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Unwetterbilanz

„Es hatte apokalyptische Züge“

Burgsteinfurt

Heruntergefallene Dachziegel, abgebrochene Äste und loses Strauchwerk: Auch am Freitag, zwei Tage nach dem Ereignis, waren die Spuren des Unwetters, das am Mittwochabend insbesondere über Burgsteinfurt wütete, noch vielfach im Stadtgebiet zu sehen.Besonders schwer getroffen hat es das Tagungshaus Karneol in der Bauerschaft Sellen. Eine vom Areal eines Nachbargrundstücks vom Gewittersturm umgewehte große Buche stürzte mit dem Kronenbereich auf ein Nebengebäude des Seminarhotels, das dadurch insbesondere im Bereich des Vordergiebels und des Daches schwer beschädigt wurde.

Ralph Schippers

Am Tag danach wird das ganze Ausmaß der Schäden der Gewitternacht am Tagungshaus Karneol sichtbar. Der Schaden geht in die Zehntausende. Foto: privat

Heruntergefallene Dachziegel, abgebrochene Äste und loses Strauchwerk: Auch am Freitag, zwei Tage nach dem Ereignis, waren die Spuren des Unwetters, das am Mittwochabend insbesondere über Burgsteinfurt wütete, noch vielfach im Stadtgebiet zu sehen. Rund 50 Einsätze verbuchte die Feuerwehr bis zum frühen Donnerstagmorgen. Dabei handelte es sich zumeist um die Beseitigung umgestürzter Bäume. Personen wurden nicht verletzt.

Besonders schwer getroffen hat es das Tagungshaus Karneol in der Bauerschaft Sellen. Eine vom Areal eines Nachbargrundstücks vom Gewittersturm umgewehte große Buche stürzte mit dem Kronenbereich auf ein Nebengebäude des Seminarhotels, das dadurch insbesondere im Bereich des Vordergiebels und des Daches schwer beschädigt wurde. „Als der Sturm über uns hinwegfegte und die Buche zu Boden krachte, hatte das apokalyptische Züge“, stand Birgit Tersteegen auch zwei Tage danach emotional noch stark unter dem Eindruck des Geschehens. Die Inhaberin und Geschäftsführerin des Hauses hielt sich mit ihrem Mann zum Zeitpunkt des Unglücks in der Wohnung auf, die direkt an das beschädigte Nebengebäude angrenzt. „Nicht auszudenken, hätte der Stamm des Baumes unsere Wohnung direkt getroffen“, sagt sie.

Statt dessen stürzte der Stamm auf die Auffahrt des Anwesens, beschädigte das als Büro und Lager genutzte Nebengebäude mit der Krone schwer. Man habe die Vibration deutlich spüren können, als der Stamm zu Boden krachte, beschreibt Tersteegen die dramatischen Minuten. Die Folgen haben es in sich. „Der Schaden geht in die Zehntausende“, gibt die Hausbesitzern das Ergebnis einer ersten Begutachtung durch einen Architekten wieder.

Nachdem der erste Schock überwunden gewesen sei, habe sie sofort die Feuerwehr gerufen, schildert die Geschäftsführerin den weiteren Verlauf des Abends. Zwar seien mehrere Feuerwehrkräfte schnell vor Ort gewesen. Birgit Tersteegen kritisiert indes, dass diese sich zunächst auf Sicherungsmaßnahmen beschränkt hätten und ansonsten weitgehend untätig geblieben seien. Auch als der Einsatzleiter später hinzu kam, habe sich dies nicht geändert. „Man hätte doch gut im Hellen noch Bergungsarbeiten durchführen können“, merkt sie an. Als sie angekündigt habe, selbst tätig zu werden, hätten die Wehrleute sie zunächst zurückzuhalten versucht und später deutlich gemacht, dass sie dies „nur auf eigene Gefahr“, tun könne.

Dank fachlicher Hilfe durch einen Forstbetrieb, den Kontakt stellte der hinzugerufene Dachdecker her, gelang es später in der Nacht, die Zufahrt frei zu machen. Birgit Tersteegen: „Wir standen ziemlich unter Druck, da wir am nächsten Tag neue Gäste erwarteten.“

Was Sturmschäden anbelangt, ist die Betreiberin des Seminarhofs ein gebranntes Kind: Bereits vor anderthalb Jahren gab es schon mal einen ähnlichen Sturmschaden bei Karneol: Damals war eine alte Eiche auf das Hauptgebäude gefallen.

Für eine Stellungnahme zu dem Geschehen aus Sicht der Feuerwehr war der Einsatzleiter am Freitag nicht zu erreichen.

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