1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Mit Schmerz, aber ohne Groll

  8. >

Heimatverein Burgsteinfurt nimmt Abschied vom langjährigen Domizil Niedermühle

Mit Schmerz, aber ohne Groll

Burgsteinfurt

Sie ist das Zentrum der Vereinsaktivitäten des Heimatvereins Burgsteinfurt schlechthin – und das schon seit einem Vierteljahrhundert: die Niedermühle an der Aa unweit des Altstadtrings. Doch als Heimstatt für die Heimatfreunde wird das historische, denkmalgeschützte Gebäude nicht mehr lange fungieren.

Von Ralph Schippers

Schlüsselszene der Restaurierung der Niedermühle: Das Herzstück der Mahlanlage, ein sechs Meter langer Eichenstamm, wird für die Installation vorbereitet. Foto:

Sie ist das Zentrum der Vereinsaktivitäten des Heimatvereins Burgsteinfurt schlechthin – und das schon seit einem Vierteljahrhundert: die Niedermühle an der Aa unweit des Altstadtrings. Doch als Heimstatt für die Heimatfreunde wird das historische, denkmalgeschützte Gebäude nicht mehr lange fungieren. Die Familie Mondorf möchte als Besitzer die Immobilie künftig selbst nutzen und lässt den 1996 zur Einweihung mit dem Heimatvereins geschlossenen, auf 25 Jahre angelegten Mietvertrag zum Jahresende auslaufen. Als vertrauter Versammlungs- und Veranstaltungsort, der auch gern zum Beispiel bei Denkmal- oder Mühlentagen der Öffentlichkeit geöffnet wurde, wird die Niedermühle dem Verein danach nicht mehr zur Verfügung stehen.

„Es ist natürlich eine für uns unschöne Entwicklung, und wir hätten uns sicher eine Verlängerung des Mietvertrags gewünscht“, sagt Vorsitzende Dr. Barbara Herrmann. Aber man habe den Standpunkt der Besitzer akzeptiert und inzwischen auch emotional damit abgeschlossen, blicken die Vereinschefin und auch der Vorstand bereits nach vorne. Und auch wenn der Abschied schwerfalle und sie über viele Jahre jede Menge Zeit und Mühe in die Restauration und den Erhalt der Mühle gesteckt hätten, gebe es keinen Blick zurück im Ärger, betont Herrmann, die mit dem Übergang auch als Leiterin des Kulturforums eine gern genutzte Veranstaltungsstätte verliert.

Eine ganz besondere Beziehung zu dem Gebäude, das einst Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung Burgsteinfurts war, hegen langjährige Vereins- und auch Vorstandsmitglieder wie Hans Knöpker, Gottfried Bercks oder Günther Hilgemann. Letzterer kann sich noch gut daran erinnern, wie schwierig bei der Restauration im Vorfeld der Einweihung insbesondere das Einwerben von Fördergeldern war. Dem Heimatverein, dessen Vorsitzender Hilgemann seinerzeit war, kommen in dieser Hinsicht große Verdienste zu. „Rund 350 000 D-Mark mussten aufgebracht werden“, erinnert er sich. Viele dicke Bretter mussten gebohrt werden bis die Finanzierung stand – dank Eigenleistungen, Spenden und Zuschüssen seitens der Bezirksregierung und der NRW-Stiftung. Hilgemann nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er sagt: „Das war für mich als damaliger Vorsitzender schon so etwas wie ein Lebenswerk.“

Der Verlust der Niedermühle als Heimstatt wäre wohl um einiges leichter zu verschmerzen, hätte der Heimatverein bereits ein neues Domizil in Aussicht. Da dem nach Bekunden von Barbara Herrmann (noch) nicht so ist, werde man – für eine mehr oder weniger lange Übergangszeit – mit Provisorien leben müssen. Als Interimslösungen für die Vereinsarbeit, für Versammlungen oder Treffs stehen das Martin-Luther-Haus/Haus der Bürger sowie Räumlichkeiten des Kulturforums in der Hohen Schule zur Verfügung.

Startseite
ANZEIGE