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Kosmetikerin Ludmila Martel hat von der Anmietungsförderung für leerstehende Ladenlokale der Stadt profitiert

Letzter Ruck bei Entscheidungsfindung

Borghorst

Ludmila Martel hat mitten in der Corona-Krise den Schritt gewagt, und ein leerstehendes Ladenlokal in der Borghorster Innenstadt für ihr neues Kosmetikstudio angemietet. Dabei hat ihr das Förderprogramm zur Stärkung der Innenstädte in die Karten gespielt. Über zwei Jahre hinweg muss die junge Frau nur einen Bruchteil der eigentlich vorgesehenen Miete bezahlen. Ein Erfolgsmodell, das ein Gewinn für alle Seiten darstellt – Mieter, Vermieter und Stadt.

Von Ralph Schippers

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer gratulierte Ludmila Martel zur Neueröffnung ihres Kosmetikgeschäfts – und zeigte sich begeistert von dem attraktiven Angebot. Foto: Stadt Steinfurt, Sabine Sitte

Durchstarten in der Coronazeit, Investieren in der Krise: Ludmila Martel hat an den Erfolg geglaubt, als sie Ende 2021 den Sprung in die erweiterte Selbstständigkeit wagte. Sie mietete das leerstehende Ladenlokal des ehemaligen Optiker-Geschäft Hues in der Münsterstraße an, um dort das Kosmetik-Studio „Lu Mar“ einzurichten. Ende Januar war nach großer Renovierung Eröffnung. Gut zehn Wochen später zieht die junge Frau, die zuvor von Zuhause in Wilmsberg aus arbeitete, eine stolze Bilanz: „Ich habe die Zahl meiner Kunden verdoppeln können.“

Eine Erfolgsstory, die in erster Linie auf harter Arbeit und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten fußt, bei der aber auch die passenden Begleitumstände eine gewichtige Rolle spielen. Im konkreten Fall ist es das Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren des Landes, aus dessen Baustein Anmietungsförderung die städtische Wirtschaftsförderung der Borghorsterin die nötige Starthilfe für ihr Vorhaben geben konnte.

Nur gut 20 Prozent der üblichen Miethöhe des rund 70 Quadratmeter großen Geschäfts muss Ludmila Martel an ihren Vermieter zahlen – über einen Zeithorizont von zwei Jahren. Letzterer verzichtet, so wollen es die Statuten des Förderprogramms, auf einen Teil der so genannten Altmiete, den Rest finanziert die Stadt aus den zur Verfügung gestellten Mitteln.

Ein Deal, der alle Beteiligten zufriedenstellt: Der Vermieter ist froh, wieder ein Objekt in Nutzung zu haben, die Stadt profitiert von mehr Kundenfrequenz in der City sowie weniger Leerstand und der Mieterin bleibt in der Anfangsphase Luft, um Kapital aufzubauen oder auch einmal schwierige Zeiten zu überbrücken.

Für Ludmila Martel kam die Anmietungsförderung genau zur richtigen Zeit. „Es hat mir sozusagen den letzten Ruck in meiner Entscheidungsfindung gegeben. So wusste ich, dass ich mir leichter etwas aufbauen kann“, sagt sie. Nach der Prüfung, ob auch alle Kriterien für eine Bezuschussung erfüllt waren, bekam sie im Dezember den Zuschlag.

Für die Kosmetikerin, die über viele Zusatzqualifikationen vom Nageldesign bis zum Wimpernlifting verfügt, passte das seit geraumer Zeit leerstehende Ladenlokal an der Münsterstraße perfekt. Auf rund 70 Quadratmetern sind ein repräsentativer Empfangsraum, Behandlungszimmer sowie ein Sozialraum mit Küche untergebracht. Dank der Vergrößerung kann sie nun zwei weitere Arbeitskräfte beschäftigen, eine weitere Unterstützung im Bereich Wimpernstyling wird noch gesucht.

Mit dem Standort in der Innenstadt ist sie zufrieden, was allgemein jedoch fehle, seien Angebote für junge Leute. „Eine passende Gastronomie etwa oder auch ein Bekleidungsgeschäft für junge Mode“, sagt sie.

Weitere Fälle für die Anmietungsförderung der Stadt? Ludmila Martels Vorbild zeigt, mit Mut und dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten geht eine ganze Menge ...

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