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Peter Weidlich tritt nach einem halben Jahr Amtszeit als Vorsitzender des Steinfurter Kunstvereins zurück

Ein zerrüttetes Verhältnis

Steinfurt

Dem Steinfurter Kunstverein ist es nicht gelungen, das mittlerweile zerrüttete Verhältnis zwischen einem Teil seiner Mitglieder und seinem Vorsitzenden zu kitten. Die Situation hat sich in am Donnerstagabend zugespitzt. Im Verlauf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Ostendorfer Gaststätte Hersping hat Vorsitzender Peter Weidlich seinen Hut genommen.

Dirk Drunkenmölle

Peter Weidlich versuchte, sein Handeln zu erklären, sah sich allerdings von den Mitgliedern des Kunstvereins falsch verstanden und ist am Donnerstagabend in der außerordentlichen Versammlung des Kunstvereins von seinem Amt als Vorsitzender zurückgetreten. Foto: Drunkenmölle

Dem Steinfurter Kunstverein ist es nicht gelungen, das mittlerweile zerrüttete Verhältnis zwischen einem Teil seiner Mitglieder und seinem Vorsitzenden zu kitten. Die Situation hat sich in am Donnerstagabend zugespitzt. Im Verlauf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Ostendorfer Gaststätte Hersping hat Vorsitzender Peter Weidlich seinen Hut genommen. Weidlich, erst im Februar einstimmig zum neuen Vorsitzenden und Nachfolger von Regina Hemker-Möllering gewählt, sah nach einem halbem Jahr im Amt keine Basis mehr, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Beide Seiten warfen sich unter anderem mangelndes Vertrauen im Umgang und fehlende gegenseitige Wertschätzung der Arbeit vor.

Bereits im Juni war öffentlich geworden, dass es im Steinfurter Kunstverein mächtig knatscht. Drei Mitglieder des Vorstands und Beirates waren aufgrund der Querelen zurückgetreten. Die noch im Februar von allen Beteiligten demonstrierte Harmonie war offensichtlich gestört. Kritik wurde insbesondere am Führungsstil, fehlender Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit des neuen Vorsitzenden laut. Weidlich hatte die Vorwürfe in einem Gespräch mit dieser Zeitung zurückgewiesen und seinerseits bemängelt, dass einige Mitglieder für seine Ideen, den Verein durch neue Aktivitäten und Ausstellungskonzepte zu beleben, nicht aufgeschlossen waren. Er fühlte sich falsch verstanden.

Um nach den Austritten weiter geschäftsfähig zu bleiben, musste schließlich eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden. Unter anderem sollte mit einer von Peter Weidlich vorgeschlagenen Satzungsänderung das Personalproblem an der Spitze des Vereins gelöst werden. Eine neue Situation hatte sich am Donnerstagabend ergeben, als bekannt wurde, dass auch Michael Schell, Erster Beigeordneter der Stadt Steinfurt und im Februar in Abwesenheit als stellvertretender Vorsitzender gewählt, seinen Rücktritt von dem Amt erklärt hatte. Schell, selber am Donnerstag bei Hersping dabei, erklärte, dass er diese Funktion nicht ausüben und Unterstützung lieber im Beirat des Vereins leisten möchte.

Eine verworrene Diskussion über Satzungsinhalte und Geschäftsordnung, Rechte und Pflichten der Vorstandsmitglieder schloss sich an. Schließlich zog Weidlich seinen Vorschlag zurück. Der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen.

Wer eine Aussprache darüber erwartet hatte, warum sich der Kunstverein im Stimmungstief befindet, wurde zunächst enttäuscht. „Ich wollte eigentlich nicht darüber reden“, erklärte Weidlich auf Nachfrage von Klaus Meiers. Dann kam er aber doch der Bitte nach, Stellung zu beziehen.

Weidlich zog dabei eine durchaus beachtliche Bilanz seiner kurzen Amtszeit. Er fügte allerdings auch an: „Ich habe keine Lust, mir Vorhaltungen machen zu lassen.“ Und weiter: „Ich habe mir nichts, aber auch gar nichts zu Schulden kommen lassen.“ Weidlich sah sich dennoch von Mitgliedern in die Enge gedrängt. Die Emotionen kochten hoch. Weidlich stand schließlich auf und trat als Vorsitzender zurück. Die Versammlung war danach geschockt und ratlos zugleich.

Einzig verbliebenes Vorstandsmitglied des Kunstvereins ist Schatzmeisterin Anke Darley. Rein formell müsste sie nun das Heft in die Hand nehmen und einen neuen Termin für eine Mitgliederversammlung anberaumen.

An den Tischen ging die Diskussion weiter. Einig waren sich die Mitglieder, dass Weidlichs Entscheidung nicht das Aus für den Verein bedeuten könne. Regina Hemker-Möllering und Monika Döring fassten den Tenor zusammen: „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen.“

Zugleich wurde eingestanden, dass man die jüngsten Vorgänge aufarbeiten und sich auch selbstkritisch die Frage stellen muss, wie man zukünftig miteinander umgeht. Zu diesem Zeitpunkt hatten Peter Weidlich und seine Frau den Saal längst verlassen.

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