Glasfaser-Kooperationsvertrag unterzeichnet

Grünes Licht für das schnelle Netz

Steinfurt

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages, der die Rechte und Pflichten zwischen den Vertragspartnern Deutsche Glasfaser (DG) und Stadt Steinfurt regelt, ist seit Mittwoch klar: Alle Ampeln stehen auf Grün für den zügigen Breitbandausbau in Steinfurts Innenbereich. Bis Mai nächsten Jahres sollen alle Anschlüsse hergestellt sein.

Von Ralph Schippersund

Bei der Vertragsunterzeichnung (v.l.): Debbie Kattenbeck (Wirtschaftsförderin Stadt Steinfurt), Thomas Busch, Marcel Büter (Deutsche Glasfaser), Ingmar Ebhardt (Breitbandkoordinator Foto: rs

Die Nachfragebündelung verlief zumindest in einem der Stadtteile zäh, zudem war lange nicht klar, wie sich die Stadtwerke, die in der Sache bereits umfangreiche Vorleistungen erbracht haben, einbringen werden: Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages, der die Rechte und Pflichten zwischen den Vertragspartnern Deutsche Glasfaser (DG) und Stadt Steinfurt regelt, ist seit Mittwoch nun klar: Alle Ampeln stehen auf Grün für den zügigen Breitbandausbau in Steinfurts Innenbereich. Im Rathaussaal herrschte bei allen Beteiligten freudige Stimmung, gekennzeichnet von dem Willen, die Dinge nun entschlossen anzugehen. „Es tut sich was und das ist gut so“, fasste der Erste Beigeordnete Michael Schell treffend zusammen.

Schon zeitig im Juni, so kündigte Thomas Busch, Rollout-Manager bei der DG, an, werden die Tiefbauarbeiten zunächst in Borghorst beginnen. Der Vertrag mit dem Tiefbauunternehmen Siers sei unterzeichnet, die Bagger startklar. Vorgesehen sei in Borghorst beginnend am Standort Kaiser-Karl-Straße der Bau von drei Hauptverteilern (PoP = Point of Presence), von denen aus sich die Glasfaserkabel sektorenartig über das Stadtgebiet verteilen. „Wir arbeiten mit Leerrohren, die in die Straße eingebracht und in die später die Glasfasern eingeblasen werden“, betonte Hasan Sengün, Projektleiter Bau bei der DG. Schon im August sollen die ersten Kunden mit Breitbandgeschwindigkeit online gehen – so das Ziel. Abhängig von der Witterung und den Bodenverhältnissen strebt die DG in Borghorst einen Abschluss der Arbeiten im April kommenden Jahres an.

Etwas mehr Geduld müssen die Burgsteinfurter Kunden aufbringen. Dort hängt der Zeitplan wegen der notwendig gewordenen Verlängerung der Nachfragebündelung etwas hinterher. „Wir stehen kurz vor der Vertragsunterzeichnung mit dem Unternehmen, das dort den Tiefbau ausführt“, so Thomas Busch zum Stand der Dinge. Als Startschuss für den Ausbau geben die DG-Verantwortlichen Juli oder August an, Maßnahmenabschluss soll im Mai 2022 sein.

Dass der Anschluss von 14 000 Wohneinheiten und die Verlegung von knapp 170 Kilometern Leitungsweg in weniger als einem Jahr gelingen kann, ist direkter Ausfluss einer erfolgreichen Kooperation mit den Stadtwerken. „Wir waren immer für Kooperationen offen und hatten nie den Anspruch, dieses Großprojekt im Alleingang zu stemmen“, erklärte dazu Geschäftsführer Rolf Echelmeyer. Der Energieversorger wolle sich auf das Gigabit-Geschäft mit großen Gewerbekunden konzentrieren.

Da vorhandene Infrastruktur genutzt wird, sei es eine aus volkswirtschaftlicher Sicht sehr sinnvolle Lösung, lobte der Breitbandkoordinator des Kreises, Ingmar Ebhardt, das Ergebnis der Zusammenarbeit, an dem auch die Stadt als Mediator großen Anteil hatte. Unter anderem gehen die bereits verlegten Leerrohre von drei Straßen und die Hauptverbindung zwischen den Ortsteilen in DG-Besitz über.

Bevor die Füller gezückt und der Vertrag unterzeichnet wurde, wies DG-Mitarbeiter Marcel Büter darauf hin, dass Interessierte, die sich mit dem Gedanken tragen, noch einen Abschluss zu tätigen, dies möglichst kurzfristig tun sollten. Sei der Tiefbau in der Straße erst einmal abgeschlossen, sei ein nachträglicher Anschluss nur mit viel Verzögerung möglich und mit Zusatzkosten verbunden. Weitere Infos dazu gebe es auf der Homepage.

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