1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Steinfurt
  6. >
  7. Musikalisches Indoor-Gewitter

  8. >

Fulminante Jubiläumsausgabe der Sinfonic Rock Night in der Aula des GymBo

Musikalisches Indoor-Gewitter

Steinfurt

Starkregenwarnung hin, Tornado-Furcht her – in Steinfurt fand das Unwetter am Freitagabend im Saale statt. Musiker, Sänger, Techniker und Organisatoren scharrten regelrecht mit den Hufen, um endlich die 10. Ausgabe der mittlerweile legendären Sinfonic Rock Night (SRN) dem erwartungsfrohen Publikum regelrecht und höchst angenehm um die Ohren zu hauen. Was für ein Event!

Von Martin Fahlbusch

Die Akteure der Sinfonic Rock Night – von den Solokünstlern über den Sinfonic Rock Chor bis zum von Michael Gantke dirigierten Rockorchester – präsentierten ein echtes musikalisches Highlight auf einer gut ausgeleuchteten und akustisch prima ausgesteuerten Bühne. Foto: Martin Fahlbusch

Starkregenwarnung hin, Tornado-Furcht her – in Steinfurt fand das Unwetter am Freitagabend im Saale statt. Und das war ein fulminantes und hochmusikalisches! Die Bühne der Mensa des Gymnasiums Borghorst war prall gefüllt und bestens gerichtet (Bühnenchef: Jürgen Raestrup). Die Musiker, Sänger, Techniker und Organisatoren scharrten regelrecht mit den Hufen, um endlich die 10. Ausgabe der mittlerweile legendären Sinfonic Rock Night (SRN) dem erwartungsfrohen Publikum regelrecht und höchst angenehm um die Ohren zu hauen.

Na klar hatte das miese Corona-Virus seit der Ausgabe 2020 Planungen und Hoffnungen immer wieder heftig durcheinandergerüttelt. Auch im Vorfeld der aktuellen Jubiläumsausgabe (drei Konzerte am Freitag und Samstag) ließen immer wieder festgestellte Covid-Infekte den Verantwortlichen den Schweiß auf die Stirn treten. Aber Cheforganisator, Dirigent und künstlerischer Leiter Michael Gantke umschiffte mit seiner engagierten Truppe jede Virus-Klippe und brachte die 10. Ausgabe nach dem Start im Jahr 2011 (Programmtitel „10 nach 11“) als echtes musikalisches Highlight auf die gut ausgeleuchtete und akustisch prima ausgesteuerte Bühne (audial Ton-Studio, RW Sound, Wierich-PA mit Rüdiger Wolbeck, Gerridt Schlinkmann und Stefan Wierich).

Vor zehn Jahren war ja auch das Kulturforum sozusagen auf den Schultern des Kommunen-Zweckverbandes von Volkshochschule und Musikschule aus der Taufe gehoben worden. Das ließen deren Direktorin Dr. Barbara Herrmann und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer nicht unerwähnt, zeigten sich zufrieden mit den erzielten Erfolgen und freuten sich über den Besuch der Bürgermeister des Zweckverbandes und von Landrat Dr. Martin Sommer.

Michael Gantke hatte für die jeweils über 400 klatschfreudigen Zuhörer (pro Auftritt) ein randvolles Programm sozusagen aus den Knallern der vergangenen zehn Jahre geschnürt. Übrigens, es wurde trotzdem nie zu lang – und langweilig schon gar nicht.

Im ersten Set brillierten die Solisten (Jannik Winkelmann, Violine, Xing Li., Trompete und Sebastian Baum, Sopransaxofon). Moderator Antonio di Martino stellte sich zwar mit Blick auf die spontanen Coronainfekte als „Fünfte Wahl“ vor, aber der für den Schnelleinsatz bestens gebriefte Musikschul-Abteilungsleiter und kräftige Chorsänger überzeugte. Überzeugend ist auch das richtige Stichwort für die vielen Akteure des Abends. Der wurde wie immer getragen von dem generationsübergreifenden sinfonischen Rockorchester (mit allen seinen Registern) und von dem vom „strahlenden“ Andreas Scholz bestens präparierten und toll agierten Sinfonic Rock Chor. Mittendrin die Sinfonic Rock Band mit Keyboarder Romuald Mevert, Gerhard Turksmar, Gitarre, Vital Petrovic, E-Bass und Christian Willeczelek am Drumset, die für so etwas wie das Salz in dieser schmackhaften Sinfonic-Rock-Suppe sorgten.

Und auf die hinreißenden Solosängerinnen Helen Stegemann (Wow: „Stairway to heaven“), Marie Teigeler (Herrlich zerbrechlich: „Love of my life“) und den wie immer überzeugenden Donovan Wilmer von Waard (Funkelnd: „Bohemian Rhapsody“) ist einfach Strahlkraft garantiert.

Mit Georges Bizets Ouvertüre aus der L’Arlésienne Suite Nr. 1 im Arrangement von Michael Gantke und dem prima Alt-Saxofon-Solo von Hanna Kristine Schillingmann wurde das Programm nach der Pause fortgesetzt, das sich dann wunderbar in Stings „Englishman in New York“ hinüberschlich (Umwerfend einfühlsam Marie Teigeler und Saxofonist Christian Baum).

Die Fäden hielt wie immer der souveräne und unaufregte (nur äußerlich?) Michael Gantke zusammen und sicher in Händen. Dem wurde denn auch zur Arbeitserleichterung in den kommenden Jahren („Zwinker, Zwinker“) ein leichterer Taktstock zum Jubiläum von Dr. Barbara Herrmann geschenkt.

Alles in allem ein wuchtiges „Unwetter“-Programm, das es in sich hatte und bei dem vor allem die fein ausgedachten Arrangements aufhorchen ließen (beispielsweise vom Steinfurter Eigengewächs Richard von Soldenhoff). Das Publikum stand bei diesem klugen Mix aus Balladen und Rockwucht schon zur Pause sozusagen auf den Stühlen und musste am Ende (Zugabe „Music“ von John Miles) erst einmal seelisch damit fertig werden, dass diese Jubel-SRN-Ausgabe nach bald drei Stunden schon zu Ende war. Bleibt nur noch die Hoffnung auf das kommende Jahr. Dann sicher unter dem Titel „11 nach 10“ am 10. und 11. März 2023.

Martin Fahlbusch

Startseite
ANZEIGE