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Über 300 Mitwirkende machen fürstlichen Park zum grünen Konzertsaal

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Steinfurt

Der Bagno Sound Garden hat am Sonntag einige tausend Menschen nach Steinfurt gelockt. Über 300 Mitwirkende haben den fürstlichen Park zu einem riesigen grünen Konzertsaal gemacht.

Von Dirk Drunkenmölle

Foto: Drunkenmölle

Wie viele Menschen am Sonntag gekommen waren, um den besonderen Einklang von Kultur und Natur zu erleben? Darüber lässt sich nur spekulieren. Ein paar tausend werden es aber bestimmt gewesen sein, die im Verlauf des Nachmittags durch den 1,4 Kilometer langen Bagno Sound Garden flaniert sind und die Darbietungen von über 300 Mitwirkenden unter freiem Himmel inmitten von Flora und Fauna verfolgt haben.

Vom Französischen Garten über die Große und Dunkle Allee bis zum Bagno-Quadrat waren im grünen Konzertsaal drei Stunden volles Programm mit Solisten, kleinen und großen Orchestern, Bands und Chören angesagt. Alles live, alles weitgehend ohne elektrische Verstärkung und vieles wirklich handgemacht. Leise Gitarrentöne wechselten sich mit unter die Haut gehenden Gesang aus stimmgewaltigen Kehlen ab. Hier pfiff es aus dem schottischen Dudelsack, dort fiedelte eine Geige irische Volksmelodien. Moderne Gesänge folgten auf mittelalterliche Lieder, mönsterländer Platt auf amerikanischen Square Dance. Ob zwei- oder mehrstimmig, A-cappella, klassisch oder experimentell, mal improvisiert, mal bedeutungsschwer, mal heiter, mal witzig, mal satirisch – nahezu jede Form, sich musikalisch, gesten- und wortreich auszudrücken, kam zum Zug. Nahezu jeder Musikgeschmack wurde bedient. Jazz, Rock, Blues, Funk, Folk, vorgetragen von alten Bühnenhasen und jungen Nachwuchsmusikanten, für beste Unterhaltung war gesorgt – , aber kaum Zeit, alle Standorte zu besuchen. Dafür war das Angebot einfach zu groß. Wer die Wahl hatte, hatte die Qual, stehenzubleiben, zuzuhören, mitzusingen, mitzuklatschen, mitzutanzen, mit den Füßen zu wippen – oder weiterzugehen.

Auch Gänsehaut-Momente hat es gegeben. Als der Borghorster Friedensklang und das befreundete Orchester der Inselschule Borkum die ukrainische Nationalhymne spielten, hielten die Menschen inne. Denn bei allem Spaß, den der Sound Garden versprochen hatte, war es den Organisatoren um Marcus Hues auch wichtig, auch ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen zu setzen, die in Osteuropa unter dem russischen Angriffskrieg leiden. Der Hut ging rum. Gesammelt wurde für „Ärzte ohne Grenzen“ und die Ukraine-Hilfe.

Marcus Hues durfte, wie alle, die mitgewirkt haben, am Ende zufrieden und glücklich über den Verlauf dieser Großveranstaltungen gewesen sein. Das Wetter hat mitgespielt. Die Resonanz der Besucher war nicht nur toll, sondern zugleich Ansporn, das Konzept weiterzuverfolgen. Als Marke hat sich der Bagno Sound Garden etabliert. Für das Steinfurter Stadtmarketing ist er zu einer festen Größe geworden. Ein Image-Gewinn.

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