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Johann Gerdener betrachtet die Veränderungen seit sechs Jahrzehnten

„Das Venn ist so gut wie tot“

Steinfurt

Die beiden Schilder nebeneinander, mitten im Emsdettener Venn, sind für Johann Gerdener ein Widerspruch in Blau und Grün. Das auf den Kopf gestellte blecherne Dreieck weist das Areal als Naturschutzgebiet aus, das kleinere Rechteck ist das Zeichen für den Wasserschutz, liegen hier doch weit verstreut die vier Brunnen, die die Steinfurter äußerst zuverlässig mit Trinkwasser versorgen. „Die Wasserentnahme ist allerdings ein bedeutender Einschnitt in die Natur“, warnt Gerdener und erklärt damit, warum Wasser- und Naturschutz seiner Ansicht nach in diesem Fall ein unvereinbarer Gegensatz sind. Die Überlegungen der Stadtwerke, mittelfristig noch einen fünften Brunnen zu bohren, machen die Bedenken von Johann Gerdener nicht gerade kleiner.

Axel Roll

Kann ein Wasserschutzgebiet auch Naturschutzgebiet sein? Für Johann Gerdener ist das ein Widerspruch. Im Emsdettener Venn sind immer mehr Gräben (kl Bild) auch im Winter trocken. Foto: Axel Roll

Der 84-jährige Landwirt aus Hollich betrachtet seit Jahrzehnten den Wasserkreislauf im Emsdettener Venn – und das mit zunehmender Sorge. Gerdeners Hof liegt nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet, als Zweiter Vorsitzender des Unterhaltungsverbandes Emsdettener Mühlenbach und Nordwalder Aa gehört der Gewässerschutz seit über 60 Jahren zu seinen ehrenamtlichen Aufgaben. „Im Januar ist aber Schluss. Ich bin seit meinem 23. Lebensjahr dabei“, sagt der Hollicher. Die Mitglieder betreuen rund 300 Kilometer Wasserläufe in einem Gebiet, das über 10 000 Hektar umfasst. Neben der Wasserknappheit hat der Verband immer häufiger mit der Überschwemmungsproblematik zu kämpfen. Stichwort versiegelte Flächen.

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