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Vorstellung des Holzblasinstrumentes Fagott an der Bismarckschule

Große Bereicherung im Unterricht

Steinfurt

Arndt Winkelmann ist diplomierter Gesangs- und Fagott-Lehrer, er leitet als Dirigent mehrere Chöre und Orchester. In der Musikschule des Kulturforums ist er seit Jahren als freier Mitarbeiter tätig. Nach den Sommerferien hat der Musiker ein neues Format entwickelt, um Grundschüler auf „sein“ Instrument, das Fagott, aufmerksam zu machen. Unser Redaktionsmitglied Claudia Mertins hat darüber mit ihm gesprochen.

Musikschuldozent Arndt Winkelmann bringt den Kinder der Bismarckschule das Holzblasinstrument Fagott näher.

Arndt Winkelmann ist diplomierter Gesangs- und Fagott-Lehrer, er leitet als Dirigent mehrere Chöre und Orchester. In der Musikschule des Kulturforums ist er seit Jahren als freier Mitarbeiter tätig. Nach den Sommerferien hat der Musiker ein neues Format entwickelt, um Grundschüler auf „sein“ Instrument, das Fagott, aufmerksam zu machen. Unser Redaktionsmitglied Claudia Mertins hat darüber mit ihm gesprochen.

In den vergangenen Wochen wurden Sie öfter in der Bismarckschule gesehen. Was haben Sie dort gemacht?

Arndt Winkelmann: Ich habe dort bisher sechs Klassen das Fagott und seine kleine Schwester, das Fagottino, vorgestellt. Übrigens war ich damit auch an anderen Steinfurter Grundschulen: Die Graf-Ludwig-, die Willibrord- und die Marienschule hatten ebenfalls Interesse an meiner Instrumenten-Vorstellung.

Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Winkelmann: Das hatte, wie so viele neue Formate, mit Corona zu tun. Eine Zeitlang konnten keine Schnupperkurse stattfinden und das „digitale Schnuppern“ wurde nicht gut angenommen. So brachte mich der Leiter der Musikschule Havixbeck, Rainer Becker, auf die Idee, mit dem Fagott in die Schulen zu gehen. Das Fagott gehört ja zu den weniger bekannten Instrumenten, das haben die Kinder und Eltern nicht so auf dem Schirm, wie zum Beispiel Klavier, Klarinette oder Gitarre. Deswegen braucht es diesen persönlichen Einsatz für ein wunderbares, gar nicht so schwieriges Instrument. Finanziert wurde dieser Einsatz übrigens durch ein Soforthilfe-Stipendium des Landes NRW.

Wie haben Sie Kontakt zu den Schulen aufgenommen und wie war die Resonanz?

Winkelmann: Von den 20 angeschriebenen Schulen gab es sieben positive Rückmeldungen. An diesen Schulen habe ich circa 600 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Wie läuft die Vorstellung des Fagottes und des Fagottinos ab?

Winkelmann: Zunächst zeige ich das Fagott optisch. Es ist ja ein relativ großes und sehr schönes Holzblasinstrument aus Bergahorn. Anschließend versuche ich dem Fagott einen Ton zu entlocken und zeige den Kindern, dass das nur mithilfe eines Doppelblasrohres – sozusagen als Mundstück - funktioniert. Das aus zwei Schilfblättern bestehende Doppelblasrohr tauche ich vor Gebrauch in Wasser, damit sich feinste Poren schließen. Nun spiele ich den Kindern eine bekannte Melodie in drei verschiedenen Tonlagen vor. Da klingt das Adventslied „Lasst uns froh und munter sein“ einmal wie vom Großvater gebrummt, oder, in hoher Tonlage, wie von hellen Kinderstimmen gesungen. Dieser gewaltige Tonumfang des Fagottes macht für mich seinen besonderen Reiz aus. Ich spiele den Kinder weitere Melodien vor, unter anderem das Solo aus „Peter und der Wolf“ von Prokofjew. Neben dem Fagott stelle ich auch das Fagottino vor. Es wurde 1985 speziell für Kinder und junge Musiker entwickelt. Für das Fagott braucht man eine gewisse Körpergröße, es ist für Kinder bis 12 Jahre schlicht zu groß.

Wie reagieren die Kinder? Welches sind typische Fragen?

Winkelmann: Ich bin begeistert von der positiven Reaktion der Kinder! Sie sind sehr interessiert und wollen zum Beispiel wissen, was die Instrumente kosten, woraus sie bestehen oder wie lange es dauert, bis man ein einfaches Lied spielen kann. Die Besuche in den Schulen machen mir so viel Spaß, dass ich diese Arbeit im kommenden Jahr fortsetzen möchte. Und für den Musikunterricht an den Schulen ist es laut vieler Lehrer eine große Bereicherung.

Können die Kinder die Instrumente selbst ausprobieren?

Winkelmann: Wenn ein Kind ernsthaftes Interesse am Fagott/Fagottino hat, kann es sich zur Schnupperstunde in der Musikschule anmelden. Dort wurde übrigens ein neues Fagottino angeschafft. Leider sind die Instrumente mit rund 3000 Euro sehr teuer.

Zurück zur Bismarckschule, da gibt es eine enge Verbindung zum Kulturforum Steinfurt…?

Winkelmann: Ja, zwischen Bismarckschule und Musikschule gibt es seit vier Jahren eine fruchtbare Kooperation. Die Musiklehrer der Musikschule kommen jeden Dienstag in die Bismarckschule und geben vor Ort Instrumentalunterricht und Orchesterproben für interessierte Schulkinder. Das wurde durch eine großzügige private Spende sowie durch das Engagement der Lehrerin Anika Schmiemann und dem Leiter der Musikschule Antonio Di Martino möglich. Diesem Schulorchester geht es wie vielen andern Orchestern, es fehlt ein Fagott.

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