassen, in denen 380 Schüler in allen Fächern unterrichtet werden. Lebensbedingungen und die Unterbringung sind allerdings so schlecht, dass der Schulbetrieb kaum aufrechterhalten werden kann. Zwei Jahre habe Corona das Leben dort zum totalen Stillstand gebracht, schildert Masolo die traurige Situation. Die über Monate anhaltende Dürre habe darüber hinaus dafür gesorgt, dass die Menschen an Hunger und Wassermangel leiden.

Aufgrund seiner guten Kontakte habe ihn sein Bischof daraufhin gebeten, in Deutschland um Unterstützung zu bitten. Masolo will nicht Geld nur für die Sanierung der maroden Unterrichtsgebäude und Unterkünfte, sondern auch dafür sammeln, dass Brunnen gebohrt und Wasserspeicher angelegt werden können. „Essen ist noch wichtiger als das Dach über den Kopf“, beschreibt Masolo die Not, die in seiner Heimat herrscht.

Deshalb ist Masolo für jeden Euro dankbar, der ihm und seinen Mitstreitern für die Hilfsprojekte in Uganda gegeben werden. Dazu hätten auch die Menschen in Steinfurt beigetragen – wie Pastoralreferentin Andrea Wesselmann. Sie hat mit vielen Frauen Taschen genäht und diese für Masolos Hilfsprojekte verkauft.

Paul Masolo wird nicht müde, den Menschen auch in Steinfurt davon in Gottesdiensten und den vielen Begegnung zu erzählen. Die Schicksale der Menschen, von denen er berichtet, gehen unter die Haut.

Die sehr junge, lebendige und vor allem von vielen Laien getragene Kirche in der mittlerweile befriedeten demokratischen Republik sei dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dafür macht er sich Masolo stark, darin sieht er seinen Auftrag und seine Berufung.

Am Freitag (17. Juni) setzt der Geistliche seinen Deutschland-Einsatz im Ruhrgebiet und Bayern fort. Die Burgsteinfurter Kolpingsfamilie hat ihm noch schnell 300 Euro, die während ihrer Mitgliederversammlung im Klingelbeutel gelandet sind, mit auf den Weg gegeben. Wer sich noch persönlich von dem Seelsorger verabschieden möchte, hat dazu am Wochenende in den Gottesdiensten in Borghorst Gelegenheit.

Vielleicht kann Paul Masolo bereits im kommenden Jahr seine Spendenmission in Deutschland fortsetzen. „Ich hoffe das. Und ich komme sehr gerne nach Steinfurt und zu meinen Freunden zurück“, sagt er. Dann würde er sich auch freuen, wieder eine Partie Tennis in Steinfurt austragen zu können. „Ich kann schon den einen oder anderen Herausforderer schlagen“, lacht Masolo. Da sollte sich doch ein Gegner finden, oder?

Spendenkonto Zentralrendantur, Darlehenskasse Münster, IBAN DE 22 4006 0265 0003 8990 01, Stichwort: Uganda.

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