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Indischer Pater Sojan Aikkarakunnel verstärkt das Seelsorgeteam in St. Nikomedes

Erste Kontakte sind schon geknüpft

Steinfurt

Seit er da ist, strahlt über St. Nikomedes die Sonne. „Das muss etwas mit einer Ankunft zu tun haben“, lacht Sojan Aikkarakunnel. Vor einer Woche ist der 52-jährige Seelsorger, den jeder einfach mit Pater Sojan ansprechen darf, aus Indien in die Kreisstadt gekommen. Er ist ins Pfarrhaus der katholischen Gemeinde eingezogen. Die Koffer sind gerade ausgepackt, da geht der gebürtige Inder auch schon auf Entdeckungstour, seine neue Umgebung zu erkunden.

Von Dirk Drunkenmölleund

Seit einer Woche in Steinfurt: Pater Sojan Aikkarakunnel verstärkt das Seelsorgeteam von St. Nikomedes. Drei weitere Jahre wird er in Deutschland sein. Auf seine Initiative konnten in seiner indischen Heimat Schulen und Behindertenwerkstätten gebaut werden. Foto: dru/privat

Seit er da ist, strahlt über St. Nikomedes die Sonne. „Das muss etwas mit einer Ankunft zu tun haben“, lacht Sojan Aikkarakunnel. Vor einer Woche ist der 52-jährige Seelsorger, den jeder einfach mit Pater Sojan ansprechen darf, aus Indien in die Kreisstadt gekommen. Er ist ins Pfarrhaus der katholischen Gemeinde eingezogen. Die Koffer sind gerade ausgepackt, da geht der gebürtige Inder auch schon auf Entdeckungstour, seine neue Umgebung zu erkunden. Erste Kontakte sind bereits geknüpft. „Wo ich auch war und wo ich auch bin, ich bin sofort da. Ich habe keine Probleme mich einzugewöhnen“, ist Pater Sojan bereit, schnell seinen Platz im Seelsorgeteam zu finden und seine Arbeit aufzunehmen. Offen und aufgeschlossen begegnet er den Menschen. Neugierig ist er, wie sich das Zusammenleben in der Stadt gestaltet und was er dazu beitragen kann, die christliche Gemeinschaft zu festigen und zu fördern. Pastor Paul Joseph, ein Landsmann von Sojan und bereits seit vier Jahren in der Steinfurter Gemeinde unterwegs, hat Pater Sojan bereits an die Hand genommen, um ihm die ersten Schritte in seiner neuen Heimat zu erleichtern. Sojan: „Ich bin herzlich aufgenommen worden.“ Darüber hinaus tauscht er sich mit seinen indischen Seelsorge-Kollegen im Bistum digital aus. Sollte Heimweh aufkommen, hilft Whats­App, mit Familie und Freunden in der Heimat zu sprechen.

Geboren und aufgewachsen ist Sojan zusammen mit elf Geschwistern (zwei Brüdern und neun Schwestern, von denen drei einem Orden beigetreten sind) in einem Dorf in Kerala. Das ist ein Bundesstaat im Südwesten Indiens. Dort hat er eine umfangreiche Schulausbildung genossen. Bereits seine Eltern, sein Vater ist bereits verstorben, seine Mutter lebt noch in seinem Geburtsort, seien sehr gläubige Menschen gewesen. Geprägt durch eine Kindheit, in der der Glaube omnipräsent war, habe er sich bereits sehr früh entschieden, Seelsorger werden zu wollen. Mit 16 ist er einem Priesterseminar beigetreten und hat sich der Missionsgesellschaft des Heiligen Apostels Thomas angeschlossen. Zwölf Jahre später, Silvester 1995, wurde er zum Priester geweiht. Studiert hat Sojan Philosophie und Theologie. Nach seiner Weihe war er zunächst fünf Jahre als Missionar in Indien tätig. 80 Prozent der Menschen dort sind Hindus, etwa 17 Prozent Katholiken.

1997 ist es ihm gelungen, in der mittelindischen Stadt Mandi ein Programm für geistig behinderte Kinder ins Leben zu rufen. Die Idee sei zunächst sehr umstritten gewesen, erklärt der Missionar. Aber mit der Hilfe von Mitbrüdern und Ordensschwestern sei es gelungen, eine Sonntagsschule für Behinderte und ein Heim für 35 Kinder zu errichten. Dort hat Pater Sojan bis 2001 gearbeitet. Schließlich ist er dem Ruf des Bistums Münster gefolgt, nach Deutschland zu kommen. Zunächst war in der St.-Heinrich-Gemeinde in Reken als Kaplan eingesetzt und war dort zuletzt mehr als ein halbes Jahr als Pfarrverwalter tätig. Dann wurden erneut die Koffer gepackt. 2008 ist Pater Sojan nach St. Regina Drensteinfurt umgezogen, wo er zweieinhalb Jahre als Seelsorger unterwegs war. Auf eigenen Wunsch ist er 2011 in seine Heimat zurückgekehrt, um seine bereits in Deutschland initiierten Projekte weiter voranzubringen und zu leiten. Mit großer Unterstützung seiner deutschen Gemeinden konnte ein weiteres Heim, eine Sonderschule und ein Berufszentrum für behinderte Menschen gebaut werden.

Schließlich ist er der Bitte des Bistums Münster gefolgt, für weitere drei Jahre dorthin zu kommen. „Ich bin gerne hier. Deutschland ist so etwas wie meine zweite Heimat geworden. Ich habe so viele Menschen kennenlernen dürfen und freue mich jetzt darauf, weiter Kontakte zu knüpfen.“

Pater Sojan ist klar, dass sich die Kirche in den vergangenen Jahren auch in Deutschland stark verändert hat. Er möchte helfen, das Vertrauen der Menschen in Gott wieder zu stärken, den Glauben zu festigen, Hoffnung und Mut auf Basis des Evangeliums zu verbreiten. Das persönliche Gespräch und der Gottesdienst sind ihm wichtig. In Borghorst hat er sich bereits am vergangenen Wochenende vorgestellt. An diesem Samstag und Sonntag wird er die Gottesdienste in der St.-Johannes-Nepomuk-Kirche in Burgsteinfurt halten. Pater Sojan hofft, dass die Sonne dann immer noch strahlt.

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