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Situation an den weiterführenden Schulen

Corona-Lage entspannt sich

Steinfurt

Langsam, aber sicher scheint sich die Corona-Lage an den weiterführenden Schulen zu entspannen. Die Schulleitungen zollen ihren Schützlingen dabei ganz viel Respekt. Ohne das disziplinierte Verhalten der Schülerinnen und Schüler sähen die Infektionszahlen wohl anders aus.

Von Axel Roll

Ob Gymnasium Borghorst, Arnoldinum, Realschule am Buchenberg oder Realschule Burgsteinfurt (im Uhrzeigersinn): Zu einem Hotspot hat sich keine der weiterführenden Schulen entwickelt.

Michael Groll kann als Leiter der Borghorster Realschule am Buchenberg Ähnliches berichten wie seine Kollegen von den anderen weiterführenden Schulen der Stadt. „Corona hat im neuen Schuljahr den Betrieb nicht wesentlich gestört.“ Im Augenblick habe er den Eindruck, dass die Infektionswelle an der Schule weiter abflache. „Der Großteil der Schulgemeinschaft ist inzwischen auch durchgeimpft oder sogar geboostert.“ Bei 600 Testungen seien mittlerweile nicht einmal eine Handvoll positiv. Das war nicht immer so. Nach einer Abschlussfahrt habe eine Klasse komplett zu Hause bleiben müssen. Und nachdem sich Corona erst überhaupt nicht bemerkbar gemacht habe, stellte sich die Situation im Dezember zunehmend als durchwachsen dar. Bei den Lehrern seien im Schnitt zwei oder drei in Quarantäne gewesen.

Dr. André Wenning, Leiter des Borghorster Gymnasiums, freut sich über einen „sehr verantwortungsvollen Umgang von Schülern und Lehrern miteinander“. Folge: Die Auswirkungen der Pandemie sind nur sehr abgefedert spürbar. „Alle spielen hier sehr gut mit“, so der Rektor. Nach seinem Eindruck hat die Schule den Infektionshöhepunkt hinter sich gelassen. Den habe das Gymnasium Ende Dezember/Anfang Januar erlebt. Im Augenblick seien acht bis zwölf Kinder pro Woche in Quarantäne oder Isolation. Bei seinen Kollegen sei es im Schnitt eine Person, die coronabedingt fehle. Wenning kann sich gut vorstellen, dass in der kommenden Woche, wenn die generelle Testpflicht entfällt, trotzdem noch viele Schüler freiwillig daran teilnehmen. Für den Schulleiter ein angenehmer Nebeneffekt des Masketragens: „Die sonst üblichen Krankheitswellen wie Magen-Darm oder Erkältung sind weitgehend ausgeblieben.“

Bettina Weiss leitet die Städtische Realschule in Burgsteinfurt. Und sie spricht Eltern wie Schülern ein dickes Kompliment aus: „Die mussten durch coronabedingten Unterrichtsausfall oder Vertretungen schon eine Menge aushalten.“ Darum geht des der Rektorin wie den meisten Menschen derzeit: „Ich will, dass es jetzt einfach nur vorbei ist.“ Eine großartige Entspannung an der Pandemie-Front ist für sie derzeit noch nicht erkennbar: „Wir haben eine lange Liste Infizierter.“ Lang, das bedeutet so 15 bis 20 Schülerinnen und Schüler. Kollegen sind gerade drei in Quarantäne oder Isolation. Was Bettina Weiss einigermaßen beruhigt: „Nach meinen Beobachtungen haben sich die Schulen selbst nicht zu Hotspots entwickelt.“ Die meisten Schüler oder Lehrer hätten sich in ihrem privaten Umfeld angesteckt. Für die Schüler sei zum Beispiel Halloween Ende November so ein coronabehaftetes Ereignis gewesen. Bei den Lehrerinnen und Lehrern sind besonders die Kollegen betroffen, die selbst kleine Kinder haben. „Die stecken sich in der Regel über die Kindertagesstätten an und fehlen dann.“

Heinz Stienhenser zählt am Arnoldinum derzeit sieben Schüler und vier Lehrkräfte, die wegen Corona, sei es als direkt Infizierte oder als Kontaktperson, den Schuldienst temporär quittieren müssen. Der stellvertretende Schulleiter sieht ebenfalls eine leicht sinkende Tendenz bei den Infektionen. „Ende Januar hatten wir noch leicht erhöhte Zahlen.“ Dann habe die Lage stagniert.

Vor den Schülerinnen und Schülern am Arnoldinum zieht Stienhenser mittlerweile seinen Hut: „Was die alles über sich ergehen lassen müssen.“ Maske, Lüften bei Eiseskälte, Abstand halten und sich dann regelmäßig mit dem Wattestäbchen in der Nase bohren - „das ist alles nicht selbstverständlich“. Und nur weil die Schulgemeinschaft so diszipliniert sei, habe das Corona-Geschehen weitgehend in Schach gehalten werden können, ist der stellvertretende Schulleiter überzeugt. Darum hofft er darauf, dass in der kommenden Woche, wenn das Testen für weite Teile der Schülerschaft freiwillig ist, „alle fleißig weitertesten“.

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