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Zu Besuch im Gartenspielparadies der Burgsteinfurter Familie Lückerath

Naturnah und kinderfreundlich

Burgsteinfurt

Alle sprechen vom naturnahen Garten – vor allem auf die Insektenfreundlichkeit wird, in Trendumkehr zum lange angesagten Schottergarten, aktuell verstärkt Wert gelegt. Für Familien steht jedoch noch ein anderes Merkmal ganz oben auf der Agenda, wenn es um die Gestaltung der eigenen Scholle geht: Kinderfreundlich muss sie sein. Dass beides sich gut kombinieren lässt, zeigt das Beispiel der Familie Lückerath aus Burgsteinfurt.

Ralph Schippers

Grünes Paradies: Foto: rs

Alle sprechen vom naturnahen Garten – vor allem auf die Insektenfreundlichkeit wird, in Trendumkehr zum lange angesagten Schottergarten, aktuell verstärkt Wert gelegt. Für Familien steht jedoch noch ein anderes Merkmal ganz oben auf der Agenda, wenn es um die Gestaltung der eigenen Scholle geht: Kinderfreundlich muss sie sein. Dass beides sich gut kombinieren lässt, zeigt das Beispiel der Familie Lückerath aus Burgsteinfurt.

Es war schon so etwas wie ein Glücksfall, als Esther und Uwe Lückerath 2009 die Gelegenheit hatten, den aus dem Ende der 1950er-Jahre stammenden Altbau unweit des Gymnasiums Arnoldinum zu erwerben. Das Gebäude selbst erwies sich zwar als renovierungsbedürftig, aber die Lage war gut und das Grundstück mit rund 900 Quadratmetern überdurchschnittlich groß.

Und der Garten? „Der war wild“, lacht Esther Lückerath, während sie ihre drei Töchter beim Spielen in demselben beobachtet. Um Platz zu schaffen, hat Uwe Lückerath zunächst einige der alten Bäume gefällt und ist einmal quer mit der Gartenfräse durch die Rabatten gegangen. Der Anfang des Spielparadieses der noch jungen Familie, zu der Zeit war die älteste Tochter Lenja gerade mal ein Jahr alt, war gemacht. 2011 wurde Tochter Filine geboren, vier Jahre später folgte Nesthäkchen Nieke.

Der Garten sollte, ja musste sozusagen mit dem Kinderreichtum der Lückeraths mithalten. Die Grundvoraussetzung, damit der Nachwuchs sich entfalten konnte und kann, brachte er von Beginn an mit: seine Größe. Und so kam mit den Jahren einiges an kinderfreundlicher Ausstattung hinzu: Zunächst ein großzügig angelegter Sandkasten, dann ein Schaukel- und Klettergerüst, später ein Spielhaus mit Leiter und Rutsche. „Wir haben uns sozusagen unseren eigenen Spielplatz im Garten geschaffen“, sagt Esther Lückerath.

Auch ein Trampolin, quasi Standard in jedem Haushalt mit Kindern, gehörte lange Zeit zum Inventar der Lückerathschen Spielgerätesammlung. Als die älteste Tochter Probleme mit den Knien bekam, wurde es allerdings wieder abgebaut. Der Ersatz kam in Form eines Geheges für Pit und Paula, die beiden Zwergwidder-Kaninchen, um die sich vor allem die älteste Tochter kümmert, die aber bei allen Kinder sehr gut ankommen.

Damit die Kinder eine Chance haben, Tier- und Pflanzenwelt besser kennen- und auch schätzen zu lernen, lässt die Familie Lückerath in ihrem Garten die Natur Natur sein und greift nicht allzu sehr korrigierend ein. Streng eingefasste Beete oder akkurat geschnittene Rasenkanten sucht man vergeblich, stattdessen gibt es unaufgeräumte Ecken und Bereiche, wo bewusst Wildwuchs zugelassen wird.

Auch die Bäume dürfen sich entfalten. Eine stattliche Birke, Buche und mehrere Haselnussbäume sorgen nicht nur für Schatten, sondern dürfen erklettert werden und bieten vielen Tieren Unterschlupf. „Wir hatten sogar einmal einen Eichhörnchenkobel“, erinnert sich Esther Lückerath.

Bei den Kindern kommt die Vielfalt an Spielmöglichkeiten bestens an. Auch noch bei der ältesten Tochter, der 13-jährigen Lenja. „Gerade in diesen Pandemiezeiten ist es Gold wert, wenn man einen großen Garten zum Spielen und Spaß haben hat“, blickt Esther Lückerath auf die vergangenen Monate zurück. Besonders habe dies für die Zeit des ersten Lockdowns gegolten, als sich die Familie bis auf den Vater fast ausnahmslos nur auf dem eigenen Grundstück aufgehalten habe. Keine Freunde treffen, Homeschooling, kein Sport im BSB oder im Schwimmverein Olympia – nur der eigene Garten blieb als Beschäftigungsmöglichkeit, wenn man mal raus wollte. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, mit drei Kindern in einer Stadtwohnung hocken zu müssen“, zeigt sich Esther Lückerath froh, dazu eine echte Alternative zu haben.

Auch der Stadt an sich stellt die dreifache Mutter ein gutes Zeugnis in Sachen Kinderfreundlichkeit aus. Die Freizeiteinrichtungen sowie das Bildungs- und Betreuungsangebot stimmten. Nur in Sachen Verkehrssicherheit gebe es Nachholbedarf. Die Lückeraths sind zumeist mit dem Fahrrad unterwegs. Und da hapere es vor allem noch an gut ausgebauten innerstädtischen Radwegen.

Beim eigenen Garten sieht die Familie ihre Hausaufgaben gemacht. „Der bleibt jetzt erstmal so wie er ist“, sieht Esther Lückerath keinen Handlungsbedarf. Es reicht ein Blick auf die fröhlich spielende Kinderschar, um das zu erkennen.

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