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Einzelhandel, Ordnungsamt, Krankenhaus

Irgendwie durchkommen

Steinfurt

Dass da was kommen würde, war allen klar. Darum ist auch in Steinfurt die Überraschung nicht allzu groß. Nach dem Lockdown light nun also die Heavy-Variante, unter der ganz schwer der örtliche Einzelhandel zu leiden hat, kommt sie doch mitten in der umsatzstärksten Zeit des Jahres. Trotzdem äußern die Kaufleute Verständnis.

Axel Roll

Steinfurt stellt sich auf den zweiten Lockdown ein: Für das Marienhospital haben die geltenden Corona-Regeln Bestand, die Borghorster Werbegemeinschaft und die Burgsteinfurter Kollegen trifft die Schließung der Geschäfte hart, wie Siegfried Knüpp (o.r. M.) und Oliver Tieck sagen. Der Bürgerbus fährt jetzt nicht mehr. Foto: Axel Roll

„Einbußen haben alle, die Gesundheit geht aber vor. Wir hoffen jetzt, dass die Förderungen der Regierung zügig kommen, damit der Handel einigermaßen durch die Krise kommt“, kommentiert Siegfried Knüpp als Vorsitzender der Borghorster Werbegemeinschaft die Zwangsschließung der Läden am morgigen Mittwoch. Es werde im kommenden Jahr ein nächstes Weihnachten geben, jetzt müsse es darum gehen, möglichst viele Menschen gesund zu halten. Ob allerdings am 10. Januar schon alles überstanden sei, das wagt Siegfried Knüpp zu bezweifeln.

Die Kollegen aus Burgsteinfurt haben schnell reagiert und für Montag und Dienstag verlängerte Öffnungszeiten für den Weihnachtseinkauf angekündigt. „Wir haben uns am Wochenende kurzgeschlossen und spontan entschieden, am Montag und Dienstag durchgehend bis 19 oder 20 Uhr zu öffnen“, erzählte Werbegemeinschaftsvorsitzender Oliver Tieck. Allerdings würden nicht alle Innenstadt-Geschäfte mitmachen. Er selbst bietet für seine Vinothek während des Lockdowns einen Abholservice an. „Jetzt kommt es auf Einfallsreichtum an“, ist er überzeugt.

Im Steinfurter Rathaus bereitet sich der Fachdienst Ordnung und Sicherheit schon länger auf Kontrollen der Corona-Schutzmaßnahmen an den Feiertagen vor. „Wir werden sowohl Weihnachten als auch Silvester durcharbeiten“, erläuterte Holger Brüggemann als stellvertretender Fachdienstleiter. Nach den bisherigen Erfahrungen ist er optimistisch: „Die überwiegende Mehrzahl der Bürger wird sich an die Vorgaben halten.“ Allenfalls zu Silvester könnte es seiner Einschätzung nach zu unerlaubten Treffen in der Öffentlichkeit kommen. „Silvester sind wir mit vier Teams unterwegs, ein Kollege hält die Stellung im Rathaus“, so Brüggemann.

Heute steht bei den Kollegen der Einzelhandel ganz oben auf der Liste. Sie haben die Situation in und vor den Geschäften im Auge. Bis Montagmittag hatte der stellvertretende Fachdienstmitarbeiter aber keine Erkenntnisse über zu volle Geschäfte oder lange Schlangen vor den Türen. An den Feiertagen schauen die Fachdienst-Mitarbeiter natürlich auch darauf, ob die Vorgaben für private Feiern eingehalten werden. „Bei entsprechenden Hinweisen fahren wir dann auch raus“, warnt Holger Brüggemann. Wenn es sein muss, mit der Polizei. Anders als noch im Sommer geht er davon aus, dass es während des Lockdowns kaum zu Treffs oder gar Partys auf Straßen oder Plätzen kommt: „Am Kieferngrundsee sitzen bei diesem Wetter höchstens Angler.“

In der vergangenen Woche noch übergab der Bürgerbus-Vorstand den neuen Fahrplan an Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer. Am späten Montagnachmittag fiel die Entscheidung, dass der Bus erst einmal seinen Betrieb einstellt. „Es geht in erster Linie um den Schutz der Fahrer“, erläuterte Vorsitzender Ferdi Brust. So ist bislang noch völlig unklar, wann der rote Flitzer im neuen Jahr seine Arbeit wieder aufnehmen kann.

Unverändert stellt sich die Situation für das Borghorster UKM-Marienhospital dar, wie Pressesprecher Stephan Schonhoven sagte. „Für uns ändert sich durch den zweiten Lockdown nichts.“ So gilt nach wie vor ein grundsätzliches ein strenges Besuchsverbot von Patienten des Marienhospitals, das nur nach Absprache mit den zuständigen Fachärzten aus triftigen Gründen aufgehoben werden kann.

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sieht die Notwendigkeit des Lockdowns, aber auch die dramatischen Auswirkungen auf Handel und Gastronomie: „Wir müssen im nächsten Jahr alles dafür tun, dass die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt.“

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