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Bauarbeiten an Niedermühle-Brücke

Fische saßen buchstäblich auf dem Trockenen

Burgsteinfurt

Rund zwei Dutzend Fische haben den Wasserablass am Wehr der Aa an der Niedermühle nicht überlebt: Wegen Sanierungsarbeiten an der Mühlen-Brücke war das Wehr geöffnet worden, in der Folge gab es extremes Niedrigwasser ab der Obermühle. Der ASV Burgsteinfurt bemängelt, dass er über diese Maßnahme nicht informiert worden sei. So konnten die Petrijünger erst spät reagieren.

Von Ralph Schippers

Nach dem Wasserablass am Wehr der Niedermühle waren große Bereiche der Fischtreppe nahezu trockengefallen. Foto: ASV

Alte Fundamente, längst stillgelegte Reste von Einleitungsrohren und im Bereich des Kreishauses ein alter Baumstumpf mitten im Flussbett – die Aa gab in der vergangenen Woche Artefakte preis, die längst vergessen schienen. Grund für das extreme Niedrigwasser zwischen Wehr an der Ober- und der Niedermühle war indes nicht – wie es in jüngster Zeit schon mal der Fall war – allgemeine Trockenheit. Vielmehr war ein größerer Wasserablass an der Niedermühle ursächlich dafür. „Die Stadt hat Sanierungsarbeiten an der Brücke durchführen lassen“, sagt Mario Stroetmann, Geschäftsführer des ASV Burgsteinfurt, dessen Pachtgewässer die Aa ist, auf Anfrage.

Zwar seien übergeordnete Fischerei- und Naturschutzverbände über diese Maßnahme informiert worden, nicht aber die örtlichen Angler, bemängelt Stroetmann. Die Folge: Die Petrijünger haben „keinen unerheblichen“ Fischverlust zu beklagen. Denn die Aa war durch den großen Wasserablass im Bereich der Fischtreppe an der Niedermühle annähernd trockengefallen. Da der ASV erst spät reagieren konnte, überlebten rund zwei Dutzend Fische – neben Döbel, Rotaugen, Barsche und Gründlinge auch vier Bachforellen – diese Maßnahme nicht.

„Man muss das Ganze jetzt nicht an die ganz große Glocke hängen, aber ärgerlich ist es schon“, sagt dazu Gewässerwart Klaus Krohme. Nachdem der ASV am Mittwoch das Malheur bemerkte, konnte er noch eine ganze Reihe Fische aus ihrer misslichen Lage in den einzelnen Becken der Fischtreppe befreien. Aber eben nicht alle. Der ASV beklagt auch das Verenden von vier Bachforellen, die erst vor Ostern, zusammen mit vielen weiteren Artgenossen, unterhalb des Wehrs ausgesetzt worden waren. „Immerhin hat es uns gezeigt, dass die Forellen erfolgreich das Wehr hinaufgewandert sind“, kann Krohme dem unschönen Vorfall wenigstens noch einen positiven Aspekt abgewinnen.

Das Tiefbauamt der Stadt habe auf Nachfrage den Fehler eingeräumt und Besserung gelobt. Stroetmann und Krohme: „Das akzeptieren wir so.“ Auf eine Schadensersatzforderung werde verzichtet. Beide haben eine Bitte an die Öffentlichkeit: Sollten im Bereich der Aa oder anderen Gewässern vor Ort Unregelmäßigkeiten entdeckt werden wie unter anderem Wassermangel, Verfärbungen des Wassers, Verschmutzungen oder gar tote Fische, dann sollte umgehend der ASV Burgsteinfurt informiert werden. Krohme: „Es geht darum, möglichst schnell Gegenmaßnahmen in die Wege leiten zu können, aber auch darum, Verursacher zu ermitteln.“

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