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Schulweg-Sicherheit

Gelb ist die Hoffnung

Wettringen/Kreis ...

Schon zum sechsten Mal heißt es „Der Kreis Steinfurt sieht gelb“. Der Kreis, Radio RST, die Verkehrswacht, die Polizei und das Schulamt arbeiten zusammen, um die Schulwegsicherheit der über 4000 neuen i-Männchen zu erhöhen.

Achim Giersberg

Nur 16 Schulwegunfälle hat es in diesem Jahr im Kreis Steinfurt gegeben, im Vorjahreszeitraum sogar nur zehn. Und: Autofahrer waren in den wenigsten Fällen daran beteiligt. „Meistens sind es Radfahrer zwischen zehn und 14 Jahren, Jungs, die etwas zu wild sind“, sagt Erich Holtkamp, Leiter des Verkehrsdiensts bei der Kreispolizeibehörde. Konstruiert also die Aktion „Kreis Steinfurt sieht gelb“, die in diesen Tagen Autofahrer zur Rücksicht auf Schulanfänger mahnt, ein Problem, das es eigentlich gar nicht gibt?

Nein – denn es geht ja um Prävention. Die geringen Schulweg-Unfallzahlen zeigen, dass sie funktioniert. Denn schon im sechsten Jahr erinnert die von Radio RST initiierte Aktion daran, dass die 4100 i-Männchen, die in diesen Tagen im Kreis Steinfurt neu in die Schule kommen, ganz besonderen Schutz verdienen. Die Hoffnung, dass die Autofahrer im Kreis Steinfurt das ganz genauso sehen, ist also gelb statt grün

Radio RST und seine Partner – der Kreis Steinfurt, die Kreisverkehrswacht, die Kreispolizei, das Schulamt des Kreises und die Firma Schmitz Cargobull als Sponsor – treiben dafür einen erheblichen Aufwand, wie sie gestern bei der Auftakt-Pressekonferenz in der Wettringer Ludgerus-Grundschule deutlich machten. 1500 Plakate, 300 Straßenbanner, 6000 gelbe Käppis, 10 000 Flyer mit Tipps für den sicheren Schulweg und 2300 gelbe Denk- und Dankzettel wurden an alle Grund- und Förderschulen im Kreis verteilt und 140 Radiospots werden das Thema aktuell halten.

Bis zum 10. September wird die Kreispolizei 36 Geschwindigkeitsmessungen im Umfeld von Schulen im gesamten Kreisgebiet vornehmen. Das Besondere dabei: Die Grundschulkinder verteilen gelbe „Denkzettel“ an erwische Temposünder und ebenfalls gelbe „Dankzettel“ an die Autofahrer, die sich korrekt verhalten. „Mancher ist da zu Tränen gerührt oder schämt sich“, hat RST-Chefredakteurin Andrea Stullich beobachtet und hält die „Zettel-Wirtschaft“ für wirkungsvoller als alle Bußgelder.

So sieht es auch Landrat Thomas Kubendorff. Als Schirmherr der Aktion verzichtet er gerne auf ein paar Bußgelder für die Kreiskasse. Von der „immerwährenden Wiederholung“ der Aktion erhofft er sich auf Dauer zudem ein generelles „Umdenken“ der Verkehrsteilnehmer, was das zu schnelle Fahren betrifft.

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