1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Es hagelt wieder Absagen

  8. >

Schweinemarkt, Sommerkirmes, „Anno 1604“

Es hagelt wieder Absagen

Steinfurt

Corona hat den Terminplan der Steinfurter Stadtfest-Veranstalter weiter fest im Griff. Die nächsten Absagen von Großveranstaltungen stehen an.

Von Axel Roll

Der Muffenmarkt am Abend: Ob die Herbstkirmes in diesem Jahr stattfinden kann, ist bislang unklar. In zwei Wochen finden Gespräche mit den Schaustellern statt. Foto: Axel Roll

Die letzten eineinhalb Jahre haben es immer wieder gezeigt: Vorhersagen sind extrem schwierig. Fest steht aber wohl, dass die Steinfurter noch ein paar Wochen, wenn nicht sogar Monate auf das erste große Stadtfest warten müssen. Am Dienstagmorgen teilte die Borghorster Werbegemeinschaft mit, dass der Schweinemarkt am ersten Septemberwochenende abgesagt wird. Auch die Sommerkirmes am ersten Augustwochenende findet in Borghorst nicht statt. Was mit Erntedankmarkt in Burgsteinfurt und Muffenmarkt wird, kann noch niemand sagen.

„Uns ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Aber vor dem Hintergrund der wieder steigenden Inzidenzzahlen wollen wir kein Risiko eingehen“, sagte Siegfried Knüpp als Vorsitzender der Borghorster Werbegemeinschaft zur Schweinemarkt-Absage. Die Auflagen seien außerdem enorm hoch: „Wir hätten quasi die ganze Innenstadt einzäunen müssen.“ Die Borghorster Kaufleute sind aber optimistisch, dass zumindest der Weihnachtsmarkt im Dezember wie geplant stattfinden kann. „Und die Märkte in 2022 sowieso“, betont Siegfried Knüpp.

Kollege Berthold Probst von der Burgsteinfurter Kaufmannschaft sieht für den Erntedankmarkt am 10. Oktober noch nicht so schwarz. „Wir haben die Inzidenzahlen fest im Blick und wollen alles versuchen, dass der Markt stattfinden kann“, betont der kommissarische Werbegemeinschaftsvorsitzende. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Probst hat Hoffnung, dass es in diesem Jahr den erst verschobenen, dann abgesagten Marktschreierwettbewerb noch geben wird. „Vielleicht wird es im November was“, will er Gespräche mit dem Veranstalter abwarten.

Die Borghorster Sommerkirmes vom 31. Juli bis 1. August ist bereits abgesagt, was mit dem Muffenmarkt wird, kann die städtische Marktmeisterin Vera Schubert frühestens in zwei Wochen sagen. „Dann haben wir ein Gespräch mit den Schaustellern. Vielleicht haben die noch eine gute Idee, wie wir die Oktober-Kirmes retten können.“ Das Problem in Steinfurt: Das Volksfest fand bislang immer in der Innenstadt statt. Und die müsste unter den augenblicklich geltenden Corona-Vorgaben komplett umzäunt werden, um sicherzustellen, dass nur maximal 1000 Besucher auf dem Festplatz sind. Vera Schubert: „Einen Alternativ-Standort im Außenbereich, der leichter abgesperrt werden könnte, haben wir leider nicht.“ Infrage käme das Gelände im Sonnenschein, auf dem unlängst das Autokino über die Bühne ging. „Das ist aber für eine Kirmes viel zu klein“, bedauert Vera Schubert.

Die Stadtfeste sind grundsätzlich für die Innenstadt-Kaufleute von zentraler Bedeutung, sind sie doch häufig mit verkaufsoffenen Sonntagen verbunden. Berthold Probst: „Ohne Stadtfest dürfen die Einzelhändler sonntags nicht öffnen.“ Fällt die Kirmes aus, gibt es auch keinen verkaufsoffenen Sonntag.

Stichwort ausfallen. Das für Mitte August geplante Historienspiel „Steinfurt anno 1604“ wird ebenfalls auf nächstes Jahr verschoben, wie Susanne Laumann, Leiterin des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung, auf Anfrage sagte. „Es würde unter den Corona-Vorgaben wie der Maskenpflicht seinen Charme verlieren“, fasst die Fachdienstleiterin die Zusammenkünfte mit den Organisatoren zusammen. Einen Lichtblick gibt es: Der Bagno Soundgarden, geplant für den 26. September, wird bislang stattfinden. Inklusive verkaufsoffenem Sonntag.

Startseite