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Planungsausschuss: Fläche der Post an der Bismarckstraße wird überplant

„Ein Leuchtturmprojekt“

Steinfurt

Große Veränderungen stehen ab Mitte 2023 auf dem Gelände der Post an der Bismarckstraße bevor: Die Provitare Commercial GmbH mit Sitz in Münster will dort ein „Leuchtturmprojekt“ für das Münsterland verwirklichen. Unter dem Namen „Grünraum“ sollen dort Senioren und Menschen mit Einschränkungen in verschiedenen Wohnformen leben.

Erhard Kurlemann

Das Postgelände an der Friedrich-Hofmann-Straße wird voraussichtlich ab Mitte 2023 Foto: Architekturbüro Four Move

Ein „Leuchtturmprojekt für das Münsterland“, so der Investor, soll an der Bismarckstraße entstehen. „Die Post gibt die Nutzung der Fläche kurz- bis mittelfristig auf“, hatte Stefan Albers, Fachdienstleiter Stadtplanung und Bauordnung, die Mitglieder des Planungsausschusses informiert. Das rund 3700 Quadratmeter große Areal sei inzwischen verkauft worden. Neuer Eigentümer ist die ProVitare Commercial GmbH mit Sitz in Münster. Geschäftsführer Stefan Nölker erläuterte dem Gremium, das Gelände solle ab Mitte 2023 für das „Wohnen“ umgenutzt werden. Beabsichtigt sei, verschiedene Wohnformen für Senioren und Menschen mit Einschränkungen zu realisieren. Die Bauform sei zukunftsorientiert, weil naturverbunden. Das Projekt werde von der FH Münster und dem Fraunhofer-Institut wissenschaftlich begleitet.

Architekt Manuel Böwing aus dem Büro „Four Move“ in Münster stellte Details des „spannenden Bauvorhabens“ vor. „Es trägt den Namen Grünraum“, erläuterte Böwing. „Wir bauen in Verbindung mit der Natur nach innen und nach außen.“ In der Konsequenz ergebe sich ein Mehrwert für die Menschen. Im Vorfeld der ersten Planungen seien die Dachlandschaft und die Grünstruktur im Umfeld des Areals analysiert worden, führte Böwing aus. Es sollen dort dreigeschossige Gebäude entstehen, favorisiert ausgestattet mit Walmdächern. Alternativen könnten Staffelgeschosse oder Satteldächer sein. Zudem sei eine Tiefgarage mit Zufahrt von der Bismarckstraße vorgesehen. „Insgesamt entstehen 60 bis 65 Wohnungen in einer Größe von 50 bis 75 Quadratmetern“, fasste Böwing zusammen.

Fassadenbegrünung, Dachgärten, Gemeinschaftsgärten mit „Urban Farming“ waren weitere Stichworte, die nach Darstellung des Architekten auch öffentliche Flächen entstehen lassen.

Kurt Lewandowski (FWS) fand die Planung „interessant“. Er plädierte dafür, die unmittelbare Nachbarschaft konkret in die Überlegungen einzubeziehen. Carina Goldschmidt (Grüne) will geprüft wissen, ob der Bau der Tiefgarage Einfluss auf das Grundwasser vor Ort hat, zudem, welche Vorkehrungen bei Starkregen vorgesehen seien.

Daniel Breilmann (CDU) regte an, das Projekt auch im Ausschuss für Stadtentwicklung vorzustellen.

Frank Müller (SPD) meinte, die Bismarckstraße sei nicht barrierefrei, so dass auch dort Arbeiten notwendig würden. Max Kauermann (Grüne) verwies auf die schmalen Bürgersteige, die seiner seiner Ansicht einen Verzicht auf die dort vorhandenen Parkbuchten erforderten. Rolf Posingies (CDU) erkundigte sich nach den Grünflächen auf dem Gelände. „Wir gehen bewusst mit der Versiegelung von Flächen um“, entgegnete Manuel Böwing.

Auf die Frage von Andreas Neumann (Grüne), ob Luxuswohnungen entstünden, sagte Stefan Nölker, die Mietwohnungen sollten so ausgestattet werden, dass dort ältere Menschen möglichst lange eigenständig wohnen könnten. „Das wird kein Fünf-Sterne-Palast“. Der Investor war nach der Sitzung auf Nachfrage „sehr zufrieden“. Er habe die „positive Resonanz auf sein Herzensprojekt“ als Wohlwollen wahrgenommen. Ausschussvorsitzender Norbert Kerkhoff (CDU) sagte, er freue sich auf die weitere Beratung. „Wir haben schon mal einige Aufgabenstellungen festgeschrieben.“

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