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„Steinfurt liebende Bürgerinnen und Bürger“

Direkter Einflussauf Entscheidungen der Politik nehmen

Steinfurt

Noch muss er den Hinweis „i.G.“ („in Gründung“) tragen, der neue Verein „Steinfurt liebende Bürgerinnen und Bürger“. Mit der Erarbeitung einer Satzung und der Abhaltung der Gründungsversammlung in der vorletzten Woche, bei der auch ein Vorstand gewählt wurde, sind grundlegende Schritte dazu jedoch getan

Nein, dies ist nicht die neue Führungsriege im Rathaus, sondern der neu gewählte Vorstand des Vereins „Steinfurt liebende Bürgerinnen und Bürger“. Nach der Gründungsversammlung stellte er sich demonstrativ vor dem Verwaltungssitz auf mit (v.l.) Friedrich Wilhelm Wieland (Schatzmeister), Foto:

Noch muss er den Hinweis „i.G.“ („in Gründung“) tragen, der neue Verein „Steinfurt liebende Bürgerinnen und Bürger“. Mit der Erarbeitung einer Satzung und der Abhaltung der Gründungsversammlung in der vorletzten Woche, bei der auch ein Vorstand gewählt wurde, sind grundlegende Schritte dazu jedoch getan. Was noch fehlt, ist die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt und die Eintragung in das Vereinsregister. „Wir gehen davon aus, dass diese formaljuristischen Dinge kurzfristig abgehandelt werden“, sagt Rolf Cosse.

Im Pressegespräch erläutert der Vorstandssprecher die Hintergründe der Vereinsgründung und dessen Ziele. Demnach will der Verein eine Plattform sein, mit Hilfe derer Bürgerinteressen außerhalb traditioneller Parteipolitik in demokratische Prozesse eingebracht und auch durchgesetzt werden können. „Wir stellen das bestehende politische System nicht infrage und wollen auch nicht dessen Abgesang fördern“, stellt Cosse klar. Es gehe vielmehr um eine Ergänzung der traditionellen Mechanismen politischer Willensbildung durch ein Mehr an direkter bürgerschaftlicher Einflussnahme.

Man könne es sich durchaus vorstellen, dabei künftig vermehrt auf das Instrument des Bürgerbegehrens zurückzugreifen, gibt Cosse das Meinungsbild innerhalb des Vorstands, dem Dirk Zumbansen als Vorsitzender vorsteht, wieder. Um dieses, zu welchem Thema auch immer, auf den Weg zu bringen, seien laut Gemeindeordnung in Steinfurt 1900 Stimmen erforderlich, so das Ergebnis von vereinseigenen Recherchen.

Der Vereinssprecher kündigte an, dass der Vorstand in den nächsten Wochen und Monaten den Dialog mit allen gesellschaftlich relevanten Vereinen und Institutionen suchen werde. Dazu würden unter anderem Infostände auf den beiden Märkten eingerichtet. Kommunikation sei ein integraler Bestandteil der künftigen Vereinsarbeit.

Genau diese vermisse man weiterhin in Bezug auf das Fürstenhaus respektive seiner Vermögensverwaltung Domänenkammer, so Cosse mit Bezug auf den Auslöser zur Vereinsgründung: Den Umbau der Schlosswiese in eine agrarisch genutzte Fläche mit dem Anbau von Elefantengras (Chinaschilf).

Der Verein strebe in diesem Zusammenhang eine Novellierung der Altstadtsatzung an. Da, wie aus zahlreichen Gesprächen hervorgehe, auch ein erklecklicher Teil der Bürgerschaft die Maßnahmen auf der historisch sensiblen Fläche kritisch sieht, bestünden gute Erfolgsaussichten, so Cosse.

Grundsätzlich will sich der Verein breit aufstellen und offen für alle Themen sein, die die Bürger der Kreisstadt bewegen und bei denen sie Handlungsbedarf sehen. Einen Schwerpunkt indes setzt er auf Steinfurt als Lebensmittelpunkt, als touristisches Ziel sowie als Unternehmensstandort. Durch die Vereinsgründung soll ein Mehr an Transparenz und Verbindlichkeit im bürgerschaftlichen Handeln entstehen.

Cosse: „Es ist an der Zeit, dass der Bürger angesichts der großen Herausforderungen wie Digitalisierung, Globalisierung und Klimaschutz direkter Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen kann.“

Wer sich für eine Mitgliedschaft im Verein „Steinfurt liebende Bürgerinnen und Bürger“ interessiert, findet auf der vereinseigenen Homepage einen Aufnahmeantrag, der online ausgefüllt werden kann. An eine Mitgliedschaft ist kein Beitrag geknüpft, der Verein nimmt zudem auch Nicht-Steinfurter auf.

                  

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