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Sanierungsprojekt Kirchstraße 14 in Burgsteinfurt: Investorin kann noch keinen Starttermin nennen

Formelle Vorgaben sind erfüllt

Burgsteinfurt

Der Bebauungsplan ist dem Vorhaben angepasst, die Baugenehmigung erteilt und auch die denkmalrechtliche Erlaubnis liegt vor – wann geht es denn nun los mit dem Sanierungsprojekt Kirchstraße 14 in der Altstadt? Diese Zeitung fragte bei der Investorin nach. Der Politik war die Planung vor mehr als zwei Jahren vorgestellt worden.

Von Ralph Schippersund

Ist-Zustand aus der Vogelperspektive: Vor allem das Hinterhaus Kirchstraße 14 macht einen baufälligen Eindruck. Der Standort des südlich angrenzenden ehemaligen Hauses Kirchstraße 18, das Mitte der Nuller-Jahre einstürzte, wird als Parkplatz genutzt. An diesem Status quo wird sich kurzfristig noch nichts ändern. Foto: Ralph Schippers

Der Bebauungsplan ist dem Vorhaben angepasst, die Baugenehmigung erteilt und auch die denkmalrechtliche Erlaubnis liegt vor – wann geht es denn nun los mit dem Sanierungsprojekt Kirchstraße 14 in der Altstadt? Eine Frage, die sich viele Burgsteinfurter stellen, die den seit vielen Jahren andauernden Niedergang des ältesten, im Ursprung aus dem Jahr 1465 stammenden Bürgerhauses der Stadt verfolgt haben.

Eine Nachfrage bei der Bauherrin Annegret Arning bringt wenig Erkenntnis. Wenngleich sie sich mit inhaltlichen Äußerungen zurückhält, untermauert sie im Gespräch mit dieser Zeitung doch den Willen, das Projekt zu verwirklichen. Vor mehr als zwei Jahren war es der Politik auf der Grundlage des Entwurfs des Architekturbüros Emons vorgestellt worden. Einen konkreten Zeitpunkt des Baubeginns nennt sie (noch) nicht.

Stichwort konkret: Dies wird auch der Technische Beigeordnete Hans Schröder auf Anfrage nicht. Er deutet jedoch an, dass es noch Planänderungen gibt, die die Bauherrin anstrebt. Es gebe in dieser Sache noch Abstimmungsbedarf. Dem Baudezernenten ist es wichtig, dass das Vorhaben „jetzt nicht zerredet“ wird. Man sei „froh, dass es eine Investorin gibt und dass an dieser Stelle der Altstadt etwas passiert“. Schröder: „Wir als Stadt haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden auch weiter mithelfen, dass das Projekt zu einem guten Ende geführt werden kann.“

Und das Gebäude selbst? Schadet die weitere Verzögerung – Stichwort Witterungseinflüsse wie zum Beispiel der jüngste Starkregen – dem marode wirkenden, teils mit einem Bauzaun gegen Vandalismus gesicherten Fachwerkbau substanziell nicht ungemein? Einer, der es wissen muss, ist Reinhard Niewerth. Seit mehreren Jahren schon begleitet der Vorgänger von Hans Schröder das Vorhaben, das auch von einem Förderverein gestützt wird, als Berater. „Wenn das Fachwerk nicht unmittelbar Wettereinflüssen ausgesetzt ist, ist es dauerhaft stabil“, erklärt Niewerth auf Anfrage. Das A und O sei ein dichtes Dach. Darauf bei einem nach dem Denkmalrecht geschützten Gebäude acht zu geben, sei auch Aufgabe der Denkmalbehörde.

Der frühere Baudezernent bezeichnete im Gespräch mit dieser Zeitung die aktuell bekannte Planung nicht nur als „gute wirtschaftliche Lösung“, sondern auch als „echte Bereicherung für diesen Teil der Altstadt“. Wie berichtet, sieht das Bebauungskonzept neben der Sanierung des Gebäudes Kirchstraße 14 den Neubau zweier Gebäude im Bereich der Grundstücke 18 und 22 vor. Es ist in allen Gebäuden eine Wohnnutzung geplant, eine Ausnahme besteht nur im vorderen Teil des Gebäudes Kirchstraße 18, wo dem seit 2010 bestehende Förderverein Flächen für Vereinszwecke und Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden sollen. Diese sollen aber auch für Mieter nutzbar sein.

Natürlich sei es immer schlecht, wenn ein Gebäude über längere Zeit leer steht, sagt Gerda Holstein. Die städtische Denkmalschutzbeauftragte, Bindeglied zwischen Bauherrin und Landschaftsverband als obere Denkmalbehörde, betont aber auch, dass der Zustand des Denkmals den Umständen entsprechend und nach äußerlicher Beurteilung im Vergleich zufriedenstellend sei.

Sie gehe davon aus, dass die Sanierung, die sie als große Aufwertung des gesamten Bereichs sehe, in absehbarer Zeit beginnen wird. Dies sei auch eine Erkenntnis aus den Gesprächen mit Annegret Arning, die stets aufgeschlossen und konstruktiv gewesen seien. Wenn die Bauherrin das Signal für einen Baubeginn gebe, werde der LWL das Baufeld im Vorfeld archäologisch untersuchen.

Projektberater Niewerth weist darauf hin, dass die erteilte Baugenehmigung an Fristen gebunden ist. „Mit einer Verlängerung sind maximal vier Jahre möglich, danach muss das Verfahren neu aufgerollt werden.“ Der Gesetzgeber wolle so verhindern, das Bauprojekte mit veralteten Vorgaben, die sich zum Beispiel auf das Bauordnungsrecht beziehen, hochgezogen werden.

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