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Emmausgang der Prinzen-Schützen

Licht der Hoffnung in dunkler Zeit

Borghorst

Traditionen sind wichtige Bausteine des Schützenwesens und werden auch in Krisenzeiten nicht vernachlässigt. So halten es jedenfalls die Prinzen-Schützen. Auch in diesem Jahr organisierten sie ihren Emmausgang – bereits der zweite unter den besonderen Bedingungen einer Pandemie.

Rainer Nix

Oberst Enrico Husham entzündet die Kerzen im Kandelaber, links Paul Brinkert. Foto: nix

Traditionen sind wichtige Bausteine des Schützenwesens und werden auch in Krisenzeiten nicht vernachlässigt. So halten es jedenfalls die Prinzen-Schützen. Bereits im letzten Jahr musste die Schützengesellschaft ihren Emmausgang am Ostersonntag den Pandemiebedingungen anpassen. Wer hätte gedacht, dass es auch in 2021 wieder nötig sein würde? „Das stimmt uns sehr traurig, wir würden natürlich gerne unsere Mitglieder mitnehmen“, sagte der Vorsitzende Kai Laukemper.

So wurde der vom Fürstenhaus vor 198 Jahren gestiftete Messingkandelaber erneut nur zu zweit vom „Lindenhof“ an der Dumter Straße zur Nikomedeskirche gebracht. Diesmal trug nicht der aktuelle Schützenkönig das mit drei brennenden Kerzen bestückte Kleinod, dafür Jubelkönig Paul Brinkert. Er saß vor 25 Jahren auf dem Thron der Prinzen. Neben ihm marschierte der Vorsitzende. Mit der Kamera im Anschlag lief Oberst Enrico Husham in gebührendem Abstand voran, damit der Gang per Stream auf der Facebook-Seite des Vereins verfolgt werden konnte. Das Besondere: In einem Tippspiel konnte die Uhrzeit erraten werden, zu der die letzte Kerze erlosch. Noch in der Nacht lüfteten die Prinzen das Geheimnis: Um 0.33 Uhr wurde es in der Laterne dunkel. Nach diesem einsamen Gang durch die Stadt begrüßten in der Nikomedes-kirche Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld von der katholischen und Prädikant Alexander Becker von der evangelischen Gemeinde die kleine Abordnung. „Was prägt uns in dieser dunklen Zeit?“, fragte Reidegeld in einer kurzen ökumenischen Andacht. „Der Emmausgang ist ein gutes Zeichen, dass das Licht durch diese Stadt getragen wird“, fügte er hinzu. Er betonte, die Gemeinschaft wachse, indem man gemeinsam Flagge zeige.

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer dankte den Schützen, dass sie auch in diesem Jahr wieder den Emmausgang durchführten. Zur Corona-Krise sagte sie: „Besonders wichtig sind die Impfungen, damit die Menschen wissen, dass irgendwo Land in Sicht ist. Ihr habt euch in diesem Jahr auch unter den Leitspruch ,Land in Sicht‘ gestellt.“ Das sei ein Zeichen der Zuversicht.

Nach dem Segen zog das Schützenduo mit dem Kandelaber wieder aus dem Gotteshaus und die Kerzen brannten langsam nieder. Die erste erlosch um 22.37 Uhr.

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