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„Tatort Küche“ in der Nikomedesschule

Mordsgaudi am heißen Herd

Steinfurt

Um Missverständnissen vorzubeugen: Um Mord und Totschlag geht es beileibe nicht, wenn das Steinfurter Kulturforum eine Mordsgaudi am heißen Herd ankündigt, bei der, selbst wenn sie mit Schälmesser und Hackbrett begangen wird, niemand um sein Leben bangen und befürchten muss, dass ihm ums Verrecken etwas im Halse stecken bleibt.

Von Dirk Drunkenmölle

Elke Schmitz und Uwe Michel sind die Profi-Küche, die im „Tatort Küche“ zukünftig für Bildung, Erlebnis und ganz spezielle Ortstermine sorgen wollen – Mordsgaudi inklusive. Foto: Elke Schmitzprivat

Um Missverständnissen vorzubeugen: Um Mord und Totschlag geht es beileibe nicht, wenn das Steinfurter Kulturforum eine Mordsgaudi am heißen Herd ankündigt, bei der, selbst wenn sie mit Schälmesser und Hackbrett begangen wird, niemand um sein Leben bangen und befürchten muss, dass ihm ums Verrecken etwas im Halse stecken bleibt. Im Gegenteil.

Die neue VHS-Reihe „Tatort Küche“ soll an den Geschmacksnerven kitzeln und Menschen mit allen Sinnen auf die Spur bringen, sich fürs Kochen und das ganze Drumherum zu begeistern. Zwei Grundvoraussetzungen sind dafür geschaffen. Erstens: Elke Schmitz wird mit Profi-Kochkollege Uwe Michel ab sofort auch in Weiterbildungstöpfen rühren. Und zweites: Die VHS ist mit der Stadt übereingekommen, dass sie die Küche in der ehemaligen Nikomedesschule zukünftig ganz unter ihre Kochmützen-Aufsicht stellen darf. Ausstattung und Equipment sind bereits aufgestockt. An größerer Wohlfühlarbeitsatmosphäre wird noch gearbeitet, kündigt Direktorin Dr. Barbara Herrmann an.

Drei Säulen sind es, die das neue Angebot tragen: Die Bildungsküche, das Erlebniskochen und der Ortstermin. Allen gemein ist, dass Essen mehr als Nahrungsaufnahme und immer auch Ausdruck des Zusammenlebens und regionaler (Ess-)Kultur ist, die im Fast-Food-Zeitalter allerdings mancherorts längst genauso wie die Vor- und Zubereitung, die Kenntnis über gesunde und schädliche Nährstoffe oder auch Tischmanieren in Vergessenheit geraten sind.

So geht es unter anderem darum, die traditionelle Küche, Zutaten, Geschmacksrichtungen wiederzuentdecken und auch mal neu zu interpretieren. Da geht es unter anderem um Stielmus und Steckrübe, um eine kreative Reste-Küche und auch darum, wie Männer unter Umständen das kulinarische Herz von Frauen treffen und ihre Liebste, auch ohne jegliche Vorkenntnisse, mit raffinierten und dennoch schnell zuzubereitenden Gerichten verwöhnen können.

Beim Erlebniskochen können die Teilnehmern im „Kleinen Restaurant“ den Profis über die Schulter schauen. „Elke und Michel kochen. Sie genießen“, ist das Angebot für Gruppen, Familien und Unternehmen überschrieben, individuell Termine zu buchen und sich von der Küchenkunst der Fachleute inspirieren zu lassen.

Noch spezieller geht es bei den „Ortsterminen“ am „Tatort Küche“ zu. Zum Auftakt spricht Barbara Herrmann mit Markus Dartmann über den Wandel in der Bestattungskultur und darüber, warum zum Leichenschmaus im Münsterland Butterkuchen und Schnittchen, anderswo auch Haxen und Hochzeitssuppe aufgetischt werden. Zugleich wird Musik als Teil der Begräbniskultur thematisiert.

Nimmt die kriminalistische Spürnase die Düfte vom „Tatort Küche“ schon wahr? Dann sollten Interessierte die Spur im Internet verfolgen. Dort sind alle Termine und Inhalte, Gebühren und Möglichkeiten, sich anzumelden, aufgeführt. Start ist im August. Herrmann: „Ich bin gespannt, wie dem Publikum dieser Tatort schmeckt.“

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