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Pindakaas Saxophon Quartett entführt auf eine musikalische Reise

Klangstark in die Neue Welt

Steinfurt

Was hat Erdnussbutter mit Saxophonen und dann auch noch mit Reisen zu tun? Die Besucher des Konzertes des Pindakaas Saxophon Quartetts am Mittwochabend in der Konzertgalerie im Steinfurter Bagno werden diese Frage vielleicht beantworten können.

Von Martin Fahlbuschund

Das Pindakaas Saxophon Quartett präsentierte seine ganze spielerische Bandbreite. Foto: Martin Fahlbusch

Nicht nur dank der humorigen wie charmanten Moderation von Prof. Dr. Matthias Schröder in seiner Doppelrolle als Baritonsaxophonist des „Erdnussbutter“-Quartetts und als künstlerischer Leiter der Bagno-Konzertgalerie gab es neben höchst abwechslungsreichem Saxophonklang auch viel Wissenswertes auf die Ohren. Wie sehr sich Zuhörer, Veranstalter und Instrumentalisten gleichermaßen auf diesen ersten Musikabend nach dem jüngsten und längsten Corona-Lockdown in Europas ältestem freistehenden Konzertsaal gefreut hatten, war bereits nach den ersten Takten klar.

Mit der genre-überspannenden musikalischen Reise vom 16. bis hinein ins 20. Jahrhundert sorgten neben Matthias Schröder Thorsten Floth (Sopran- und Altsaxophon), Guido Grospietsch (Altsaxophon) und Anja Heix (Tenorsaxophon) beim Steinfurter Publikum für beste Ferienstimmung durch flirrend-feine Instrumentenbeherrschung.

Ganz in der Idee des Programmnamens „Voyage“ ging es in die Wärme des mittleren Westens, nach Spanien und gar Argentinien, bevor man in der Neuen Welt klangstark anlandete. Dabei konnte das Quartett seine spielerische Bandbreite von eher unbekannterer Renaissance-Literatur bis hin zu echten Jazz- und Musical-Hits eindrucksvoll präsentieren. Spätestens bei Isaac Albéniz „Asturias“ aus der Suite española wich die anfängliche Anspannung und Unsicherheit der Konzertbesucher ob der neuen Auflagen wie ungewohnten Freiheiten wippenden Füßen.

Maßgeblich mit zu verdanken war dies den frei gestalteten Passagen von Thorsten Floth, der in Gershwins „The man I love“ ein bisschen von dem durchblicken ließ, was in einem Saxophon so an Jazz, Groove und Schmelz steckt. Aus der Reaktion des Publikums war in jedem Fall zu schließen, dass der Abend im Bagno noch etwas länger hätte dauern dürfen. So mussten die vier Musiker trotz der Corona bedingten Doppelschicht mit zwei Konzerten à 100 Besuchern an einem Abend mit gleich zwei Zugaben die Reise in die USA noch etwas verlängern. Mit „Summertime“ sorgte das Pindakaas Saxophon Quartett dann für den perfekten Abschluss im sommerlichen Grafen-Park in Burgsteinfurt.

Eine Anekdote blieb Matthias Schröder seinen Zuhörern allerdings schuldig: Warum hat sich wohl dieses Saxophon-Quartett vor über 30 Jahren nach dem vor allem in den angrenzenden Niederlanden beliebtem Brotaufstrich benannt? Eine auflösende Antwort auf diese Frage wird es hoffentlich beim nächsten Auftritt des wandlungsfähigen Ensembles in der Bagno-Konzertgalerie geben.

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