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Während der Sommerferien werden wieder einige Schulen saniert

Fliesenleger kommt aus Rostock

Steinfurt

den Sommerferien sind die Schulen nahezu verwaist. Die Chance für die Schulträger, dringende Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen. Auch die Kreisstadt nutzt die Gelegenheit und bringt einige Grund- und weiterführende Schulen nicht nur baulich, sondern auch technisch auf Vordermann. So investiert Steinfurt rund 2,5 Millionen Euro in die Digitalisierung.

Von Matthias Lehmkuhl

Fliesenleger Thomas Dubansky (55) kommt aus Rostock und arbeitet seit etwa zehn Jahren auf Baustellen im Münsterland. Foto: Matthias Lehmkuhl

Die Sommerferien sind nicht nur dazu da, damit sich Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal vom anstrengenden Schulhalbjahr erholen können. Die sechs Wochen werden in der Kreisstadt seit vielen Jahren auch dazu genutzt, anstehende Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten umzusetzen.

So werden in der Bismarckgrundschule noch Arbeiten im Rahmen des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ durchgeführt. Maler- und Bodenbelagsarbeiten in den Fluren und Klassenräumen, neue Akustikdecken, Sanierung des Parketts und die Modernisierung der rund 50 Jahre alten Toilettenanlagen sind oder werden noch realisiert.

Weitgereister Fliesenleger

Aktuell ist Thomas Dubansky dabei, die Fliesen in der Mädchentoilette der Bismarckschule zu verlegen. Der 55-Jährige kommt aus dem 470 Kilometer entfernten Rostock. „Hier im Münsterland arbeite ich schon mehr als zehn Jahre. Zuerst, weil die Aufträge in meiner Heimat seltener wurden und jetzt, weil ich mir durch meine Arbeit einen Namen gemacht habe“, fährt der verheiratete Handwerker am Wochenende immer zurück an die Ostsee. Wilfried Brust und Mike Staisch vom Emsdettener Malerbetrieb Winter sind verantwortlich für die frische Farbe in der Grundschule an der Bismarckstraße. „Das ist hier eine schöne und ruhige Baustelle“, arbeiten die beiden Maler gerne in dem 120 Jahre alten Gebäude.

Umrüstung auf LED

Ähnliche Arbeiten standen auch in der Heinrich-Neuy-, Marien- und in der Graf-Ludwig-Schule an. „Die haben wir auf vier Jahre verteilt“, erklärt Detlef Bogs, Fachdienstleiter Zentrales Gebäudemanagement bei der Stadt. Die Willibrordschule sei später an der Reihe. Darüber hinaus wird sukzessive die Beleuchtung auf LED umgerüstet. „In der Schule am Bagno sind wir damit schon durch“, so Bogs.

Peu à peu werden und sind bereits die Maßnahmen im Rahmen des Digitalpakts, den die Bundesregierung und der Bundestag im Jahr 2018 verabschiedet hatten, umgesetzt. Ziel war und ist es, die Digitalisierung in den allgemeinbildenden Schulen mit 5 Milliarden Euro zu fördern. „Wir sind damit in sechs von unseren zwölf Schulen unterwegs und investieren insgesamt zweieinhalb Millionen Euro“, erläutert der Fachdienstleiter Zentrales Gebäudemanagement.

Netzwerkkabel und Steckdosen

Sind die dazu notwendigen Arbeiten im Gymnasium Arnoldinum und in der Realschule in Burgsteinfurt weitgehend in den letzten Zügen, sind aktuell vier Mitarbeiter der Firma ESK - Elektrotechnik Simon Kersten aus Wettringen dabei, in den beiden zentralen IT-Räumen Netzwerkkabel zu verlegen und Steckdosen einzubauen. „Darüber hinaus muss die Mensa angebunden werden. Die ist nämlich seinerzeit so geplant worden, dass sie vom Hauptgebäude abgetrennt worden ist und völlig autark läuft“, schildert Detlef Bogs. Auch im Städtischen Gymnasium Borghorst sind die Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in Sachen Digitalpakt unterwegs.

Rohstoffknappheit

Dabei werden für die Hauptwege Glasfaserkabel und für die kürzeren Strecken Kupferkabel verlegt. „Kupferkabel ist dafür völlig ausreichend“, stellt Bogs klar, der die Kosten der Digitalisierung allein für das GymBo auf 320 000 Euro beziffert. Allein im Arnoldinum seien rund zehn Kilometer Netzwerkkabel verlegt worden. Wann alle derartigen Arbeiten beendet werden können, steht in den Sternen. Sechs Monaten seien dafür eingeplant. Doch Detlef Bogs ist skeptisch: „Die bauausführenden Firmen haben wegen der allgemeinen Rohstoffknappheit große Probleme, das benötigte Material zu bekommen.“

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