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Proklamation der KG St. Johannes bei Bornemann

Erster III. Norbert macht‘s zweimal

Altenberge

Nach all den Hindernissen in der letzten Session war die zweite Proklamation von Prinz Norbert III. ein Super-Start in die Fünfte Jahreszeit 2022/23.

Die Tanzgarden der KG trugen wieder zur Riesen-Stimmung bei der Proklamation bei. Im Bild die Bergfeen mit ihrem Schautanz „Hinter verschlossenen Türen“. Foto: Axel Roll

Prinz Norbert, der erste III. Da zieht der mathematisch unbeleckte Nicht-Altenberger-Durchschnitts-Karnevalist spontan die Stirn unter der Narrenkappe kraus. Hä? Was soll das denn heißen? Seit Samstag muss der Zahlenreihe eine weitere Ziffer hinzugefügt werden. Da wird die Stirn noch krauser. Es ist die Zwei. Das Oberhaupt der Hügeldorf-Jecken ist dann nicht nur der erste dritte Norbert unter den Dorf-Tollitäten, sondern auch der erste dritte Norbert, der eine zweite Session gleich hintendran hängt. Das närrische Vollblut hat diese Ehrenrunde dem fiesen Corona-Virus zu verdanken, machte es doch im Januar den Höhepunkt einer jeden Prinzen-Regentschaft zunichte. Die Prunk- und Galasitzung musste ausfallen. Und darum Norbert Wiggering auch nicht lange überlegen, als er im Oktober im Kreis des Elferrats gefragt wurde, ob er noch einmal antreten will.

Das Altenberger Narrenvolk ist mit seiner Entscheidung voll und ganz einverstanden. Bei der Proklamation im Saal Bornemann huldigte es ihrem Zepterträger, als gäbe es kein Morgen. Klatschen, schunkeln, singen, tanzen und schon vor Programmende eine Riesen-Polonaise durch den Saal – die Stimmung war Bombe. Was will der Jeck also mehr?

Allerdings kam bei der Proklamation ein bisschen Verwirrung auf, als Sitzungspräsident Andreas Leuker des Prinzen Zwillingsbruder Tom als abtrünnigen Norbert vorstellte, der angeblich nach Stadtlohn zur Stadtwache auswandern wollte. Das war natürlich kompletter Quatsch. Norbert bleibt.

Dass das Narrenschiff schon früh in der Session unter voller Kraft Kurs auf den Rosenmontag nahm – die Tanzabteilung der KG St. Johannes hatte wieder einen Riesen-Anteil daran. Ob klassischer Garde- oder Schautänze, die mal auf den Rummelplatz, mal hinter verschlossene Türen führten, Berghüpfer, Bergfeen, Berggeister, und natürlich die Solomariechen Mia Reid, Helene Müller, Felicia Swienty und Lilly Everhard zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig karnevalistischer Tanz sein kann.

„Magic Tiger“, das ist der neue Künstlername von Bürgermeister Karl Reinke. Zum ersten Mal seit seiner Wahl auf karnevalistischem Parkett unterwegs, meisterte er seinen ersten Bühnenauftritt mit Bravour. Nicht ganz freiwillig. Zauberer und Bauchredner Jürgen Kellner, der für den erkrankten Andreas Wollschläger eingesprungen war, animierte den ersten Bürger zu einer coolen Las-Vegas-Zauber-Tanz-Nummer.

Der musikalische Höhepunkt des Programms? Keine Frage, das Wiedersehen mit Sängerin Melanie Leuschner. Mit ihrem Evergreen-Potpourri holte sie nicht nur das Publikum von seinen Sitzen, sondern auch den Elferrat von der Bühne. Der hob dann auf der Tanzfläche ausgelassen das Bein, während der Solo-Star oben von der Bühne aus sang.

Zu Beginn der Sitzung hatte Präsident Andreas Leuker an die vielen Klippen erinnert, die die Karnevalisten in den letzten Monaten zu umschiffen hatten. Umzüge, Sitzungen, Kinderkarneval, ja sogar Nikolausmarkt und Prunksitzung – alles ausgefallen. Und dann noch der Ukraine-Krieg. „Ich weiß, dass sich jeder nichts mehr wünscht, als dass dieser Wahnsinn in der Welt aufhört“, so der Präsident. Für einen hoffnungsvollen Abschluss seiner Einführung zitierte Leuker Theo I., Stadtprinz von Köln im Jahr 1949: „Menschen, die sich freuen können, haben nur einen Wunsch: in Frieden leben zu können.“

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