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Versuchter Betrug mit Überweisungsträgern

Mitarbeiter sind sensibel

Steinfurt

Nicht alle Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte online. Das versuchen auch Betrüger auszunutzen: Sie erstellen Überweisungsträger mit echten Bankkdaten, vielfach von Vereinen oder Verbänden. Aktuell haben Bankmitarbeiter wieder zwei Versuche aufgedeckt.

Erhard Kurlemann

Eine Überweisung in dieser Form würde wahrscheinlich schnell als Fälschung entdeckt. Betrüger sind da indes schon versierter unterwegs; die Geldinstitute arbeiten stetig daran, ihre Vorkehrungen zu verbessern, um die Erfolgschancen dieser Masche immer weiter zu vermindern. Foto: Volksbank

Gleich zwei Fälle von versuchten Betrugs haben jetzt Mitarbeiter von Banken aufgedeckt. „So ist es zu keinem Schaden gekommen“, freut sich Frank Nottekämper, Vorsitzender des Stadtsportverbands (SSV) in Ibbenbüren. Für den SSV waren zwei Überweisungsträger in den Briefkästen der Volksbank Münsterland-Nord und der Kreissparkasse Steinfurt in Burgsteinfurt gelandet. In beiden Fällen sollte eine erhebliche Summe an eine Parfümerie in Heilbronn überweisen werden. Und: In beiden Fällen wurden Bankmitarbeiter stutzig – und verhinderten so die Ausführung der Aufträge.

Die Polizei kennt diese und andere Maschen, die immer mal wieder auftauchen, wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilt. Betrüger versuchten, auf „so dreiste Weise“ an Geld zu kommen. Gleichwohl: Es handele sich um versuchten Betrug und Urkundenfälschung als Straftatbestände.

Die meisten Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte in der Regel online. Dennoch: „Rund 1500 Überweisungsträger bearbeiten die Kolleginnen und Kollegen aus unserem Bereich Zahlungsverkehrt täglich – Tendenz sinkend“, berichtet Thorsten Laumann, Sprecher der Kreissparkasse. Darunter gebe es auch Betrugsfälle, „mal einen, mal zwei, dann ist wieder vier Wochen Ruhe.“

Jessica Mentrup arbeitet im Vorstandsstab der Volksbank Münsterland-Nord und kümmert sich dort um solche Versuche. „24 Fälle hat es in diesem Jahr schon gegeben“, sagt sie auf Anfrage unserer Zeitung. Die Erfahrung zeige, dass „oft Konten von Vereinen oder Verbänden genutzt werden, weil diese weniger häufig von den Inhabern kontrolliert werden als private Konten“.

Jessica Mentrup betont, die Volksbanken hätten ihre Mitarbeiter für das Thema sehr sensibel gemacht. „Es wird die Unterschrift geprüft, im Zweifel Rücksprache mit dem Kontoinhaber genommen“, gibt sie einen Hinweis. Weitere bankinterne Regelungen sollen den „Erfolg von Betrügern“ verhindern helfen.

Die Sparkasse setzt auch auf spezielle Schulungen der Mitarbeiter. „Wir stellen fest, dass Betrüger durchaus saisonorientiert unterwegs sind“, erläutert Laumann. In der Reisezeit gehe es häufig um Ferienwohnungen, um Weihnachten ständen teure Geschenke im Vordergrund. „Wir filtern gut 90 Prozent der falschen Überweisungen heraus“, betont Laumann, dass das Konzept funktioniere. Zudem würden aufgedeckte Fälle in einer Datenbank dokumentiert, zu der auch andere Geldinstitute Zugriff hätten. „Das Netz wird so immer engmaschiger, so dass es für Betrüger nur noch minimale Chancen gibt, auf diesem Weg erfolgreich zu sein“. Daneben gebe es eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei, sagt auch Jessica Mentrup. Und für den Fall der Fälle, dass Betrüger erfolgreich sind? „Im Regelfall“ werde der Betrag erstattet, „wenn ein Kunde betrogen worden ist“, erläutert Laumann. Überweisungsträger würden gescannt und archiviert. Es werde aber schon geprüft, ob der Kontoinhaber „fahrlässig“ gehandelt habe. Dieses „Verfahren“ bestätigt auch Jessica Mentrup.

Vor Einführung der IBAN-Nummer im Februar 2014 sei noch geprüft worden, ob Kontoinhaber und Kontonummer zusammengehörten. Jetzt sei nur noch die IBAN-Nummer federführend, ergänzen Laumann und Mentrup.

Beide haben aber einen Tipp, wie das Konto grundsätzlich vor solchen Betrügereien geschützt ist: „Sie können mit der Bank vereinbaren, dass Überweisungen grundsätzlich online erfolgen.“ Durch eine solche Sperre würde ein Überweisungsträger gleich als falsch erkannt und aussortiert.

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