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Adressen für Neubauten werden vom Fachdienst Stadtplanung vergeben

Das männliche Nummerngirl vom Amt

STeinfurt

Pottkamp 6, Pottkamp 6a, 6b, 6c, Am Bahnhof 13, 15, 17 – für ein Haus sind das eine Menge unterschiedlicher Adressen. Auch wenn es sich um eine 18-Parteien-Wohnanlage handelt. Da musste Wilfried Werning schon ein bisschen länger knobeln.

Axel Roll

Ein Wohnblock und eine Menge unterschiedlicher Adressen: Das Prinzip der Stadt lautet, dass jede Erdgeschosswohnung ihre eigene Adresse haben muss. Foto: Axel Roll

Der Fachmann im Fachdienst Stadtplanung und Bauordnung ist das männliche Nummerngirl im Rathaus, vergibt er doch den Neubauten im Stadtgebiet ihre Hausnummern samt Adresse. Bei einer klassischen Einfamilienhaus-Siedlung ist das einfach. Jedem Haus seine eigene Zahl. Aber bei so einem besonderen Fall wie oben geschildert. . .

Man mag es kaum glauben. Aber in Deutschland gibt es keine Gesetze, Verordnungen oder Vorschriften, in denen die Hausnummernvergabe geregelt ist. „Wir verlassen uns ausschließlich auf unseren gesunden Menschenverstand“, sagt Fachdienstleiter Stefan Albers. Und Kollege Wilfried Werning ist dabei eines wichtig: „Jeder Eingang im Erdgeschoss benötigt seine eigene Adresse.“ Sonst gebe es nicht nur bei der Verteilung der Post Kuddelmuddel.

So erklärt sich auch die Adressenvielfalt am Pottkamp. Im Erdgeschoss gibt es halt eine Menge Wohnungen. Und die Tatsache, dass der Klotz genau zwischen Pottkamp und Am Bahnhof steht, erklärt den Umstand, dass er sich sogar mit zwei Straßennamen schmücken darf. Ausschlaggebend ist, wer näher am Bahnhof und wer näher am Pottkamp wohnt, logisch.

Dieses Prinzip gilt übrigens nur für das Erdgeschoss. Die Wohnungen in den Etagen eins und zwei sind alle einer Adresse zugeordnet, in diesem Fall dem Pottkamp 6. Wilfried Werning: „Sonst würde es ja ausufern.“

Die Stadtverwaltung, genauer gesagt der Fachdienst von Stefan Albers, vergibt die Adresse für einen Neubau mit der Baugenehmigung – nachdem sich Wilfried Werning die Pläne genau angesehen hat. „Beschwerden hat es noch nie gegeben“, sagt Fachdienstleiter Albers. Selbst die angebliche Unglückszahl 13 als Hausnummer sei durchgehend akzeptiert im Stadtgebiet. In einem gewissen Umfang lasse die Verwaltung auch mit sich reden. Wilfried Werning fällt da spontan ein Beispiel ein: „Die Seniorenwohnungen auf dem ehemaligen Websaal-III-Gelände haben auf Wunsch des Caritasverbandes alle eine eigene Hausnummer bekommen.“ Vorgesetzter Stefan Albers ergänzt: „Wir haben noch immer eine Lösung gefunden.“ Auch wenn es für die Hausnummernvergabe keine Vorschriften gibt, eine Richtlinie hat sich fast überall eingebürgert: Welche Straßenseite die ungeraden und welche die geraden Nummern bekommt. Stefan Albers: „Wenn ich auf der Straße stadtauswärts schaue liegen links die ungeraden, rechts die geraden.“

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