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,Mühe in der Vorbereitung lohnt sich‘

Städtisches Mobilitätskonzept: Bürgerkonferenz und Haushaltsbefragung sind nächste Schritte

Steinfurt

Die Bürger sollen mitreden. Darum wird es für das Mobilitätskonzept der Stadt eine Befragung der Haushalte in Steinfurt geben.

Von Ralph Schippers

Wie kann man die Steinfurter bewegen, mehr das Rad und weniger das Auto zu benutzen? Eine der zentralen Fragen bei der Erstellung des städtischen Mobilitätskonzepts. Foto: Büro Stadtverkehr/rs/dru

Wohin soll sich die Kreisstadt bei der Mobilität künftig entwickeln? Das Integrierte Mobilitätskonzept, dessen Erstellung die Verwaltung Ende vergangenen Jahres zusammen mit dem Büro Stadtverkehr aus Hilden angestoßen hat, soll nicht nur allgemein gehaltene Leitgedanken erarbeiten, sondern den Verantwortlichen im Rathaus ganz konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand geben, wie der Verkehr von morgen möglichst nachhaltig und sicher gestaltet werden kann. Noch befindet sich der Prozess in den Kinderschuhen, doch erste Ergebnisse, die sich aus der Auswertung der Online-Bürgerbeteiligung mit über 600 Eingaben ergeben haben, liegen bereits vor (s. Infokasten).

Für Klimaschutzmanager Simon Möser bedeuten diese Ergebnisse eine wichtige Datengrundlage, mithilfe derer die Stadt nicht nur erste Rückschlüsse für eigene Maßnahmen entwickeln kann. Sie sind auch eine konkrete Handhabe für den Fall, wenn, wie etwa bei Landes- oder Bundesstraßen, übergeordnete Behörden die Federführung haben. „Wir können dann bei unseren Gesprächen vorbringen, was die Bürger konkret wollen und können so besser argumentieren“, so Möser.

Steinfurt hat bekanntlich eine ganze Menge Straßen, auf die dieses zutrifft – in beiden Stadtteilen. Dabei es geht beim Mobilitätskonzept nicht nur um infrastrukturelle Maßnahmen wie den Radwegebau oder das Anlegen von Kreisverkehren, um nur zwei Beispiele zu nennen. Es geht auch darum, den Steinfurtern attraktive Rahmenbedingungen zu bieten, damit sich ihr „Modal Split“, also ihr Nutzungsverhalten von Auto, Rad oder ÖPNV, ändert, sprich nachhaltiger wird.

Dazu wird, so kündigte Möser an, voraussichtlich Ende Mai eine schriftliche Befragung von nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Haushalten starten. Ziel ist auch hier die Datengewinnung. Konkret wird es um die Frage gehen, wie der „Modal Split“ der einzelnen Familienmitglieder an zwei Werktagen aussieht. „Wir brauchen eine Basis, von der wir bei der Maßnahmenentwicklung ausgehen können“, sagt Möser. Zudem ließen sich so Vergleiche ziehen, wenn diese später vollzogen seien und nochmals nachgefragt wird.

Apropos Maßnahmenumsetzung. Möser und mit ihm die Verwaltungsspitze legt großen Wert darauf, dass damit bereits im kommenden Jahr begonnen wird. „Wir werden im September bei der Erstellung des Haushalts erste Mittel für konkrete Projekte einstellen“, drückt der Klimaschutzmanager aufs Tempo. Handlungsbedarf ist gegeben. Nicht nur wegen des Klimaschutzaspektes, sondern auch aufgrund der mäßigen Verkehrssicherheit, die in der Stadt gegeben ist. Laut polizeilicher Unfallstatistik war Steinfurt im vergangenen Jahr Schlusslicht unter allen 24 Kreis-Kommunen (wir berichteten).

Beim Konzept geht es neben der Nachhaltigkeit vor allem darum, den innerstädtischen Radverkehrsanteil zu erhöhen. Das vorhandene Grundgerüst an Radwegen nennt Möser „so schlecht nicht“. Gleichwohl müsse noch vieles verbessert werden. Das reiche von der Schaffung von Abstellplätzen für Lastenräder vor Einzelhandelsgeschäften und höre beim Anlegen von getrennten Radstreifen auf den Straßen nicht auf. „Ich erhoffe mir mit dem Beschluss des Mobilitätskonzepts dahingehend konkrete Arbeitsaufträge von der Politik“, blickt Möser in die Zukunft.

Letztlich aber werde, da Steinfurt Land- und Pendlerkommune ist, auch das Auto seine Bedeutung als Verkehrsmittel behalten. Man wolle dahingehend aber eine schon kurzfristige deutliche Veränderung der Antriebstechnologie in Richtung E-Mobilität erreichen, so Möser.

Neben der schon erwähnten Haushaltsbefragung steht als kommender Schritt bei der Erstellung des Mobilitätskonzepts eine erste Bürgerkonferenz auf der Agenda. Parallel begleiten Politik und Vertreter der Stadtgesellschaft mit entsprechender Expertise über den Arbeitskreis Mobilität am Prozess mit. Noch vor der Sommerpause soll zudem ein Zwischenbericht im zuständigen Fachausschuss gegeben werden.

„Das Mobilitätskonzept ist ein wichtiger Teil der Steinfurter Klimaoffensive“, sagt Möser. Es lohne sich, viel Energie in diesen Prozess zu stecken, denn die Stadt könne in ihrer Attraktivität auf vielen Ebenen deutlich gewinnen.

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