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Diebe zeigen ihren Diebstahl im Internet

Blechschild-Bande stellt sich selbst an den Pranger

Steinfurt

Lachen müssen die Mitglieder dieser Jugendbande nicht alleine: Sie haben ihren Diebstahl nicht nur gefilmt, sondern auch ins Netz gestellt. Mit für sie unangenehmen Folgen...

Kaum zu glauben: Die drei Schilder-Diebe haben sich bei ihrer Tat von einem Kumpel fotografieren und filmen lassen.

Der Schaden ist für einen Autohaus-Diebstahl gottlob relativ gering. Die Täter hatten es auf zwei blecherne Kennzeicheneinleger abgesehen. Aufschrift: Nugget. Groß ist allerdings der Spott, den sich die bislang noch namentlich Unbekannten für ihre nächtliche Wochenendaktion im Netz und auf Borghorsts Straßen eingehandelt haben.

Die Vermutung, dass es sich bei dem Quartett um intellektuelle Standlichtfahrer handelt, nährt sich aus der Tatsache, dass sich die Jungs nicht nur beim Abschrauben der Metallschilder gegenseitig gefilmt und fotografiert haben. Nein, und das ist jetzt der Schenkelklopfer überhaupt, die Nugget-Fans haben die bildlichen Beweise ihres Diebstahls dann auch noch auf der Video-Plattform Instagram hochgeladen. Das ist ungefähr so, als wenn ein Einbrecher am Tatort seine Visitenkarte hinterlegt.

Beute unauffällig vom Hof schmuggeln

Nun, Autohaus-Besitzer Maik Stücken wäre vielleicht gar nicht so schnell dahinter gekommen, dass er seit dem Wochenende zwei Nugget-Kennzeichen weniger hatte. Schließlich waren die dazugehörigen Campingmobile glücklicherweise noch vorhanden. „Aber ich bin ständig von Blagen angehauen worden“, schmunzelt der Chef, „die das Filmchen bei Instagram gesehen hatten.“ Immer die gleiche Frage: „Ist das nicht bei Euch?“ So viele Verkaufsstellen für Ford-Lieferfahrzeuge gibt es schließlich in Steinfurt nicht.

Die Sequenz zeigt nicht nur das Abmontieren. Einer aus der Blechschild-Gang versucht in seinem linken Hosenbein ein Plätzchen zu finden, die Beute unauffällig vom Hof zu schmuggeln.

Strafarbeit für Spaßvögel

Maik Stücken jedenfalls hat das viral gegangene Filmdokument inzwischen für seine Fahndungszwecke missbraucht. Er ruft die drei Schrauber und ihren Kameramann dazu auf, die Schilder bis zum morgigen Freitag zurückzugeben. „Ansonsten werden wir Euch leider bei der Polizei anzeigen müssen“, droht der Autohaus-Eigner auf allen Kanälen. Ach ja, eine Entschuldigung möchte er auch noch hören.

Stücken macht sich inzwischen Gedanken darüber, ob er die Spott-, pardon Spaßvögel zu einer Art Strafarbeit heranziehen darf. Autos waschen oder Unkraut zupfen auf dem Platz? An geistig nicht sonderlich herausfordernden Tätigkeiten fällt ihm da eine Menge ein. „Und ich würde die Täter natürlich fragen, ob ich sie dabei filmen darf“, klopft sich Stücken ein zweites Mal lachend auf die Schenkel.

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