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Garten der Familie Stucky gehört zu Gewinnern des Wettbewerbes „Wo summt und brummt es in Steinfurt?“

Insekten stehen auf Wildwuchs

Borghorst

Chrysantha und Stefan Stucky aus Borghorst heißen die Preisträger im Ende April ausgelobten Wettbewerb „Wo summt und brummt es in Steinfurt?“ des Imkervereins Steinfurt und Umgebung. Summa summarum hatten 14 Gartenbesitzer an dem Wettbewerb teilgenommen.

Von Matthias Lehmkuhlund

Der Garten von Chrysantha (l.) und Stefan (r.) Stucky gehört zu den drei Gewinnern des Wettbewerbes „Wo summt und brummt es in Steinfurt?“ in den es um den insektenfreundlichsten Garten in und rund um die Kreisstadt ging. Teresa Ludwig (M.), Bienenweide-Fachberaterin und Vorstandsmitglied des Imkervereins Steinfurt und Umgebung aus Horstmar, überreichte den Preis Foto: Matthias Lehmkuhl

In vielen Ziergärten soll es schön und ordentlich aussehen und vor allem blühen. Es boomen Gärten im englischen oder japanischen Stil, die mit exotischen Pflanzen bestückt worden sind. Doch in Zeiten des Insektensterbens und des Klimaschutzes hat bei vielen Gartenbesitzern ein Umdenken eingesetzt: eine Rückbesinnung auf heimische Pflanzen.

Chrysantha und Stefan Stucky aus Borghorst haben ihr Kleinod so umgestaltet, dass es dem Imkerverein Steinfurt und Umgebung wert war, diesen vorbildlichen Garten im Sinne der Biodiversität mit einem von insgesamt drei Preisen auszuzeichnen. Die Preisträger hatten sich am Ende April ausgelobten Wettbewerb mit dem Titel „Wo summt und brummt es in Steinfurt?“ beteiligt. Summa summarum nahmen 14 Gartenbesitzer an dem Wettbewerb teil.

„Damit nicht nur drei Gartenbesitzer einen Preis bekommen, haben wir noch mal einen Griff in die Vereinskasse gewagt. Jetzt erhalten alle eine Plakette mit der Aufschrift ‚Insektenfreundlicher Garten‘“, erklärt Teresa Ludwig. Die 39 Jahre alte Bienenweide-Fachberaterin und Vorstandsmitglied des Imkervereins Steinfurt und Umgebung übergibt der Familie Stucky den Preis, der Tickets für einen Besuch im Allwetterzoo Münster für vier Personen, einen Gutschein des Fachmarktes „Haus Tier Garten“ in Metelen, Pflanzen aus dem Kreislehrgarten und Sachpreise des Raiffeisenmarktes und der Vinothek in Steinfurt sowie des Kibitzmarktes aus Laer.

Der für viele Hobbygärtner unordentliche Garten der fünfköpfigen Borghorster Familie Stucky am Heckenweg 40, entspricht nahezu allen Kriterien: Die Gärten sollten vor allem Lebensraum für Insekten, vom Käfer über den Schmetterling bis zur Wildbiene, bieten. Blühwiesen, aber auch mehrjährige Stauden, heimische Sträucher oder Baumarten aus der Region sollten dort wachsen. Auch die als Unkraut verpönten Brennnesseln gehören dazu. Sie bieten für die Raupen vieler heimischer Schmetterlingsarten das Futter und die Kinderstube. Totholzhecken, Insektenburgen aus Sand oder Lehm, Komposthaufen oder auch die sogenannten „Insektenhotels“ dürfen in einem insektenfreundlichen Garten nicht fehlen. Außerdem sollte gleichzeitig der Mensch als Nutzer nicht zu kurz kommen. „Im Garten der Familie Stucky werden alle diese Zwecke erfüllt. Ein Kompromiss halt zwischen einem Garten für Kinder und einem insektenfreundlichen Garten“, unterstreicht Teresa Ludwig. Darüber hinaus bietet der Garten auch zu 75 Prozent Rückzug für andere Insekten außer Wildbienen.

Chrysantha (46) und Stefan (45) Stucky stammen aus dem Saarland und sind Eltern von zwei neun und vier Jahre alten Mädchen sowie einem sechs Jahre alten Jungen. Die Familie wohnt seit sechs Jahren in Borghorst und hat das bestehende Einfamilienhaus mit Garten am Heckenweg erworben.

„Die Umgestaltung zu einem insektenfreundlichen Garten war ein ständiger Prozess“, erläutert die Hausfrau, Mutter und Gärtnerin Chrysantha Stucky. Der Garten habe mit ganz großen Eiben und Rhododendron vollgestanden und war total zugewuchert. Eine Zierkirsche sei bereits abgestorben gewesen. Der Vorgarten bestand aus einer Rasenfläche. „Als wir die Terrasse angelegt hatten, wussten wir noch gar nichts von Wildbienen“, hebt die ehemalige Bankkauffrau hervor. Als ihr Mann Stefan eine Wildbiene in einem kleinen Loch eines Holzregals entdeckte, war es um sie geschehen. „Ich habe damals meinen Mann ausgelacht, weil ich ihm nicht glaubte“, so Chrysantha Stucky weiter. Auch vor dem Hintergrund, dass sie drei kleine Kinder haben und sich um ihre Zukunft sorgen, hätten sie sich dem Klimaschutz und der Biodiversität verschrieben.

Der Vorgarten wird nicht nur durch eine Totholzhecke zur Nordwalder Straße abgegrenzt, sondern fungiert auch als Nutzgarten. Dort ist ein Sandhaufen vorhanden, der als Insektenburg genutzt wird. Chrysantha Stucky weist aber abschließend darauf hin, dass noch viele arbeit vor ihnen liegt: „In unserem Garten gibt es immer noch viele Baustellen, mit denen wir noch viele Jahre zu tun haben werden.“

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