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Steinfurt

Kriminalbeamte sagen Innenminister Kampf an

wn

Kreis Steinfurt - Zornige Gesichter sah man auf der Mitgliederhauptversammlung des Bezirksverbandes Steinfurt des BDK ( Bund Deutscher Kriminalbeamter ) in Burgsteinfurt. Soeben hatte der Abteilungsleiter der Polizei, LPD Wilfried Kampmann, als Gastreferent der Veranstaltung den aus dem Kreisgebiet angereisten mehr als 40 Kriminalbeamten erläutert, was die von Innenminister Dr. Ingo Wolf verabschiedete neue Funktionszuordnung für die Kriminalpolizei des Kreises an Auswirkungen mit sich bringt.

Die Kritik der BDK-MItglieder: Anstatt der in der Kriminalpolizei vorhandenen Spezialisierung Rechnung zu tragen und neuen Formen der Kriminalität durch Spezialistentum zu begegnen, würden hochprofessionell arbeitende Kriminalbeamte gezwungen, ihre Aufgabenfelder zu verlassen und in andere Funktionen der Schutzpolizei zu wechseln. Wenn sie Karriere machen wollten.

Fachkarrieren, so wird das Spezialistentum in der Kriminalpolizei genannt, seien von Innenminister Dr. Wolf offensichtlich nicht gewünscht. Anders könne man sich die fehlende Wertschätzung durch nicht vorhandene oder abzubauende Beförderungsstellen wohl nicht erklären. Bei Wolf würden aus Spezialisten „Fehlsitzer oder Altfälle“. Das sei das Vokabular des Innenministeriums. So wie die Kriminalpolizei zum Ermittlungsdienst umbenannt wworden sei.

Dass sich der BDK weiterhin in seiner Verantwortung zu einer professionellen Kriminalitätsbekämpfung sieht, wurde deutlich aus den Vorträgen bundesweit geschätzter Referenten. So erläuterte Kriminaldirektor a.D. Ernst Hunsicker, ehemaliger Leiter der Kriminalpolizei Osnabrück, in seinem Vortrag zur „Präventiven Gewinnabschöpfung“ die Möglichkeiten, Straftätern auch ohne konkretes Ermittlungsverfahrenverfahren ihre kriminell erlangten Gewinne abzunehmen. Georg Prüfling, Leiter der KTU Bonn, konnte in seinem Referat über „DNA in der polizeilichen Praxis“ zeigen, wie sehr durch eine Verzahnung von naturwissenschaftlichen Verfahren und kriminalistischer Erfahrung neue Möglichkeiten zur Aufklärung von Straftaten gewonnen werden.

Der neu gewählte Vorstand des BDK BV Steínfurt freute sich dann, den Leitenden Kriminaldirektor Rolf Jäger vom PP Duisburg begrüßen zu können. Rolf Jäger, stellvertretender Landesvorsitzender des BDK NW und Chefredakteur der Fachzeitschrift „Der Kriminalist“ nahm in einem engagierten Vortrag nochmals Stellung zur Situation der Kriminalpolizei des Landes NW.

Ein Innenminister, der aus welchen Gründen auch immer, nicht seine, sondern die Kriminalpolizei der Bürger des Landes so behandelt, bekomme das, was man von einer professionell arbeitenden Berufsorganisation erwarten könne: Eine Kampfansage.

In den neuen Vorstand des BV Steinfurt wurden gewählt: Manfred Bruns (Vorsitzender), Uwe Stork ( stellv. Vorsitzender ), Wolfgang Abrams (Geschäftsführer), Dieter Niemeier (stellv. Geschäftsführer), Ingo Knobbe ( Kassierer), Peter Pilch, Ralf Bornhausen, Bernhard Rausing, Ulrich Hülsmann (Beisitzer ).

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