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Auftaktveranstaltung des „Steamwork“-Netzwerks zum Thema „Arbeitgeberattraktivität“

„Der Fisch stinkt vom Kopf“

Steinfurt

Das Thema Fachkräftemangel ist in vielen Firmen derzeit ein wichtiges Thema. Oft scheitert es auch an der Attraktivität des Arbeitgebers. Dies war Thema der Veranstaltungsreihe „Steamwork“-Netzwerk.

Rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer nahmen an der Auftaktveranstaltung des neuen „Steamwork“-Netzwerks mit Paula Blumenroth und Gunter Nittel teil. Foto: Matthias Lehmkuhl

Der Fachkräftemangel ist seit der Pandemie noch dramatischer geworden. Viele Unternehmen und Handwerksbetriebe suchen händeringend gut ausgebildete Mitarbeitende.

Doch oft scheitert die Suche bereits an der Attraktivität des Arbeitgebers. Auf was die Betriebe bei der Suche unbedingt beachten sollen, zeigten der Wirtschaftspsychologe Gunter Nittel und die Masterstudentin an der Uni Münster, Paula Blumenroth, während der Auftaktveranstaltung des neuen „Steamwork“-Netzwerks im Café Mauritius auf.

Die rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer, die an diesem Mittwochabend teilnahmen, sollten zu Beginn auf Karten schreiben, was nach ihrer Überzeugung wichtig ist, Mitarbeitende zu binden und zu finden.

„Es ist ganz oft so, dass Mitarbeiter wegen der Führungskräfte das Unternehmen verlassen“, betonte Gunter Nittel. „Wie Sie vielleicht wissen, müssen Sie nicht nur seit fünf Jahren einen Betriebsarzt haben, sondern auch eine Untersuchung zur Gefährdungsbegutachtung von psychischen Belastungen durchführen“, erklärte Nittel, wie wichtig für künftige Arbeitnehmer das Gesundheitsangebot sei.

Weiterbildung

Die Betriebe sollten nach außen deutlich machen, welchen Sinn die Tätigkeit ihrer Mitarbeitenden habe. Möglichkeiten der Weiterbildung stünden ganz oben auf der Attraktivitätsskala. „Die Bezahlung ist zwar wichtig, steht aber nicht an erster Stelle für die Attraktivität“, schilderte Paula Blumenroth und ergänzte, dass der erste Eindruck sehr wichtig sei.

Vor allem dann, wenn der Arbeitgeber beispielsweise bei der Rückmeldung einer Bewerbung sehr viel Zeit verstreichen lasse. Nittel habe kürzlich einen Arbeitnehmer getroffen, der bereits nach kurzer Zeit gekündigt habe, weil sich sein Arbeitgeber nicht um ihn kümmerte.

Homeoffice

Auch sei der respektvolle Umgang von Führungskräften untereinander sehr wichtig. „Der Fisch stinkt vom Kopf“, zitierte Nittel als gebürtiger Bremer aus einem bekannten Sprichwort. „Wenn man Vertrauen suggeriert, dann zeigt man der Person, welch hohen Stellenwert sie im Unternehmen hat“, unterstrich Paula Blumenroth.

Gunter Nittel ging noch einen Schritt weiter und regte ein Coaching sogar auch am Wochenende an, wenn Mitarbeitende Probleme haben. „Mir ist bewusst, dass es so etwas nicht zum Nulltarif gibt. Aber was nichts kostet, ist auch nichts wert.“

Führungskräfte

Sehr wichtig für Arbeitsuchende sei, inwieweit der Arbeitgeber ihre Werte vertrete. Die besten Werbeträger seien die älteren oder ehemaligen Arbeitnehmer, die nur Gutes von ihrem Betrieb erzählen. „Ich weiß aus meinem Kommilitonen-Umfeld, dass keiner zu einem Unternehmen gehen würde, das kein Homeoffice anbietet“, sagt Paula Blumenroth.

Sarah Schönfelder von der FH Münster/Steinfurt stellte zudem das Programm „Richtungswechsel“ vor, das es Studienabbrechern ermöglichen soll, leichter in den Arbeits- oder Ausbildungsmarkt zurückzufinden. „Das wird angesichts des Wettbewerbs der Hochschulen sehr kritisch gesehen“, gab Schönfelder, die bei der Fachhochschule für Arbeitgeberkontakte die Talentförderung und Stiftungsbetreuung zuständig ist, zu bedenken.

Die nächste „Steamwork“-Veranstaltung findet am 21. September (Mittwoch) mit Dr. Manuel Rupprecht, Wirtschafts-Professor der FH Münster/Steinfurt, statt.

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