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Spiele erleben eine Renaissance

Gegen die Corona-Langeweile

Steinfurt

Die Corona-Pandemie sorgt für eine Renaissance der Spiele. Beliebt ist, was gefällt. Ob Brett-, Karten-, Konsolen- oder Online-Spiele. Familie Lückerath aus Burgsteinfurt hilft das Spielen gegen die Corona-Langeweile. Auch die Stadtbücherei verzeichnet verstärktes Interesse.

Rainer Nix

Rike Ahlbrand zeigt eine Auswahl von Spielen in der Stadtbücherei, auch Hündin „Luna“ passt gut auf. Foto: Jasmin Kröger

Wer erinnert sich? Noch vor rund 50 Jahren war es nicht ungewöhnlich, dass sich die ganze Familie um den Tisch versammelte, um sich mit Gesellschaftsspielen zu unterhalten. „Mensch-Ärgere-dich-nicht“, „Mühle“, „Dame“ und Ähnliches waren damals zeitlose Klassiker. Die Corona-Pandemie sorgte für eine Renaissance des Brettspiels, wobei Konsolen- und Online-Spiele hinzukommen.

Familien müssen ihre sozialen Kontakte während des Lockdowns drastisch zurückschrauben, viele machen das Beste daraus. Die Lückeraths aus Burgsteinfurt sind fast schon Experten in Sachen Brett- und Kartenspielen. Auf Monopoly haben sie zwar keine Lust mehr, doch das Kartenspiel Skip Bo, Kakerlakak – „dreht clever am Besteck, dann ist die Kakerlake weg“ – oder auch Malefiz gehen immer.

„Das Spielen hat gut gegen Lockdown-Langeweile geholfen“, versichert Uwe Lückerath. Die fünfköpfige Runde, zu der auch Lenja, Esther, Feline und Nieke gehören, spielt regelmäßig in unterschiedlichen Zusammensetzungen, je nachdem wer gerade Zeit und Spaß daran hat.

„Clara M.“, wie sich eine Enthusiastin beim Spiel der Online-Variante des klassischen Wortlege-Duells „Scrabble“ nennt, spürt geradezu, wie ihre Hirnzellen bei der Suche nach passenden Wortkombinationen glühen. Sie entdeckte „Scrabble-Go“ als App und ist fast täglich auf dem Smartphone aktiv. „Mir gefällt die zeitliche Flexibilität und die Herausforderung durch das unterschiedliche Niveau der Spielpartner, mit denen es gelegentlich auch zum Chat kommt“, betont Clara.

Auch die Stadtbücherei verzeichnet seit Beginn der Covid-Krise verstärktes Interesse. „Beliebt sind die Spiele-Klassiker und auf jeden Fall Versionen, die kein stundenlanges Einlesen erfordern sowie solche, die altersgruppenübergreifend begeistern“, sagt Mitarbeiterin Rike Ahlbrand, die in der Bibliothek für diesen Bereich zuständig ist. Gesellschaftsspiele für Kleinkinder und Lernspiele werden gerne mitgenommen.

Auch während der Lockdown-Schließung gibt es die Möglichkeit, sich virtuell in die Bibliothek zu begeben und dort beispielsweise ein „Escape-Spiel“ zu durchleben. „Mit der App „Actionbound“, die sich jeder kostenlos auf das Tablet oder Smartphone herunterladen kann, entwickelte das Büchereiteam dieses Spiel, um den Kunden Abwechslung in den Corona-Alltag zu bringen. „Escape-Rooms“, von denen es auch Kartenspielversionen gibt, fordern heraus, knifflige Fragen zu beantworten und sich durch Rätsel, versteckte Hinweise oder Ähnliches aus dem Raum zu befreien.

„Auch in der Krisenzeit kommen neue Spiele raus“, sagt Ahlbrand, „mein persönliches Highlight ist `Pictures‘ toll, kommunikativ und kreativ.“ „Von 420 vorhandenen Spielen haben wir in 2020 rund 87 neu eingekauft“, so Büchereileiter Kaj-Jürgen Dönneweg. Für den „Steinfurter Spieletreff“ wurden circa 15 Spiele extra angeschafft, für 2021 sind die ersten Spielrunden ab April vorgesehen.

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