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Abschied aus 2022 mit dem Posaunenchor

Das Jahr musikalisch würdigen

Burgsteinfurt

Es hat einen festen Platz im Kalender: An Silvester hat der CVJM-Posaunenchor Burgsteinfurt das alte Jahr mit einem Konzert vor der Stadtbücherei verabschiedet. Das „Silvesterblasen“ ist eine schöne alte Tradition, die der Posaunenchor gerne aufrecht erhält.

Von Rainer Nixund

Mit Motetten und Chorälen verabschiedete der CVJM-Posaunenchor das alte Jahr auf dem historischen Marktplatz. Das Publikum spendete reichlich Applaus. Foto: Rainer Nix

Das „Silvesterblasen“ des CVJM-Posaunenchores Burgsteinfurt hat eine weit mehr als 100-jährige Geschichte. Selbst in Kriegszeiten wurde der Brauch weitergeführt, um dem Publikum Hoffnung und Zuversicht zu schenken. Selbst, wenn es da manchmal nur fünf Chormitglieder waren, die sich zum Termin einfanden. Lediglich im ersten Coronajahr 2020 ließ sich eine Unterbrechung der Tradition nicht vermeiden.

Am Silvestertag in 2021 waren die Musikerinnen und Musiker schon wieder auf dem historischen Marktplatz vertreten, um mit Motetten und Chorälen das alte Jahr zu verabschieden und den Zuhörern Mut zu machen. Die Pandemie war schließlich noch nicht vorüber.

Am letzten Tag von 2022 fand sich der Posaunenchor wieder vor der Stadtbücherei ein, um das Jahr noch einmal musikalisch zu würdigen. „Es ist eine schöne alte Tradition, die wir gern aufrecht erhalten“, sagte Ulrike Werdeling, die an diesem Spätnachmittag dirigierte. „Uns gibt der letzte Auftritt im Jahr auch ein Stück weit Identität“, so Werdeling. Ursprünglich, sagt sie, sei auch schon um Mitternacht gespielt worden, doch das hat sie selbst nicht miterlebt. Den Nachmittagstermin gebe es schon recht lange. Es sind immer relativ viele Musiker mit dabei, auch Publikum ist gut vertreten, weil es für viele ein fester Termin im Ablauf des Silvestertages geworden ist.

Ein Blick zurück auf die Geschichte verrät, dass bereits vor dem zweiten Weltkrieg, als noch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal hier stand, zum Jahreswechsel auf dem Marktplatz die Posaunen ertönten. Von schlechtem Wetter ließ sich niemand abschrecken, stets waren die Musiker zur Stelle, wenn die letzten Stunden eines Jahres anbrachen. Selbst bei Frost blieben die Instrumente nicht stumm, und wenn ein Gasofen oder eine Feuerstelle für Wärme sorgen musste.

Anfang des 20. Jahrhunderts erklang der Silvesterabschied vom Turm der „Alten Zentrale“, dem ehemaligen Elektrizitätswerk, und Ende der 20er Jahre vor dem einstigen Landratsamt. 1911 ging es für einige Jahre sogar hinauf in den Schlossturm, von wo aus die Blasinstrumente weithin zu hören waren. Doch der Standort in Burgsteinfurts „Guter Stube“, dem historischen Markt, hat sich letztlich bewährt. Auch am Samstag fand der musikalische Abschied vom alten Jahr wieder sein Publikum, das den Auftritt des Posaunenchores mit reichlich Applaus belohnte.

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