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Göckenteichbrücke: Sanierung ist bezahlt

Gauselmann spendet 300 000 Euro

Steinfurt

Die Finanzierung der Göckenteichbrücke ist gesichert: Mit Unternehmer Paul Gauselmann wird ein privater Mäzen die Kosten der Sanierung in Höhe von 300000 Euro übernehmen. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer hatte den Wunsch an Unterstützung an den gebürtigen Borghorster herangetragen. Dass er die Kosten gleich ganz übernimmt, überraschte jedoch alle.

Von Dirk Drunkenmölle

Foto: Ralph Schippers

Mit dieser Nachricht hat Claudia Bögel-Hoyer am Donnerstagabend im Hauptausschuss mal einen richtigen Überraschungscoup gelandet: Die Finanzierung der Göckenteichbrücke ist geritzt. Paul Gauselmann, Unternehmer und Begründer des Merkur-Spielautomatenimperiums, legt eine Spende von 300 000 Euro auf den Tisch und übernimmt damit die Rechnung für die Sanierung des Bauwerks komplett aus eigener Tasche. Die Politiker waren baff. Sie konnten die frohe Botschaft kaum fassen, wer der Stadt da kurz vor Pfingsten aus heiterem Himmel eine schwere Last von den Schultern genommen hat.

Was man zu der großherzigen Spende wissen muss: Gauselmann ist gebürtiger Borghorster. Er stammt aus der Bauerschaft Dumte. 2019 ist er 85 Jahre alt geworden und hat aus diesem Anlass und um ein Zeichen für den Umweltschutz zu setzen, 85 000 Bäume, für jedes Lebensjahr 1000, gestiftet. 10 000 Bäume davon sind im im Rahmen der Gauselmann-Aktion „Bäume fürs Leben“ im vergangenen Jahr uach im Buchenberg gepflanzt worden. Gauselmann war persönlich im November in seine alte Heimat gekommen, um einen Setzling in den Wald von Ulrich Schulze Raestrup zu pflanzen. „Die Gelegenheit, Erinnerungen an die alte Heimat auffrischen zu lassen, wollte ich mir nicht entgehen lassen“, erklärte Gauselmann.

Claudia Bögel-Hoyer hatte sich Gauselmanns Telefonnummer nach dessen Steinfurt-Besuch in ihr Notizbuch geschrieben, offenbar wohlwissend, dass sich der Kontakt noch einmal auszahlen kann. Nach einigen Versuchen habe sie den heute 87-Jährigen („Er war so sympathisch bei unserer Begegnung gewesen.“) dann an der Strippe gehabt und ihn gefragt, ob er sich nicht vorstellen könnte, vielleicht noch mehr Gutes für seinen Geburtsort tun zu können. Zum Beispiel dafür, mitzuhelfen, einen Teil der die im Laufe der Zeit immer mehr gestiegenen Kosten für die Modernisierung der Göckenteichbrücke zu übernehmen. Gauselmann habe nicht lange überlegt und zugesagt, dass er die Sache komplett übernehmen wolle. „Ich wusste gar nicht, ob ich das so einfach für die Stadt annehmen kann“, schilderte Bögel-Hoyer, wie perplex sie gewesen sei. Sie habe sich zunächst bei ihrem Kämmerer Andreas Meyer erkundigt, ob das alles geht. Alles o.k. hatte sich der städtische Schatzmeister bei Juristen noch einmal bestätigen lassen. „Es war richtig schwierig, mich bei persönlich bei Gauselmann zu bedanken“, erklärte Bögel-Hoyer zum Verlauf der weiteren Spendengeschichte. Sie hätte das Glück kaum fassen können und ihn dann doch noch einmal im Namen der ganzen Stadt für die Spende gedankt.

„Das eingesparte Geld können wir jetzt für viele andere Dinge wirklich gut gebrauchen“, fügte Bögel-Hoyer an, ließ aber die Frage aus dem Bürgersaal offen, ob das Bauwerk weiter Göckenteichbrücke genannt wird oder zukünftig möglicherweise den Namen ihres Spenders tragen wird.

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