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Geflügelausstellung zeigt beeindruckende Rassehühner, Tauben und Exponate

Die Leidenschaft fürs Hobby

Steinfurt

Zahlreiche Pokale wurden während der zweitägigen Ausstellung des Rassegeflügelzuchtvereins Steinfurt im Martin-Luther-Haus an erfolgreiche Züchter verliehen. Spannendes, Wissenswertes und Skurriles rund um die Geflügelzucht wurden in Schaukästen gezeigt, die Bärbel und Horst Bastian arrangiert hatten.

Von Rainer Nix

Viele Züchter freuten sich über Pokale, auch die offiziellen Vertreter von Kreis und Stadt bewunderten die Ausstellung. Foto: Nix

„Mit dieser Ausstellung kehrt ein kleines Stück Normalität zurück“, freute sich Christian Kock, 1. Vorsitzender des Rassegeflügel-Zuchtvereins Steinfurt am Samstag bei Eröffnung der zweitägigen Geflügelschau im Haus der Bürger/Martin-Luther-Haus. „Sie ist Euch gut gelungen“, sagte er in Richtung der Aussteller. Seit Beginn der Corona-Pandemie war es das erste Mal, dass wieder Zuchterfolge in der Öffentlichkeit präsentiert werden konnten. Auch wenn die Zahl der ausgestellten Rassehühner- und -tauben diesmal nicht so groß war wie sonst, beeindruckten die gezeigten Tiere das Publikum. Von großen Hühnerrassen wie den „Orpington in blau“ über Zwerghuhnrassen wie den Wyandotten und Cochins bis hin zu Elsterkröpfern unter den Tauben waren zahlreiche Tiere vertreten. 

Maßgeblich vom langjährigen Vereinsmitglied Horst Bastian und seiner Frau Bärbel in Schaukästen arrangierte Exponate zeigten Spannendes, Wissenswertes und Skurriles rund um die Geflügelzucht.

„Sie haben trotz Corona an ihrem Hobby festgehalten und können ihre Zuchterfolge jetzt hier ausstellen“, hob Gisela Köster anerkennend hervor. Die stellvertretende Landrätin freute sich auch über den Nachwuchs, der die Geflügelzucht in die nächste Generation trägt. Sie begrüßte besonders die Zuchtfreunde aus Ostrau in Sachsen-Anhalt, die den weiten Weg auf sich nahmen. Anwesend war bereits der Ehrenvorsitzende der Ostrauer, Günter Kieslich, seine Mitstreiter befanden sich teils aus beruflichen Gründen noch auf dem Weg nach Steinfurt.

Hans Günter Hahn, stellvertretender Steinfurter Bürgermeister und ebenfalls Vogelzüchter, steuerte zur Eröffnung eine Geschichte bei, die sich 1989 noch zu DDR-Zeiten abspielte. Auf Bitten von Günter Kieslich, damaliger Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins Ostrau, schickte er ihm 30 Bruteier, doch gerade nur ein Küken schlüpfte. Des Rätsels Lösung: Der per Post versandte Karton wurde an der deutsch-deutschen Grenze „durchleuchtet“, was die Embryos in den Eiern abtötete. Eine weitere Sendung mit Bruteiern, diesmal von einem Boten überbracht, zeitigte ein weitaus besseres Ergebnis. Durch das Engagement Hahns festigte sich die Freundschaft zu den Ostrauern, die bis heute unvermindert anhält.

Bastian erläuterte bei einem Rundgang aufschlussreiche Details zur Geflügelzucht. Ein Highlight waren zu den „Großen“ zählende „Orpington“-Hühner. „Sie bringen schon mal zwei, Hähne sogar drei Kilogramm auf die Waage“, erklärte Bastian, „und begeistern durch ihr üppiges Federkleid.“

Zwerghühner erfreuen sich wachsender Beliebtheit, weil ihre Haltung weniger platzintensiv ist. Herausragend sind die „Wyandotten“, die es in zahlreichen Farbenschlägen gibt und deren Namen auf den Indianerstamm der „Wyandots“ in Nordamerika zurückgeht. Der Wulstkamm der Hühner erinnert an die historisch überlieferte Frisur der amerikanischen Ureinwohner. Die „Orloffs“ sind temperamentvolle „russische Nationalhühner“, in deren Adern noch das Blut einstiger Kampfhähne fließt.

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