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Passend zum Jubiläum: Ambitioniertes Filmprojekt zur Geschichte des Emmausgangs

Detailtreue ist Trumpf

Borghorst

Die Vorbereitungen sind angelaufen, Ende Januar ist Drehstart, Anfang April soll alles fertig sein: Ein halbstündiger Spielfilm möchte die Geschichte des Emmausgangs nachzeichnen. Mit dem Projekt soll die 200 Jahre alte Tradition einem breiten Publikum nahegebracht werden.

Von Axel Rollund

Der Emmausgang und seine Geschichte liefern den Stoff für einen 30-minütigen Spielfilm, der zum Jubiläumstag am 9. April fertiggestellt sein soll. Foto: behü

Ob die Emmauslaterne tatsächlich per reitendem Boten vom Burgsteinfurter Schloss nach Borghorst gekommen ist? Niemand weiß es. Da hilft beim Film nur die Phantasie weiter. Und auch die entscheidende Frage, warum Fürst Alexius den Borghorster Prinzen-Schützen den kunstvoll gefertigten Lüster schenkte, lässt sich 200 Jahre später nicht mehr rekonstruieren. Aber die vielen belegten Fakten rund um die Laterne mit den drei Kerzen, die werden in dem halbstündigen Spielfilm, der am 9. April Premiere feiern wird, detailgetreu wiedergegeben. Am 21. Januar ist Drehstart für „200 Jahre Emmauslaterne – der Film.“

Eine Tradition auf moderne Weise vermitteln

Der Borghorster Autor Klaus Uhlenbrock und der Filmemacher Roland Busch haben sich des spannenden Stoffs zum Jubiläum der einmaligen Tradition angenommen. „Das Drehbuch ist fertig und echt der Hammer“, freut sich Kai Laukemper, Vorsitzender der Borghorster Prinzen-Schützen.

Ein Film zum runden Geburtstag – die Idee hat folgenden Ursprung: „Der Emmausgang hat bei den jungen Mitgliedern nicht mehr den Stellenwert, den er haben sollte. Darum haben wir überlegt, wie wir ihn auf moderne Art und Weise einem breiten Publikum nahebringen können“, erläutert Kai Laukemper. Ursprünglich sollte es ein richtiger Kinofilm mit allem Drum und Dran werden. Die Prinzen mussten aber bald erkennen, dass sich so ein Vorhaben nicht umsetzen lässt. So wird es jetzt ein 30-Minuten-Streifen, der die Geschichte des Emmausgangs von 1823 bis heute erzählt.

„Groß trödeln dürfen wir nicht“

30 Schauspieler aus den eigenen Reihen hat der Vorstand des Schützenvereins mobilisiert. „Die sind jetzt schon kräftig dabei, Text zu lernen“, schmunzelt Laukemper. Und nicht nur das. Auch die Kostüme müssen zusammengestellt, Requisiten gesammelt werden. Wie gesagt, am 9. April, dem Tag des Jubiläums-Emmausgangs, muss das Werk vollendet sein. „Groß trödeln dürfen wir da nicht“, weiß der Vorsitzende.

Laut Drehplan sind sechs Kameratage vorgesehen. Zum Teil an den historisch verbriefen Orten, wie zum Beispiel dem Schloss in Burgsteinfurt, aber auch dem Kirchplatz in Borghorst, wo ein französischer Offizier zusammen mit der Äbtissin den Schlüssel des Stiftes zum letzten Mal herumdreht. Motto: So authentisch wie möglich soll die wechselvolle Laternen-Historie nachgezeichnet werden. Dabei spielt die Übergabe durch den damaligen Fürsten genauso eine große Rolle wie die Abspaltung der Patrioten-Schützen einige Jahre später, die Weltkriege und die Coronazeit.

Requisiten und historische Kostüme sind gefragt

Als Sprecher haben die Prinzen den münsterischen Schauspieler Hannes Demming verpflichtet. Der ist mit der Materie bestens vertraut. Denn zum 150-Jährigen hat es schon einmal einen Film über den Emmausgang gegeben. Allerdings weiß niemand, wo die laufenden Bilder von damals geblieben sind.

Auch wenn die Vorbereitungen für den Dreh weit gediehen sind – Requisiten und auch historische Kostüme können die Prinzen immer noch gut gebrauchen. Wer aushelfen kann, sollte sich mit dem Prinzen-Vorstand in Verbindung setzen.

Kai Laukemper übt derweil kräftig an seinem Text. Er spielt den Fürsten. „Eigentlich wollte ich mich da raushalten. Weil sich aber niemand für die Rolle fand, bin ich eingesprungen“, so der Vorsitzende. Er freut sich natürlich auch riesig auf den ersten Drehtag. Und ein bisschen Lampenfieber hat er auch.

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