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Corona-Lockerungen

Neustart der Gastronomie in Steinfurt: „Besser als gar nichts“

Steinfurt

Der Neustart der Außengastronomie am Samstag ging den Bach runter. Die Wirte lassen sich von Wind und Regen aber nicht unterkriegen. Irgendwann scheint auch wieder die Sonne.

Matthias Lehmkuhl

Hartgesottene Stammgäste von stoßen auf Westfalenschänke-Inhaber Mehran Behzadi (3.v.r.) an, der am Samstag Geburtstag hatte. Kleines Foto: Heidi Schüler-Girke und Thomas Girke, Inhaber des Café Schwan, sind guten Mutes, dass das Wetter in den nächsten Tagen besser wird. Foto: Matthias Lehmkuhl

Die Vorfreude und die Erwartungen waren groß: Einige Gastronomen in Steinfurt wussten zwar von den schlechten Wetteraussichten, wollten aber unbedingt am Samstag die Chance wahrnehmen, zumindest draußen wieder zu öffnen. Denn nach sieben Monaten coronabedingter Schließung hatten sie aufgrund der niedrigen Inzidenzzahlen die Erlaubnis, Gäste mit negativem Corona-Test im Freien zu bewirten. Aber die Resonanz war ziemlich ernüchternd. Der Dauerregen und der böige Wind waren stärker als der Drang der Steinfurter Bevölkerung nach etwas Freiheit nach mehr als einem halben Jahr Isolation.

Monika Probst, vom Café und der Konditorei Probst an der Steinstraße im Stadtteil Burgsteinfurt konnte sich zwar am Samstagmorgen über einige Frühstücks-Gäste auf dem kleinen Außengelände freuen, doch nachmittags bei zusehends schlechterem Wetter blieben weitere Kunden aus. „Was soll‘s. Hauptsache, es geht wieder etwas aufwärts“, meinte die Seniorenchefin.

Wenige Meter weiter saßen Heidi Schüler-Girke und Thomas Girke, Inhaber des Café Schwan, zur besten Kaffeetafel-Zeit draußen auf einer Bank. „Wir hatten heute Morgen ein paar Tische besetzt. Aber wir machen gleich Feierabend. Pfingstsonntag soll es besser werden“, lautete das optimistische Resümee der beiden, die sich in ihrem Café schon mit zwei Luftreinigern auf die Öffnung der Innengastronomie vorbereitet haben. Auch schräg gegenüber vor dem Café Niveau war nichts los. „Es muss endlich was passieren. So kann es nicht weitergehen“, meinte eine Mitarbeiterin.

Tarek und sein Kollege Maurizio Tirotta, Mitarbeiter in Ginos Eiscafé am historischen Markt, versprühten trotz mäßiger Nachfrage gute Laune: „Für uns ist das schlechte Wetter schlimmer als die Beschränkungen wegen des Coronavirus.“ Vor der Westfalen-Schänke gegenüber saßen hartgesottene Stammgäste an einem Tisch und stießen auf Inhaber Mehran Behzadi an, der Geburtstag hatte. „Es ist wie es ist. Es hatten sich so viele angemeldet. Aber wenn das Wetter so ist, kann man nichts machen. Hauptsache, wir können wieder arbeiten“, betonte Westfalen-Schänke-Wirtin Marion Linke leicht frustriert.

Auch im fünf Kilometer entfernten Borghorst hatte Petrus kein Einsehen. Im südlichen Stadtteil hatten eh kaum Gastronomen vor, am Samstag ihre Außengastronomie zu öffnen. Obwohl dort traditionell am Samstag Markttag ist, waren nur wenige Besucher bereit, nach ihren Einkäufen draußen eine Pause zu machen. „Ein paar Leute haben sich testen lassen und bei uns einen Kaffee oder Cappuccino getrunken“, bemerkte der Inhaber des Eiscafés Venezia am Platz Auf dem Schilde, Alessandro Polla, der ebenfalls wie seine Kollegen im anderen Stadtteil mehr auf das schlechte Wetter als auf die Begleiterscheinungen der Pandemie schimpfte. Trotzdem war Polla guter Dinge: „Es war auf jeden Fall mehr los als vor den Lockerungen. Besser als vorher und besser als gar nichts.“

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