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Appelchaussee in der Dumte

Für die Natur soll auch etwas übrig bleiben

Borghorst

Die alten Sorten an der Appellchaussee sind beliebt bei den Steinfurtern. Bislang war freies Pflücken in der Dumte angesagt. Das ändert sich jetzt: Ein Teil der Bäume soll nicht abgeerntet werden, damit die Natur profitiert.

Von Ralph Schippers

Umweltbeauftragte Leonie Remer betont den großen ökologischen Wert der Appelchaussee. Foto: Ralph Schippers

Leonie Remer weiß, dass sie mit ihrem Aufruf schon ein wenig spät dran ist. Doch die Umweltbeauftragte der Stadt spielt auch in die Karten, dass dieses Jahr offenbar ein reiches Obstjahr ist. Die Apfelbäume entlang der Appelchaussee in der Dumte jedenfalls tragen noch reichlich. In verführerischem grün-gelb bis rot strahlen die Früchte an diesem Freitag mit der Herbstsonne um die Wette. Gleich mehrere Obstliebhaber nutzen den schönen Tag, um sich mit Äpfeln einzudecken.

„Das dürfen sie auch – aber bitte nicht an allen Bäumen und mit der gebotenen Vorsicht, damit keine Schäden entstehen“, sagt die Umweltbeauftragte. Da die Früchte auch wertvolle Nahrungsquelle für Bienen, Vögel und kleine Säuger sind, hat die Landschaftsökologin in Abstimmung mit dem Baubetriebshof jeden vierten bis fünften Baum aus der Reihe der Pflückbäume herausgenommen, „eben für die Natur“, wie sie sagt.

Diejenigen Bäume, die von Obstliebhabern – seien sie aus Steinfurt oder wegen der großen Bekanntheit der Allee aus den umliegenden Orten – abgeerntet werden dürfen, sind mit einer Markierung in Form eines gelben Strichs am Stamm markiert. „Wir bitten darum, möglichst schonend zu ernten, also Teleskop-Stiele und Leitern zu nutzen und nicht auf die Bäume zu klettern oder am Geäst zu reißen“, so die Umweltbeauftragte beim Pressetermin. Und sie ergänzt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: „Bitte nur für den Eigenbedarf ernten, damit auch weitere Obstliebhaber zum Zuge kommen.“ Letzter Hinweis: Alle Erntearbeiten laufen auf eigene Gefahr.

Allein schon wegen ihrer Länge ist die Appelchaussee in Borghorsts Süden etwas ganz besonderes, betont die städtische Umweltbeauftragte, die seit dem Sommer frisch von der Uni kommend im Amt ist und sich derzeit noch in ihre neue Aufgabe einarbeitet. Gerade aber auch die alten Sorten – welche es genau sind, kann Leonie Remer nicht sagen – seien auch für die Natur von großer Bedeutung. Daher der Entschluss, einen Teil von der öffentlichen Ernte auszuschließen. Als Umweltbeauftragte sei es ihr ein Anliegen, Biodiversität zu fördern und die Vernetzung von Biotopen innerhalb des Stadtgebiets zu verbessern. Die Appellchaussee trage dazu bei – nicht nur durch ihre Früchte im Herbst, sondern auch durch Blüten im Frühjahr. „Sie ist dann für Insekten und insbesondere Wildbienen ein wahres Paradies.“

Das „Team Baum“ des Baubetriebshofes hat ein waches Auge auf die Allee, deren Baumbestand seit vielen Jahrzehnten gehegt und gepflegt wird. Und sollte ein Baum eingehen, wird umgehend ein neuer gepflanzt. Schließlich soll die knapp vier Kilometer lange Straße auch weiterhin ihrem Namen alle Ehre machen.

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