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Integrationskonzept der Stadt Steinfurt soll für drei weitere Jahre fortgeschrieben werden

Das Miteinander leben und fördern

Steinfurt

Das Integrationskonzept der Stadt Steinfurt soll für weitere drei Jahre fortgeschrieben werden. Dafür hat eine Untersuchung und Bewertung der vorausgegangenen Arbeit stattgefunden. Anschließend ist ein Paket mit rund 60 praxisbezogenen Maßnahmen geschnürt worden.

Von Dirk Drunkenmölleund

Von 2018 bis 2021 hat es als wegweisender Leitfaden wertvolle Orientierung gegeben. Jetzt soll das Integrationskonzept der Stadt Steinfurt für weitere drei Jahre fortgeschrieben werden. Grundlage ist eine sach- und fachgerechte Untersuchung und Bewertung der vorausgegangenen Arbeit. Federführend bei der Ausarbeitung waren die Lenkungsgruppe und die Koordinierungsstelle Integration. Unterstützung leistete das Dortmunder Büro Stadtraumkonzept. Sechs Handlungsfelder wurden gebildet und ein rund 60 praxisbezogene Maßnahmen umfassendes Paket geschnürt. Es soll dazu beitragen, ein friedliches und von gegenseitigem Respekt geprägtes Miteinander verschiedener Kulturen in der Kreisstadt zu schaffen.

„Integration läuft nicht immer erfolgreich. Sie geschieht nicht von alleine. Integration ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, appelliert Claudia Bögel-Hoyer daran, Integration zu fördern und zu leben. Die Bürgermeisterin ist überzeugt, dass Teilhabe überall dort klappt, wo Menschen stehen und mitgenommen werden. Sie beschreibt das vorliegende Konzept als ein „lebendes Gebilde“. Es müsse immer wieder an neue Situationen und politische Lagen angepasst werden.

Integration betrifft alle

Darauf geht auch die städtische Integrationsbeauftragte Christiane Ewering in ihrem Vorwort ein: „Zuerst stand die Willkommenskultur für die vielen neu Zugewanderten 2015 bis 2018 im Fokus. Inzwischen hat sich unser Blick gewandelt.“ Integration betreffe heute alle – Alteingesessene ebenso wie Zugewanderte, Menschen mit und auch ohne Migrationsgeschichte oder Fluchterfahrung, Frauen, Männer, Kinder, Jugendliche, Senioren, Menschen mit und ohne Handicap. Ewering: „Ohne Öffnung der Gesellschaft ist keine Integration möglich.“

Günther Gromotka, ehrenamtlicher Integrationsbeauftragter der Stadt Steinfurt, fügt dazu an, dass das Klima der „Willkommenskultur“ in der Vergangenheit geholfen habe, die neuen Einwohner zu Bürgern der Stadt zu machen. Viele Menschen, Einrichtungen, Institutionen, Politik, Verwaltung, Kirchen, Vereine und Organisationen hätten dazu beigetragen. „Nun ist es an der Zeit, Gelungenes und weniger Gelungenes in der Umsetzung zu beschreiben und es an die veränderte Zeit anzupassen.“

Christiane Ewering

Was das bedeutet, macht ein Blick in das mit 140 Seiten umfangreiche Konzept für 2022 bis 2025 deutlich. Aus der Rückschau hat die Lenkungsgruppe die Ziele und Maßnahmen weiterentwickelt und beschrieben. Verantwortlichkeiten sind abgestimmt worden. Aus ehemals drei sind nunmehr sechs Handlungsfelder geworden. Sie bilden die Basis der weiteren Arbeit. Dabei geht es um die Bereiche Arbeit und Beschäftigung, Sprache und Bildung, Infrastruktur, Sport und Kultur, Selbstorganisation, Netzwerke und Kommunikation. Das Besondere dabei ist: Weiterhin sind nur Projekte und Angebote in das Programm aufgenommen worden, für deren Umsetzung sich Verantwortliche aus der Stadtverwaltung, aus Institutionen, Vereinen und der Gesellschaft sowie dem kreisweiten Kommunalen Integrationszentrum gefunden haben. Sie werden in Steckbriefen dargestellt.

Die Liste konkreter Vorschläge und Arbeitsaufträge ist lang. Sie umfasst fast 60 Punkte. Dazu zählen unter anderem Sprachkurse, Lernförderung, Unterstützung bei Job-, Ausbildungsplatz- oder Wohnungssuche. Weiter geht es darum, Integration durch Sport zu fördern, die ehrenamtliche Arbeit der Helfer zu unterstützen, offene Angebote im kulturellen und musischen Bereich oder in der Kinder- und Jugendarbeit zu schaffen, Frauen stärker in das Vereinsleben einzubinden, oder auch darum, gemeinsame Aktivitäten etwa in Nachbarschaften anzuregen oder Beteiligungsmöglichkeiten an Verfahren zu schaffen, die die Stadtentwicklung betreffen.

Maßnahmenspektrum kann ergänzt werden

Die Lenkungsgruppe betont in diesem Zusammenhang, dass immer möglich ist, das Maßnahmenspektrum zu ergänzen. Die Umsetzung fuße auf einer Selbstbindung aller Beteiligten: „Diese Akteure zeigen damit, dass Integration in Steinfurt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen wird und alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Zuständigkeiten und Interessen Verantwortung übernehmen.“

Das Integrationskonzept soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend, Familie, Integration und Gesundheit erörtert und anschließend im Steinfurter Stadtrat verabschiedet werden.

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