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Flanierkonzerte im Neuy-Museum

Konzept hat bestens funktioniert

Steinfurt

Mit einer fulminanten Interpretation von Niccolo Paganinis „Moto Perpetuuo“ hat der ungarische Ausnahmegeiger Jozsef Lendvay zum Abschluss der rund sechsstündigen Flanierkonzerte die Zuhörer im Garten des Heinrich-Neuy-Museums von den Sitzen gerissen.

wn

Das Interesse an den Flanierkonzerten Foto:

Mit einer fulminanten Interpretation von Niccolo Paganinis „Moto Perpetuuo“ hat der ungarische Ausnahmegeiger Jozsef Lendvay zum Abschluss der rund sechsstündigen Flanierkonzerte die Zuhörer im Garten des Heinrich-Neuy-Museums von den Sitzen gerissen. Mit schon fast provozierender Lässigkeit trieb Lendvay seine vier Mitstreiter Oksana Pinchuk (Violine), Valentin Vlashchenko (Violine), Jürate Cickeveciute, (Viola) und Giedrius Daunoravicius (Violoncello) traumwandlerisch sicher zu Höchstleistungen und führte sie in atemberaubendem Tempo durch eines der virtuosesten Stücke der Geigenliteratur.

Das Konzept, das die Verantwortlichen der »musik:landschaft westfalen« entwickelt haben, um auch unter Corona-Bedingungen Konzerte stattfinden zu lassen, hat bestens funktioniert. „Klassik im Park – Die Flanierkonzerte” fand im Garten des Steinfurer Neuy-Museums einen idealen Aufführungsort, obwohl sich die Veranstalter aufgrund der unsicheren Wetterlage auf eine Bühne beschränkt hatten und das Flanieren nur temporär stattfand. Zwischen 11 und 17 Uhr haben drei Konzerte stattgefunden, in denen drei Ensembles jeweils einen Auftritt hatten.

Das Quartett besetzt sich, ebenso wie das Bläserquintett (Maria Kostina, Querföte;
Yaneth Zouehid, Nao Katahira, Michael Chang, Horn und Alp Civici –Fagott) sowie das zweite Quartett (Michael Kibardin, Nilolaj Leshchenko, Violine; Anton Hubert, Viola und erneut Giedrius Daunoravicius (Violoncello) aus Musikern der »festival philharmonie westfalen«. Dieses Orchester entstand aus der dreijährigen Zusammenarbeit mit dem kürzlich verstorbenen polnischen Komponisten und Dirigenten Krzystopf Penderecki, erläuterte Dirk Klapsing, Intendant des »musik:landschaft westfalen«. Er verwies auf die drei Sommerakademien, die der wohl einflussreichste Komponist unserer Zeit in Borken geleitet habe.

Während das Quartett mit dem Solisten Lendvay neben Paganinis Moto Perpetuo mit „Air“ von Johann Sebastian Bach aus der 3. Suite für Orchester, den „Winter“ aus Vivaldis Jahreszeiten sowie Massenets „Meditation“ begeisterte, konnte das Bläserquintett mit Bearbeitungen von Purcells „Suite für Dramatische Musik“ dem 2. Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian Bach, dem „Lacrimosa“ von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Shostakovichs wohl berühmtesten Walzer, die Jazz Suite überzeugen. Mit Mozarts Divertimento in D – Dur, dem 5. Ungarischen Tanz von Johannes Brahms, dem Tango „Por Una Cabeza“ von Gardel und La Cumparsita von Rodríguez komplettierte das zweite Quartett die Konzerte.

„Nachdem wir das eigentliche Sommerfestival um ein Jahr verschieben mussten, sind wir sehr glücklich, mit den Flanierkonzerten offenbar ins Schwarze getroffen zu haben – in bislang vier Konzerten haben wir über 1000 Gäste begrüßen können. Ich gehe davon aus, dass diese Konzertform ein wichtiger Bestandteil unserer künftigen Planungen wird“, resümierte Klapsing. Zumindest am Neuy-Museum soll es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben, sind sich Hedwig Seegers und Claudia Seeger vom Museum einig, die, wie das Publikum, begeistert von den Darbietungen waren.

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